Deutsche Rüstungsindustrie ist größter Aussteller in Südafrika

Helmut Lorscheid 21.09.2002

Die "African Aerospace and Defense 2002"

Vom 18.-22. September 2002 findet auf dem südafrikanischen Luftwaffenstützpunkt Waterkloof die "African Aerospace and Defense 2002" statt.

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Dazu kann Südafrikas Verteidigungsminister Mosiuoa Gerard Patrick Lekota jede Menge Kollegen und anderes Fachpersonal begrüßen. Auf der Messehomepage freut sich der Minister dem interessierten Fachbesucher "Entwicklungen der zivilen Luftfahrtindustrie wie auch der Militärtechnik aus Afrika und überall aus der Welt" präsentieren zu können. Erwartet werden neben Besuchern aus dem eigenen Land vor allem solche aus den afrikanischen Ländern, wie etwa aus Mosambik und Angola. Die brauchen wahrscheinlich neuestes Kriegsgerät ganz besonders nötig.

Offizielle militärische Delegationen erwarten die südafrikanischen Waffenhändler aus achtzehn meist afrikanischen Ländern, aber auch aus Frankreich, Deutschland, Russland, VR China, den USA sowie Indien und Pakistan. Speziell eingeladen war u.a. der "Chef der Deutschen Marine" - wer namentlich an der Messe teilnahm, war im Verteidigungsministerium nicht zu erfahren. Für die Messe besteht eine Kleiderordnung die besagt :"Anzug oder Arbeitsuniform" Jugendlichen unter 16 Jahren ist das Betreten nicht gestattet.

Die Liste der Aussteller aus Deutschland ist besonders lang und bürgt für eine gewisse Kontinuität, schließlich gehörte die Bundesrepublik zu den treuesten und zuverlässigsten Lieferanten des früheren Apartheidregimes in Südafrika. Damals hieß die Firma noch MBB, die Hubschrauber nach Südafrika und auch für die dortige Rassistenpolizei lieferte. Heute ist die "Eurocopter South Africa" auf der Messe präsent .

Auf der Homepage der Rüstungsmesse wird mit Bildern von Formationsflügen der Eurocopter-Hubschrauber geworben. Viele der heute in Südafrika Regierenden werden sich bei den Präsentationen sicher noch an die Einsätze der MBB-Hubschrauber gegen demonstrierende Apartheidgegner erinnern. Mit den Firmen Blohm und Voss, Abeking und Rasmussen, Ferrostaal, Howaldtwerke- Deutsche Werft AG und der MTU Motoren u. Turbinen Union GmbH, Siemens AG Anlagentechnik, STN Atlas Elektronik GmbH und den Thyssen Nordseewerken ist so ziemlich alles aus deutschen Landen vor Ort, was man für einen ordentlichen Kriegsschiff-und U-Bootbau so brauchen kann. Schließlich ist Deutschland Südafrikas wichtigster Handelspartner und mit dem Export von Kriegsschiffen und U-Booten auch der wichtigste Rüstungslieferant.

Aber auch wer bei Zeiss Optronik versehentlich zunächst nur an harmlose Brillen - oder Mikroskopgläser denkt, dem weist die Homepage den Weg. Ein Klick zeigt die Palette dieser speziellen Zeiss- Anwendugen: Panzer, Jagdflugzeuge und U-Boote. Sensorik, Beobachtungs- und Zielsysteme, Wärmebildgeräte, Laserentferungsmesser gehören zu den dargebotenen Produkten.

Wer auf der gleichen Zeiss-Homepage den Button "Aktuelles" und danach auf : "Messen" klickt, erfährt welche Ausstellungen für diese Zeiss -Firma sonst noch wichtig sind: Nach der hier beschriebenen Afrika-Messe folgt vom 1.-5. Oktober 2002 die "Defendory" in Athen (Heeresmesse) Gefolgt von der IDEX, einer weiteren Heeresmesse vom 16.-20. März in Abu Dhabi, der LAD (Land, Wasser Luft) vom22. bis 25. April 2003 in Rio de Janeiro und schließlich 14. -22. Juni 2003 der Luftfahrtshow Le Bourget bei Paris.

In den Messe-News wurde vorab vermeldet, dass Russland und Indien in Kooperation die neuen "Brahmos Cruise missiles" herstellen, die eine Geschwindigkeit von 2,5 bis 2,8 Mach erreichen und eine Reichweite von 280 km. Da auch die Firma BrahMos zu den Ausstellern gehört , so können sich die ebenfalls eingeladen Pakistanis gleich informieren und vielleicht selbst welche ordern. Im Kaschmir gibt es sicherlich Verwendung für das Schießzeug. Auch die Ausstellerfirma Glock lässt keine Frage aufkommen - klare Sache - eine Glock ziert jedes Polizistenhalfter.

http://www.heise.de/tp/artikel/13/13279/1.html
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