Gestapo Homeland und Stasi Security

10.06.2002

The WTC Conspiracy XLVII

Als ich den Schriftsteller Robert Anton Wilson fragte, wie er als Autor des "Lexikons der Verschwörungstheorien" und des epischen Verschwörungsromans "Illuminatus" denn zu seinem Thema gekommen sei, berichtete er von seinen Erfahrungen mit dem "CounterIntelligenceProgram" (COINTELPRO) des FBI Ende der 60er Jahre. Die Aufdeckung dieser großen Unterwanderungs- und Überwachungsaktion führte dann zu einer Neuorganisation und strikten Arbeitsteilung von FBI und Geheimdiensten - die mit Bushs Gestapo-ähnlichem "Homeland Security"-Ministerium als neuer Superkontrollbehörde jetzt rückgängig gemacht werden soll (Und die Lösung ist: ein neues Ministerium).

Meine ersten Erfahrungen machte ich in der Anti-Vietnamkriegs-Bewegung der 60er Jahre, mittlerweile ist der Fall dokumentiert. Das FBI hatte ein CoIntelPro - Counter-Intelligence-Program - gestartet, dessen Ziel es war, die Friedensgruppen nicht nur zu unterwandern, sondern sie dies auch wissen zu lassen. Das sollte dazu führen, dass sich die Leute gegenseitig verdächtigen, weil jeder jeden für einen Regierungsagenten hält.Das ist alles festgehalten in einem Regierungs-Memo über dieUntersuchungen dieser Sache in den 70er Jahren Und tatsächlich machte die einsetzende Paranoia es damals auch ziemlich unmöglich, dass wir in der Friedensbewegung weiter konstruktiv zusammen arbeiten konnten. Mit dieser Methode ging die Regierung auch gegen die Black Panthers und andere radikale Gruppen vor - und gegen Ende der 60er hatte ich mich dann mehr oder weniger an den Gedanken gewöhnt, dass nahezu jeder, mit dem ich einmal politisch zusammen gearbeitet hatte, ein Regierungsagent war. Anstatt nun paranoid zu werden, fand ich das eher ziemlich komisch.

Seinen unerschütterlichen Humor hat Wilson immer noch nicht verloren - und anders lässt sich die grauenhafte Farce der bushistischen Machtübernahme nach dem 11. 9. auch kaum noch ertragen. Die "Wahrheit" kann da nur noch in Witzen oder Rätseln daherkommen, wie in Wilsons jüngstem Beitrag über die Risiken des Kokainmissbrauchs:

"Zwei bekannte politische Führer hatten angeblich diese ruchlose Gewohnheit.
Beide kamen aufgrund zweifelhafter Wahlen, durch undemokratische, irreguläre Methoden, an die Macht
Beide Nationen erlebten unmittelbar Anschläge auf berühmte öffentliche Gebäude.
Beide beschuldigten eine ethnische Minderheit bevor die Ermittlungen Beweise erbracht hatten.
Beide führten "Hexenjagden" gegen die beschuldigte Minderheit durch.
Beide setzten bürgerliche Freiheiten "zeitweise" aus.
Beide stellen die Bevölkerung unter Beobachtung.
Beide unterhielten verborgene und geheime Regierungen.
Beide erklärten nahezu der gesamten Welt den Krieg.
Einer hatte einen lustigen Schnauzbart. Wie hieß der andere?

Was den bösen Mann mit dem kleinen Bart betrifft, ist sein multipler Drogenkonsum - anders als der als späte "Jugendsünde" apostrophierte Missbrauch von Kokain und Alkohol durch den amtierenden US-Präsidenten - recht gut belegt. Dank der täglichen Injektionen und Medikamentengaben seines Leibarztes Dr. Morell, war der fleisch-, alkohol-, und nikotin-abstinente Führer mit einem Cocktail von Drogen versorgt, der die meisten Nicht-User sogleich ins Jenseits befördert hätte. Hitler aber wachte nach einem Kreislaufkollaps durch eine Überdosis Pervitin und Kokain - zum Erstaunen des Notarztes im Führerbunker - durch eine weitere Kokaingabe wieder auf (siehe die 2-bändige Dokumentation: "Nazis on Speed - Drogen im 3. Reich", herausgegeben von Werner Pieper, erscheint August 2002, ISBN 3-930442-53-1).

Was das "zeitweilige" Aussetzen bürgerlicher Freiheiten und die Bespitzelung der Bevölkerung betrifft, soll jetzt nach dem (lange vorher konzipierten und nach den Anschlägen durchs Parlament gepeitschten) "Patriot Act" der zweite Akt der Machterschleichung über die Bühne gehen. Das neue "Stasi"-Ministerium ist keine Panikreaktion auf die jüngst erwachte Debatte über die FBI- und CIA-"Pannen" und das Vorauswissen der Regierung, sondern ebenfalls von langer Hand und in größter Diskretion geplant. Die "Knoten", die vor und nach dem 11.9. von Geheimdiensten und Ermittlern angeblich nicht "verbunden" werden können, fügen sich plötzlich zusammen, und sogar das Magazin "Wired " ahnt mittlerweile wohin: Do dots connect to police-state ?.

Nachdem die Nachrichten über die Hintergründe und Ungereimtheiten der offiziellen Tatversion, von denen hier seit 8 Monaten berichtet wird, langsam auch den Weg in die Mainstream-Medien finden, scheint der der Bush-Putsch weiter wie ein Uhrwerk abzulaufen. Zum einen garantiert die Zusammensetzung der aus Mitgliedern des Senats und Repräsentantenhauses bestehenden Untersuchungsausschüsse zum 11.9. für die Fortsetzung der Nichtaufdeckung und des Cover-Ups - die überwältigende Mehrheit der Mitglieder steht auf der payroll von einschlägig Verdächtigen: Council on Foreign Relations, Carlyle Group, Lockheed, Northrop Grumman, Enron, usw., usf.

Zum anderen wird die Kongress-Untersuchung der FBI- und CIA-"Pannen" von der Diskussion um das neue Super-Stasi-Ministerium in die zweite Reihe gedrängt: Um die Parlamentswahlen im Herbst zu gewinnen legt die Bush-Administration alles darauf an, nicht auf die jüngste Vergangenheit des "war on terror" und ihr Vorauswissen der Anschläge festgenagelt zu werden, sondern die Zukunft der "homeland security" zum Thema zu machen.

Dieser Blitzkrieg gegen Verfassung und Bürgerrechte scheint auch vonnöten, denn am Wochenende kamen zwei weitere "Kleinigkeiten" an die Öffentlichkeit, die den "Wag the Dog"-Verdacht weiter erhärten: Salon.com berichtet unter Berufung auf einen Enron-Lobbyisten, dass das Weiße Haus schon im August von der bevorstehenden Giga-Pleite Enron wusste und die konservative Anti-Korruptions-Organisation "Judical Watch" kündigt kündigt neue Enthüllungen in Sachen Anthrax an: die vom 11.9. so maßlos überraschten Top-Offiziellen des Weißen Hauses hatten schon vor dem Auftauchen der ersten Milzbrand-Briefe Anti-Anthrax-Medizin an Mitarbeiter verteilt (Wusste man im Weißen Haus schon frühzeitig von drohenden Anthrax-Anschlägen?).

x
Fehler melden
Telepolis zitieren
Vielen Dank!
Kommentare lesen (124 Beiträge) mehr...
Anzeige
Anzeige
Hellwach mit Telepolis
Anzeige
Cafe
Telepolis-Cafe

Angebot des Monats:
Kaffee und Espresso aus Nicaragua in der Telepolis-Edition für unsere Leser

Cover

Aufbruch ins Ungewisse

Auf der Suche nach Alternativen zur kapitalistischen Dauerkrise

Anzeige
Cover

Die Form des Virtuellen

Vom Leben zwischen den Welten

Machteliten

Von der großen Illusion des pluralistischen Liberalismus

bilder

seen.by

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

Tastenkürzel:

ctrl-Taste:
Zum Wechseln zwischen Heise- und Google-Suche

esc-Taste:
Verlassen und Zurücksetzen des Eingabe-Felds

Buchstaben-Taste F
Direkt zur Suche springen

SUCHEN

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

SUCHEN

.
.