2015 auf den Mars
Die Russen wollen Menschen konkurrenzlos billig und möglichst bald auf den Mars bringen, wenn die Mission weitegehend von anderen Ländern bezahlt wird - aber mit dem Mars hatten die Russen bislang kein Glück
Gestern vor fünf Jahren, am 4. Juli 1997 um 19 Uhr MESZ, war die Mars Pathfinder Raumsonde nach einem Flug von sieben Monaten unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit auf dem Mars gelandet (Live auf dem roten Planeten). 20:24 Uhr MESZ sendete der Lander ein Signal, das den erfolgreichen Abschluss der Landung und die Einsatzbereitschaft anzeigte. Dann kamen die ersten Bilder von der staubigen und steinigen Marsoberfläche (Der erste Teleroboter auf dem Mars - und wir waren dabei). Am dem 27 September meldete sich der Sojourner Rover nicht mehr, der viele Steine in der näheren Umgebung erkundet hatte. Nach diesem erfolgreichen Auftakt der Mars-Missionen hatte die Nasa zunächst einmal Pech (Wendepunkt Mars. Die Möglichkeit, eine bemannte Mission zum roten Planeten zu schicken, wurde jedoch auch aus finanziellen Gründen eher unwahrscheinlich (Mission to Mars). Jetzt wollen die Russen dies machen - natürlich viel billiger.
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| Der Pathfinder-Lander vom Rover aufgenommen. Abgesehen vom Mond ist sonst noch niemals ein Raumfahrzeug auf einer anderen Welt fotografiert worden. |
Auf den Spuren des Mars Pathfinder, der zur "Sagan Memorial Station" erklärte wurde, werden auch die nächsten Missionen gehen. Nächstes Jahr starten mit der gleichen, wenn auch verbesserten Technik der Airbags die beiden Mars Exploration Lander. Die Airbags bleiben aber aufgeblasen, so dass der Lander möglicherweise erst einmal kilometerweit hüpfen wird, bis er zur Ruhe kommt. Die Schwierigkeit ist natürlich, ein Landesystem für alle möglichen Situationen zu entwickeln, selbst wenn das Wissen über die Beschaffenheit der Marsoberfläche und die Wetterbedingungen sehr viel größer als zur Zeit von Pathfinder sind..
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Im Unterschied zum Sojourner werden die die Mars Exploration Rover auch direkt mit der Erde kommunizieren können. Daher werden sie sich auch weiter vom Lander entfernen können, um den Mars zu erkunden. Im Juni 2003 startet auch der Mars Express der Europäischen Weltraumbehörde ESA. Für die mit 150 Millionen Euro angeblich billigste Mission zum Mars wurde als Trägerrakete zur Senkung der Kosten eine russische Sojus gewählt, der Start erfolgt von Baikonur aus. Während die Sonde den Mars umfliegt, ist die Landung von Beagle 2 für den Dezember vorgesehen. Mit diesem sollen vor allem exobiologische und geochemische Untersuchungen vorgenommen werden. Ein Roboterarm enthält eine Kamera und kann mit einem beweglichen, von der DLR entwickelten "Maulwurf" Bodenproben bis zu einer Tiefe von zwei Metern zur Analyse entnehmen. Der Radius beschränkt sich allerdings auf drei Meter Entfernung vom Lander. Der "Maulwurf" bewegt sich über einen Springmechanismus mit einer Geschwindigkeit von einem Zentimeter in sechs Sekunden.
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| Sojourner untersucht den Stein Yogi |
Für 2007 ist die europäische NetLander Mission vorgesehen, bei der vier Lander auf den Mars gebracht werden sollen. Weitere Erkundungen der Marsoberfläche plant die Nasa frühestens ab 2009 mit einem Labor und Rovern. Für 2014 ist vorgesehen, Proben vom Mars auf die Erde zu bringen. Eine bemannte Fahrt aber wird es voraussichtlich nicht geben.
In diese Lücke scheinen nun die Russen springen zu wollen und kündigen an, im Jahr 2014 oder 2015 Menschen auf den Mars zu schicken, wenn dies finanziell von anderen Ländern mit unterstützt wird und eine Zusammenarbeit mit der Nasa und der Esa möglich ist. Die Kosten schätzt Witali Semjonow, der Leiter des Mars-Projekts vom Keldysch-Forschungszentrum auf etwa 20 Milliarden US-Dollar. Russland könne dazu 30 Prozent beitragen. Ein Land alleine könne ein solches Projekt, bei dem die Menschen 15 Monate lang unterwegs wären, nicht tragen.
Das Projekt sieht zwei Raumschiffe vor: ein Lastschiff und ein Raumfähre für sechs Astronauten. Drei der Astronauten sollten bei Ankunft am Mars diesen in der Fähre weiter umkreisen, während drei auf dem Planeten landen und dort zwischen 30 und 60 Tagen bleiben würden. Mit einem Fahrzeug, dem Marswalker, sollten die Astronauten die Marsoberfläche erkunden.
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| daten vom Gammastraheln-Spektrometer der Sonde Mars Odyssee belegen die Existenz von Wasserstoff am Südpol |
Allerdings hat Russland, was den Mars betrifft, eher eine Geschichte des Scheiterns hinter sich, die 1960 mit Marsnik begann und erst 1996 mit der ebenfalls misslungen Mars 96 Mission endete. Keine guten Vorzeichen also.
Semjonow betonte allerdings, dass Russland große Erfahrungen bei Trägersystemen und in der Weltraummedizin habe. Noch immer hält ein russischer Astronaut mit 437 Tagen den Rekord für dei Aufenthaltsdauer im Weltall. Russland entwickelt gerade eine neue Angara-Startrakete, die eine Last bis zu 28,5 Tonnen befördern kann und für die Mission geeignet wäre. Die jüngst erfolgte Entdeckung, dass auf der Oberfläche des Mars große Mengen an Wasser zu finden sein müssen, wird von den Russen als Argument für das Projekt angeführt, da die Existenz von Wasser für einen bemannten Flug entscheidend sei. Überdies wachse damit die Möglichkeit, auch Leben auf dem Mars finden zu können. Angeblich, so Anatoly Grigoriew vom russischen Institut für Medizinische und Biologische Probleme gäbe es bereits für den Mars Hinweise auf Mikroorganismen, die hundert Mal kleiner als die irdischen sein sollen.
http://www.heise.de/tp/artikel/12/12854/1.html- bill gates der 1te mensch auf dem mars? (9.7.2002 21:00)
- dabei köönen sie sich was verdienen (8.7.2002 13:47)
- dosierung (7.7.2002 17:22)
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