Amerikanische Internetprovider müssen filtern

Florian Rötzer 20.03.2002

Mit einem neuen Gesetz sollen Provider in Pennsylvania kinderpornographische Websites blockieren

Nicht nur in Frankreich (Hyperaktive Pariser Richter) oder im deutschen Nordrhein-Westfalen (Dammbruch öffnet Weg ins Zensurnetz), auch im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania sollen nun Internetprovider den Zugang zu bestimmten Websites sperren. Nach einem neuen Gesetz werden den Providern vom Staatsanwalt jeweils die Websites mitgeteilt, die sie für ihre Kunden blockieren müssen.

  • mobil
  • drucken
  • versenden

Die Maßnahme richtet sich gegen Websites, die kinderpornographische Inhalte anbieten. Innerhalb von fünf Werktagen nach der Aufforderung durch den Staatsanwalt muss der Zugriff für alle Personen, die in Pennsylvania leben, auf die genannten Sites blockiert worden sein. Beim ersten Verstoß muss eine Geldstrafe in Höhe von 5.000 US-Dollar bezahlt werden. Kommt ein Provider der Aufforderung zum zweiten Mal nicht nach, so muss er mit 20.000 und schließlich mit 30.000 Dollar und bis zu sieben Jahren Gefängnis rechnen. Ausdrücklich wird festgelegt, dass die Provider nicht aktiv nach verbotenen Inhalten suchen müssen

Allerdings dürfte das Gesetz weder dem Kampf gegen Kinderpornographie viel nutzen noch überhaupt große Auswirkungen haben. Kinderpornographische Inhalte werden kaum jemals über Websites zugänglich gemacht, überdies ließen sich die Adressen schnell ändern. Und wie im Fall von Frankreich und Nordrhein-Westfalen könnten Filter von Internetnutzern auch relativ leicht umgangen werden. Wenn es Pennsylvania also nicht nur um eine eher symbolische Maßnahme geht, die politisches Handeln demonstrieren soll, könnte das Vorgehen gegen Kinderpornographie natürlich auch als Test dienen, um später auf ähnliche Weise den Zugriff auf weitere Inhalte sperren zu können.

http://www.heise.de/tp/artikel/12/12127/1.html
Kommentare lesen (28 Beiträge) mehr...
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
FOTOBLOG

Der schöne Schein

Firewall mit Windows

bilder

seen.by


TELEPOLIS