Wie ein schlechter Krimi

06.10.2002

Der Fall Binalshibh: Ein Jahr nach dem 11. September 2001 weiß man sehr viel über Hintermänner und Hintergründe, doch glauben kann man oft nur wenig

Pünktlich zum Jahrestag der Anschläge am 11. September 2001 meldeten die Medien die Verhaftung des mutmaßlichen Hintermanns Ramzi Binalshibh. Wie in einem Derrick-Krimi, in dem der Täter am Ende zu gestehen pflegt, scheint sich nun die Genesis der Anschläge aufzuklären. Die Vernehmung könnte die Anschläge "restlos aufklären", schrieb der FOCUS (38/2002). Doch der Schein trügt. Fast einen Monat nach der angeblichen Verhaftung ist diese prinzipiell nicht einmal verifiziert. Die Beweiskette von den mutmaßlichen Hijackern zu Osama bin Laden ist ein fast unüberprüfbares Indizienpuzzle. Klar ist, dass al-Qaida eine zentrale Rolle gespielt hat. Immer klarer wird aber auch, dass die Anschläge vermeidbar waren. Doch die amerikanischen Geheimdienste, allen voran die CIA, sorgten systematisch dafür, dass die Terroristen ihren Plan auch vollenden konnten.

Als die mutmaßlichen Todespiloten Mohammed Atta, Marwan al-Shehhi und Ziad Jarrah im Frühling 2000 in die Vereinigten Staaten ziehen, um Fluglehrgänge zu absolvieren, bleibt Ramzi Binalshibh in Deutschland, verwischt Spuren und überweist Geld in die USA. Viermal versuchte der Jemenit ohne Erfolg, sich ein US-Visum zu beschaffen. Viermal scheiterte er. Manche Ermittler gehen davon aus, dass er eine der Maschinen fliegen sollte, die am 11. September 2001 zu zivilen Bomben wurden.

Am 5. September 2001 verlassen Binalshibh und weitere Mitstreiter Deutschland. Angeblich hatte Atta Binalshibh am 29. August 2001 aus Amerika angerufen und das Datum des Anschlags übermittelt: "Zwei Stöcke, ein Strich und ein Kuchen mit einem Stock nach unten. Was ist es?" Das Zeichen, dass die Anschläge am 11. September stattfinden würden. Zeit für die Helfer in Deutschland unterzutauchen.

Den Inhalt des Gesprächs kennt man angeblich von Ramzi Binalshibh persönlich. Zum Jahrestag der Anschläge sendete der arabische Fernsehsender al-Dschasira ein spektakulär angekündigtes Interview mit Binalshibh und dem Operationschef von al-Qaida, Chalid Scheich Mohammed.

Ist das Interview echt, so hat al-Qaida damit nicht nur die Zerstörung der US-Botschaften in Kenia und Tansania (1998) und den Angriff auf das US-Kriegschiff "USS Cole" im jemenitischen Hafen von Aden (2000) zugegeben, sondern sich auch offiziell zu der Anschlagsserie in New York und Washington bekannt. Pünktlich zum Jahrestag schilderten die Qaida-Größen detailliert, wie die Planung vonstatten gegangen sei, "die Zellen untereinander und mit dem Generalkommando in Afghanistan zu verbinden, bis die Zellen bereit waren zur Durchführung", wie die Ziele ausgesucht worden seien und welche Geheimsprache man verwendet habe. In anderen Worten: Al-Qaida plauderte ihre Arbeitsweise und ihre Verschleierungsmechanismen aus.

Die neuen Offenbarungen von al-Dschasira schienen nicht nur zu bestätigen, dass Scheich Mohammed der verantwortliche Planer in Afghanistan gewesen war, sondern passten auch zu dem neuen Bild, das sich Sicherheitsbehörden von Binalshibh gemacht hatten. Dieser sei "in der Hierarchie der Attentäter sehr weit oben anzusiedeln". Anders als man anfangs dachte, habe Binalshibh "über Atta gestanden", sagte ein hochrangiger deutscher Sicherheitsbeamter der Süddeutschen Zeitung (14.9.02).

Am 14. September 2002 schlug dann wie eine Bombe ein, wovon das BKA zwei Tage vorher schon vom FBI informiert worden war: Bereits am 11. September sei Ramzi Binalshibh im pakistanischen Karachi verhaftet worden - überrascht im Schlaf, während der ersten von drei Razzien pakistanischer Sicherheitskräfte. Erstaunlicherweise soll der Gesuchte erst abends mit Hilfe von "US officials", durch den Abgleich mit in Deutschland genommenen Fingerabdrücken, identifiziert worden sein.

Anfängliche Berichte, dass Scheich Mohammed bei der Razzia getötet oder gefangen genommen worden sei, haben sich bis heute nicht bestätigt. Nach einem Gerangel um die Auslieferung zwischen Deutschland und den USA wurde Binalshibh angeblich zwecks Verhör zur Spezialbehandlung in ein Drittland gebracht. Unter Berufung auf US-Ermittler berichtete der SPIEGEL (39/2002), Binalshibh habe das Bekenntnis zu den Anschlägen wiederholt, habe aber keine Ahnung, wo Osama bin Laden stecke. Aktuell meldet die Washington Post, Binalshibh liefere im Verhörabgleich mit anderen inhaftierten Qaida-Größen "brauchbare Informationen". Einmal mehr liegen dem Bericht jedoch anonyme "US officials" als Quellen zugrunde.

Ein gutes Jahr nach 9/11 macht einem ein altes Problem zu schaffen: Mann kann die Informationen nicht überprüfen, ist angewiesen auf höchst parteiische Quellen, die allzu oft bereits beim Lügen erwischt worden sind, wenn es nur ihren Interessen dient. Ein Jahr nach den Anschlägen ist zumindest eins klar: Die Bush-Administration braucht dringend Erfolge im Krieg gegen den Terrorismus - auch, um von dem systematischen Versagen ihrer Geheimdienste abzulenken.

Skepsis ist angebracht

Dass Binalshibh ausgerechnet am Jahrestag verhaftet worden sein soll, ist schon ein Zufall, der fast zu gut ist, um ihn zu glauben. Anders als erwartet, handelte es sich bei dem von al-Dschasira ausgestrahlten Interview mit den Qaida-Leuten nicht um Videoaufnahmen, sondern lediglich um eine Tonaufnahme. Die Interviewszenen wurden nur nachgestellt. Scheich Mohammed wurde sogar nur von dem Interviewer Yusri Foda zitiert.

Das Interview soll bereits im Juni 2002 stattgefunden haben. Man geht heute davon aus, dass Zielfahnder Binalshibhs zeitweiligen Aufenthaltsort feststellen konnten, da Foda sein Mobiltelefon mit zum Interviewtermin genommen haben soll. Dieses soll Scheich Mohammed damals schon beunruhigt haben. Nach dem Interview, so Foda, musste er schwören, nicht zu verraten, wie Binalshibh und Scheich Mohammed heute aussähen.

Warum sollten die Terroristen einen Journalisten eigentlich direkt zu sich ins Versteck eingeladen haben? Hätte man nicht selber eine Videokassette produzieren können, wie dieses angeblich schon so oft passiert ist? Das Risiko wäre viel geringer gewesen. Übermut ist die gängige Begründung für das risikoreiche Unterfangen.

Der Terrorismus-Experte Rolf Tophoven meint, die Dschihadisten hätten mit der Wortmeldung sagen wollen, "Wir sind aktiv." Tatsächlich sendete al-Dschasia kurz vor dem Jahrestag auch eine angebliche Wortmeldung Osama bin Ladens. Eine Stimme, ähnlich der des Terroristenführers, pries darin die Taten der 19 mutmaßlichen Hijacker, ihre Namen und Geburtsorte. Die CIA ließ verlautbaren, bin Laden sei nicht kürzlich aufgenommen worden. Eine weitere, nicht datierbare Aufnahme zeigte bin Laden und im Hintergrund eine Explosionswolke. Laut Foda habe Scheich Mohammed ihm gegenüber auch von bin Laden in der Vergangenheitsform gesprochen. Dieses hätte ihn glauben lassen, dieser könnte tot sein. Ist al-Qaida so stark geschwächt, dass man ein Zeichen der Stärke für notwendig hielt?

In der Tat hatten viele Ermittler damit gerechnet, dass al-Qaida zum Jahrestag einen neuen Anschlag durchführen würde. Außer medial geschürter Hysterie und offenbar inszenierter Bedrohung geschah jedoch nichts. Somit bleibt der Anschlag auf die Ghriba-Synagoge auf Djerba im April 2002 die letzte Tat der Qaida - ein "kleiner" Anschlag verglichen mit dem Overkill in New York.

Auch eine angeblich neue Wortmeldung Osama bin Ladens kann das mittlerweile zehn Monate alte Rätsel nicht lösen helfen, ob dieser eigentlich tot oder lebendig ist. Nach Informationen der arabischen Zeitung Al-Sharq Al-Awsat soll er Binalshibhs angebliche Verhaftung kommentiert haben. Dieses mal hätten seine Gegner einen Punkt gemacht, doch seine Anhänger sollten Geduld haben. Die einzig gültige Aussage, die man hieraus ziehen kann, ist, dass unüberprüfbare Quellen nicht immer amerikanisch sein müssen.

Unüberprüfbar ist auch die amerikanische Verlautbarung, dass Mohammed Atta und Ramzi Binalshibh im Dezember 1999 die große Ehre gehabt hätten, von Osama bin Laden persönlich empfangen worden zu sein. An diese "neuen Informationen" seien US-Ermittler durch "Interviews" mit gefangenen Qaida-Mitgliedern gekommen. Ob dabei ein Plan für Anschläge besprochen worden sei, wisse man jedoch auch nicht. Unstrittig ist somit nur, dass die beiden zu diesem Zeitpunkt in Afghanistan gewesen sein müssen. Was sie dort taten, liegt weiterhin jenseits des schwarzen Lochs.

Was Binalshibhs Verhaftung angeht, bleiben Zweifel, solange die Amerikaner den Beweis nicht liefern, dass es sich bei dem Verhafteten tatsächlich um den 30jährigen Jemeniten handelt. Wenn die Person mit dem blauen T-Shirt, die auf den Bildern der Verhaftung zu sehen ist, Binalshibh ist, dann kann man ihn darauf jedenfalls nicht erkennen. Irritierend ist außerdem, dass bis heute keine neuen Bilder des angeblich Inhaftierten existieren, was ein leichtes gewesen wäre. Dem SPIEGEL gegenüber identifizierten zwar zwei Hamburger, die Binalshibh kannten, dass es sich bei der al-Dschasira-Aufnahme um dessen markante Stimme handele, was aber immer noch nicht dessen Verhaftung verifiziert.

Dubiose Stellungnahmen

Auch vermeintliche Qaida-Videoaufnahmen, die al-Dschasira in der Woche vor dem angeblichen Binalshibh-Interview veröffentlichte, hinterlassen einen schalen Nachgeschmack. Man sieht dort zum Beispiel, wie eine Runde Turbanträger sich unterhält. Al-Dschasira meint, darin vier der 19 vom FBI genannten Hijacker identifiziert zu haben: Ahmed al-Nami, Hamsa al-Ghamdi, Ahmed al-Ghamdi und Wail al-Shari. In anderen Einstellungen sieht man z.B. eine Hand über einem Washingtoner Stadtplan, auf dem das Pentagon hervorgehoben ist, oder andere anonyme Hände Flughandbücher wälzen. Wer hier welche Aufnahmen zusammengeschnitten haben könnte, lässt sich den Bildern leider nicht entnehmen.

Bisher existieren nur zwei Videoaufnahmen, auf denen als Hijacker identifizierte Personen in Bild und Ton zu sehen und hören sind. Auch hier gibt es Ungereimtheiten: Eine aktuelle Aufnahme zeigt aller Wahrscheinlichkeit nach den mutmaßlichen Hijacker Abd al-Asis al-Umari. Dieser saß nach Angaben des FBI in der Maschine, die den Nordturm des World Trade Centers rammte. Auf dem angeblichen Qaida-Video ist in al-Umaris Hintergrund jedoch das im Wiederaufbau befindliche Pentagon montiert. Wusste der vermeintliche Qaida-Cutter nicht, welcher der Helden in welcher Maschine saß, oder beabsichtigte der Monteur, dass man sich mit der Frage aufhält, warum der Hintergrund falsch ist?

Bereits im April 2002 strahlte al-Dschasira ein vermeintliches Geständnis aus. Ein erstes Mal sah man Osama bin Laden die 19 Namen preisen. Zudem sprach offenbar der mutmaßliche Hijacker Ahmed al-Hasnawi in die Kamera, es sei nun Zeit, "Amerikaner auf ihrem eigenen Boden zu töten". Wer das als Beweis für al-Qaidas Verantwortung nehmen wollte, ließ sich auch nicht davon abhalten. Andere blieben skeptisch. Auch hier ist der Aufnahmezeitpunkt der Videoschnipsel unklar. Zudem nahm al-Hasnawi weder Bezug auf al-Qaida noch auf den 11. September.

Bezüglich des Ausplauderns ihrer Arbeitsweise und Verschleierungsmechanismen durch al-Qaida-Mitglieder stellt sich die Frage, warum sie dieses eigentlich hätten tun sollen. Binalshibh soll nicht nur erzählt haben, welche Codewörter für welche Ziele verwandt und wie Namen verschleiert worden seien. Auch offenbarte er Verfahren konspirativer E-Mail-Kommunikation. Nicht zuletzt konnte man erfahren, wie Osama bin Laden Hinweise auf bevorstehende Oparationen per Video-Botschaft verschlüsselte.

Fand das Interview (so) überhaupt statt? Desinformation? Wessen Desinformation? Bemerkenswert ist: Die USA hätten die vermeintliche Qaida-Propaganda, die bisher sehr oft über al-Dschasira gestreut wurde, vermutlich gar nicht anders gemacht. Sie bestätigt scheinbar alle bisherigen amerikanischen Befürchtungen, von Angriffen auf Kernkraftwerke bis hin zu versteckten Videobotschaften, und dient somit amerikanischen Kommunikationszielen. Wenn man also hier in die Irre geführt werden soll, dann ist die unkritische Berichterstattung über die vermeintliche Enthüllung den Propagandisten dienlich.

Was man (nicht) weiß

Heute weiß man, dass al-Qaida eine zentrale Rolle gespielt hat, die sich langsam als Indizienpuzzle offenbart. Scheinbare Geständnisse, zumal in Form manipulierbarer Videoaufnahmen, haben sich nie dem Manipulationsverdacht entledigen können und sollten sowieso nicht als Beweis gelten (vgl. Worte in den Mund gelegt).

Mehr Licht hat man ins Dunkel um die mutmaßlichen Täter bringen können. Den Keim der Hamburger Zelle www.ndrtv.de/panorama/20020829/ermittlungen.html bildet laut Generalbundesanwalt Kay Nehm gemeinsamer Hass gegen Amerika und das Weltjudentum. Im November 1999 soll dann der Zeitpunkt gewesen sein, an dem man beschloss, dem Hass durch Taten Ausdruck zu verleihen.

Ermittler gehen davon aus, dass Atta und sein Umfeld, nachdem sie als Islamisten mit Terrorismus-Potenzial erkannt worden waren, für Qaida-Trainingscamps rekrutiert worden waren. Ob dort die Idee zu den Anschlägen entstand oder ob die Hamburger sie schon vorher hatten, ist unklar. Die Zelle hätte dann aber weitestgehend autonom gearbeitet. Die Logistiker (u.a. Binalshibh) hätten den Kontakt nach Afghanistan gehalten und den Piloten den Rücken freigehalten. Die Schläfer-Theorie und die Suche nach dem Mastermind, das sozusagen die Schläfer aktivierte, ist längst verworfen worden.

Nach einem Jahr Ermittlungen und Recherchen sei man "ein großes Stück weitergekommen", sagt Thomas Berndt, der bei Panorama die Ermittlungen verfolgt, gegenüber Telepolis. Und "wenn das wirklich Binalshibh ist, den sie da festgenommen haben, und wenn der redet, dann wird's natürlich hochinteressant." Ganz aufklären würde man das Verbrechen aber nicht können.

Zu viel ist nicht bekannt und zu viel vermeintlich Bekanntes ist nicht überprüfbar. Wichtige Leute sind untergetaucht. Die komplette Genesis des 11. Septembers ist nicht bekannt. Wessen Idee war es? Welchen konkreten Anteil hatte Osama bin Laden? Welche Rollen spielen saudischer und pakistanischer Geheimdienst? Gab es Mitwisser?

Die CIA hält dicht

Nachdem mittlerweile sogar im ZDF zu hören war, dass die Anschläge hätten vermieden werden können, steht die womöglich größte Überraschung - die Antwort auf die Frage aller Fragen - noch bevor: Wie war es möglich, dass die mutmaßlichen Hijacker unbehelligt ihren Plan vollenden konnten, obwohl man ihnen längst auf der Spur war? Die Zeit hat in einem lesenswerten Dossier jüngst veröffentlicht, wie erschreckend weit man den mutmaßlichen Hijackern auf der Spur war.

Bestätigt ist mittlerweile ein Bericht von Newsweek, dass die CIA die beiden mutmaßlichen Todespiloten Nawaf al-Hasmi und Chalid al-Midhar bis August 2001 in den USA sich frei bewegen ließ, obwohl diese bereits seit Anfang 2000 als Qaida-Terroristen identifiziert waren. Zumal lag spätestens seit 1999 die Einschätzung vor, dass "Selbstmordattentäter von al-Qaida mit Sprengstoff vollgestopfte Flugzeuge in das Pentagon, das CIA-Hauptquartier oder das Weiße Haus abstürzen lassen können".

Erst nach 18 Monaten übermittelte die CIA dem FBI ihre Erkenntnisse. Letztendlich betraten laut FBI beide Terroristen mit ihren echten, zur Fahndung ausgeschriebenen Namen Flug AA77, der am 11. September 2001 traurige Berühmtheit erlangen sollte. Später berichtete Newsweek, ein FBI-Informant hätte mit den gesuchten tatsächlich zusammen gewohnt. Wäre das FBI früher informiert worden, hätte man nach Angaben eines hohen Beamten "ohne Zweifel alle 19 Hijacker aufdecken können".

Doch nicht nur in den USA war man den Terroristen auf der Spur. Schon länger war Ermittlern wie investigativen Journalisten bekannt, dass Mohammed Hady Tatari, der Sohn des Besitzers der Hamburger Firma Tatex Trading GmbH, Gründungsmitglied der Islam AG und gelegentlich Besucher in der Marienstraße gewesen ist. Mitte September 2002 berichtete dann der FOCUS (38/2002), Tatex sei ein Spionagestützpunkt des syrischen Geheimdienstes unter Leitung des Firmenchefs Abdul-Matin Tatari gewesen. Ein syrischer Agent war demnach im direkten Umfeld der Hamburger Terrorzelle platziert. Ermittlungen der Generalbundesanwaltschaft seien nach 9/11, als ohnehin schon alles zu spät war, vom Kanzleramt ausgebremst worden, um die syrischen Beziehungen nicht zu belasten.

Der Geheimdienst-Experte Erich Schmidt-Eenboom bestätigte gegenüber Telepolis, dass Deutschland und Syrien "enge Partnerdienstbeziehungen" unterhalten. Neben "Beschaffungen" gehöre zu den Aufgaben auch das Ausspionieren und die Kontrolle von islamistischen Vereinigungen und Oppositionsgruppen. Schmidt-Eenboom geht davon aus, dass der syrische Nachrichtendienst weder Attentatspläne noch Stoßrichtung kannte. Man müsse jedoch fragen, "wenn die Partnerdienstbeziehungen so eng waren, was ist dann an Informationen zu den deutschen Diensten gewandert? Und ist es möglicherweise beim BND hängen geblieben oder sind die Verfassungsschutzbehörden auch unterrichtet worden?"

Die Frage ist aber auch, ob die deutschen Dienste etwas mit Informationen der Syrer hätten anfangen können. Die CIA wusste nämlich seit Januar 2000, dass Ramzi Binalshibh mit al-Qaida in Verbindung stand und sich in Hamburg aufhielt. Doch darüber wurde ja nicht einmal das FBI informiert.

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