Horrorszenario Super-Eruption

Drohen gigantische Vulkanausbrüche, die das Klima der Erde nachhaltig verändern?

Ein US-Geologe warnt die Welt vor gigantischen Vulkanausbrüchen, die das Klima der Erde nachhaltig verändern würden. Nach seinen Berechnungen ist eine globale Eruptions-Katastrophe sehr viel wahrscheinlicher als ein verheerender Asteroiden-Einschlag.

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Rauch über Lake Toba in Indonesien, Bild

Michael Rampino von der New York University hielt gerade auf der Astrobiologie-Konferenz ("Bioastronomy 2002 in Australien ein Referat über die Bedrohung von Zivilisationen auf erdähnlichen Planeten durch Supereruptionen (Super eruptions as a threat to civilizations on earthlike planets", erscheint demnächst in Icarus, International Journal of Solar System Studies. Sieht nicht gut aus für die Außerirdischen, denn Exoplaneten (Vgl. 30 Milliarden Erden in unserer Milchstraße?), auf denen Leben existiert, sind sehr wahrscheinlich vulkanisch aktiv. Vulkane sind eine Quelle essenzieller Gase wie Kohlendioxyd und Wasserdampf. Wenn Rampino Recht hat, kommt es alle ungefähr 50'000 Jahre zu Super-Eruptionen, bei denen ein großer Teil der Bevölkerung stirbt und die zivilisatorische Entwicklung stark gebremst wird.

Seiner Theorie nach sollten wir Erdbewohner uns darauf vorbereiten, dass es uns jederzeit treffen kann. Die öffentliche Diskussion dreht sich immer wieder um die Gefahren eines Asteroideneinschlags auf unserem blauen Planeten, gerade erst wiesen amerikanische Wissenschaftler darauf hin, dass ein Meteorit versehentlich einen Atomkrieg auslösen könnte (Vgl. Microphones tell asteroids from A-bombs). Aber das Risiko eines gigantischen Vulkanausbruchs ist den meisten Leuten überhaupt nicht bewusst. Himmelskörper mit einem Durchmesser von mehr als einem Kilometer stürzen statistisch betrachtet ungefähr alle 100'000 Jahre durch die Atmosphäre auf die Erdoberfläche. Die darauf folgenden Feuer- und Staubstürme würden auf der dicht besiedelten Erde heute mehr als eine Milliarde Menschenleben auslöschen. Zu einer vergleichbaren vulkanischen Katastrophe kommt es alle rund 50'000 Jahre, also theoretisch doppelt so häufig.

Wir sollten uns also dringend Gedanken darüber machen, denn die letzte Super-Eruption fand vor 73'000 Jahren statt. Damals brach ein Vulkan Toba auf der indonesischen Insel Sumatra aus. Toba spie aus einem 100 Kilometer langen Krater Staub und Asche bis eine Höhe von 40 Kilometern. 3 Milliarden Tonnen Schwefeldioxid wurden dabei frei, das entspricht hundert Pinatubo-Ausbrüchen auf einmal. Schwefeldioxid wird in der Atmosphäre in Schwefelsäure-Aerosole umgewandelt, die es dann jahrelang vom Himmel regnet. Die Bevölkerung ging damals dramatisch zurück, es lebten nur noch 10'000 Menschen auf der Erde.

In Proben von Grönlandeis konnten Spitzenwerte von Schwefelsäure über einen Zeitraum von sechs Jahren nachgewiesen werden, die zeitlich mit der Toba-Erution übereinstimmen. Rampino stützt seine Berechnungen außerdem auf geologische Untersuchungen von Super-Eruptions-Resten von Vulkanen im Yellowstone-Park und im kalifornischen Long Valley.

Das größte Problem für die Überlebenden des ersten Fallouts ist das Absinken der Temperatur überall auf der Erde. Die Ausbrüche des Krakatoa 1883 und des Pinatubo 1991 verursachten für mehrere Jahre ein Absinken der Temperatur um mehrere Zehntel eines Grades Celsius. Rampino hat errechnet, dass eine Supereruption wie die des Toba eine Abkühlung um 3-5 Grad Celsius für zehn oder mehr Jahre verursachen würde, regional sogar bis zu 15 Grad. Die weltweite Flora würde um 25 Prozent zurück gehen. Rampino kommentierte gegenüber dem Newscientist:

Das würde die meiste Vegetation in Afrika abtöten. Es ist erschreckend. Alles, was wir tun können, ist die Daumen zu halten und zu hoffen, dass wir bei der nächsten Super-Eruption ein robustes soziales System haben, das auf Recht und Gerechtigkeit beruht und dass interstellare Besiedelungs-Programme begonnen haben.

http://www.heise.de/tp/artikel/12/12944/1.html
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