Gamer gegen Terror

Gerald Jörns 02.05.2002

Eine Initiative deutscher Counter-Strike-Clans

Die vielen negativen Berichte über die angeblich mitverantwortlichen gewaltverherrlichenden Computerspiele an dem Schulmassaker in Erfurt haben Fans des Computerspiels "Counterstrike" veranlasst, sich der Öffentlichkeit gegenüber zu erklären. Der Amokschütze von Erfurt soll ein begeisterter Counterstrike-Spieler gewesen sein.

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Die Counter-Strike-Spielgemeinde schätzt, dass es in Deutschland 500.000 Spieler gibt -und diese fühlen sich durch die gegenwärtige Diskussion indirekt zum Sündenbock abgestempelt. Auf einer extra eingerichteten Website unter dem Titel Gamer gegen Terror wollen sie Stellung beziehen und gleichzeitig allen Betroffenen in Erfurt ihr Beileid ausdrücken. Primärer Anlass ist ein der FAZ-Artikel "Software für Massaker" (Die Wahrheit über das Massaker in Erfurt).

Mit "Gamer gegen Terror" wollen sich die Spieler gegen eine Pauschalverurteilung wehren, denn sie sehen sich nicht als die nächsten potenziellen Amokläufer. Wie wichtig sie ihr Anliegen nehmen, zeigt die Tatsache, dass sich dem Vorhaben nur vier Stunden nach Eröffnung der Website bereits über 200 Clans solidarisch angeschlossen haben. Am 1. Mai war die Website überlastet, die Inhalte waren zeitweise nicht mehr online zugänglich.

Doch noch sind die Initiatoren die Antwort schuldig, wer sie denn eigentlich wirklich sind. Sie müssen deutlich machen, warum dieses Spiel von ihnen favorisiert wird und warum es ihrer Ansicht nach nicht jugendgefährdend ist. Bislang vertraten sie lediglich die Auffassung, dass viele Gamer das Spiel als sportliche Herausforderung ansehen. Auch wenn ihre Betroffenheit nach Erfurt ernst gemeint ist, geht es der Spielgemeinde nicht nur um den Pauschalvorwurf, dem sie nun ausgesetzt ist, sondern auch um eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit.

Mitte Mai wird nämlich der Indizierungsantrag bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS) verhandelt. Sollte die BPjS Counterstrike indizieren, darf das Spiel nicht mehr an Personen unter 18 Jahren verkauft werden und es darf nicht mehr beworben werden. Für viele LAN-Partys käme noch der Aufwand hinzu, dass keine minderjährigen Spieler teilnehmen dürften. Damit könnten sie auch zu einem finanziellen Risiko werden.

http://www.heise.de/tp/artikel/12/12449/1.html
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