U-Boot-Ortungsgerät tötet Wale

US Navy räumt Mitschuld an der Strandung und dem Tod mehrerer Meeressäuger ein

Am 15. und 16. März 2000 strandeten auf den Bahamas insgesamt 17 Wale und Delfine. Sieben starben, zehn konnten lebend zurück ins Meer gebracht werden. Wenige Stunden zuvor hatten Schiffe der US Navy das Gebiet passiert und dabei ein aktives Sonar mittlerer Reichweite eingesetzt. Ein Zwischenbericht einer Untersuchungskommission ist jetzt zu dem Ergebnis gekommen, dass dieses Sonar die Strandungen und den Tod der Tiere verursacht hat.

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Von vier toten Walen, die näher untersucht wurden, zeigten drei Blutungen in den inneren Ohren und einer Blutungen im Gehirn. Ein Rückgang von Wal-Sichtungen nach dem Ereignis lässt darauf schließen, dass noch erheblich mehr Tiere gestorben sind. Nachdem Vulkanausbrüche, Erdbeben oder Explosionen als mögliche Geräuschquellen ausgeschlossen werden konnten, blieb nur noch das Navy-Sonar als wahrscheinlichste Ursache übrig. Es war zur fraglichen Zeit zudem länger als üblich im Einsatz gewesen.

Damit hat die US Navy als Mitverfasserin des Berichts erstmals die Verantwortung für ein derartiges Ereignis übernommen. Der Verdacht, dass aktive Sonare, die wie eine Art akustisches Radar feindliche U-Boote aufspüren sollen, solche Unfälle verursachen können, wird von Umweltschützern schon lange geäußert. Bislang hatten Autopsien jedoch keine eindeutigen Beweise erbringen können. Auch jetzt räumen die Verfasser des Berichts ein "Zusammenspiel mehrerer Faktoren" als eigentliche Ursache ein. So hätte etwa eine Warmwasserschicht die Zerstreuung der Schallwellen verhindert und die Wale, die sich auf Nahrungssuche in Unterwasserschluchten befanden, hätten keine Fluchtmöglichkeit gehabt. Zukünftige Forschungen sollen helfen, solche Situationen besser zu erkennen und zu vermeiden.

Auf den Einsatz des Sonars will die Navy jedenfalls nicht verzichten. Im Gegenteil, derzeit bemüht sie sich um die Genehmigung eines neuen Systems, das mit tieferen Frequenzen arbeitet, als das, was die Wal-Strandungen auf den Bahamas verursacht hat. Moderne, leise U-Boote seien mit rein passiven Schallsensoren nicht mehr zu orten. Jonathan Gordon, Experte für Meeressäuger an der schottischen University of St. Andrews sieht es als Fortschritt, dass die Auswirkungen der Sonare auf Wale und Delfine überhaupt untersucht werden. Er weist darauf hin, dass Frankreich und Großbritannien vergleichbare Systeme ohne jegliche öffentliche Kontrolle entwickeln.

http://www.heise.de/tp/artikel/11/11558/1.html
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