Happy Birthday, WWW!

12.12.2001

Die erste amerikanische Website ging vor 10 Jahren online

Ein Menge toller, cooler Dinge kommen aus Amerika. Das WWW aber ausnahmsweise nicht: Am Genfer CERN vom Briten Tim Berners-Lee entwickelt, macht es das Internet für so gut wie alle Menschen benutzbar. Wo vorher Zeilenkommandos und grundlegendes UNIX-Verständnis nötig waren, können heute normale Menschen navigieren.

Mit den normalen Menschen kam aber auch der Sündenfall in Form von Kommerz, Werbebannern, dümmlichen Marketingsprüchen und übereifrigen Flash-Designern. Doch was soll's: Das Schöne am Netz ist die Interaktivität: Wem eine Website nicht passt, der möge eine andere aufrufen.

Aus dem Leben vieler Menschen ist das WWW nicht mehr wegzudenken. Und dabei ist es doch so jung: Heute vor zehn Jahren ging der erste amerikanische Webserver online. Okay, in Europa gab es schon vorher Seiten - aber es wäre doch trotzdem schade, dieses Jubiläum zu verschlafen: Immerhin hat kein Land das Netz so nachhaltig wie USA gefördert, sowohl durch staatliche Subventionen, als auch durch privatwirtschaftliche Investitionen und vor allem durch das Engagement von Millionen von Benutzern.

Die erste amerikanische Website war - natürlich - weder ein E-Commerce-Startup, der uns Schuhe, Hundefutter oder Drogerieartikel verkaufen wollte, noch eine Adult-XXX-, MP3- oder Warez-Site: Die erste Site gehörte einem Stanforder Physiker namens Paul Kunz, der dort seine Datenbank SPIRES online stellte, was noch ziemlich einfach aussah, verglichen mit den Design-Orgien heutiger Web-Stylisten. Kunz arbeitet beim Stanforder Teilchenbeschleuniger SLAC (Stanford Linear Accelerator Center). Auf Besuch beim CERN in Genf demonstrierte ihm Berners-Lee am Freitag, den 13. September 1991 sein WWW. Kunz war davon so angetan, dass er dies in den folgenden drei Monaten selbst aufsetzte. Noch 1993 hatte es gab knapp doppelt so viele nicht-WWW-Anfragen wie WWW-Anfragen. bei SPIRES. Erst 1994 explodierte das Web förmlich.

Das Web, aus kaum einem Unternehmen und aus sehr vielen Privathaushalten nicht mehr wegzunehmen, begann und blieb über Jahre eine Spezialanwendung von Physikern, gleichsam ein Abfallprodukt der Kernspaltung und Teilchenbeschleunigung. Aber wirklich beeindruckend bleibt, wie blutjung das Web letztlich ist. 1991 war das Jahr des Golfkriegs, der Beginn der Jugoslawienkriege, das Ende der Sowjetunion. Alles das ließ sich nicht auf CNN.com verfolgen, man konnte nicht die Websites der verschiedenen Parteiungen lesen, sich nicht bei verschiedensten Auslandsmedien informieren. Hier hat das Web unser aller Leben dramatisch geändert - niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte war der Zugriff so schnell auf so viel Information möglich.

x
Fehler melden
Telepolis zitieren
Vielen Dank!
Anzeige
Anzeige
Hellwach mit Telepolis
Anzeige
Cafe
Telepolis-Cafe

Angebot des Monats:
Kaffee und Espresso aus Nicaragua in der Telepolis-Edition für unsere Leser

Cover

Aufbruch ins Ungewisse

Auf der Suche nach Alternativen zur kapitalistischen Dauerkrise

Anzeige
Cover

Die Form des Virtuellen

Vom Leben zwischen den Welten

Machteliten

Von der großen Illusion des pluralistischen Liberalismus

bilder

seen.by

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

Tastenkürzel:

ctrl-Taste:
Zum Wechseln zwischen Heise- und Google-Suche

esc-Taste:
Verlassen und Zurücksetzen des Eingabe-Felds

Buchstaben-Taste F
Direkt zur Suche springen

SUCHEN

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

SUCHEN

.
.