Thank you very much, Mr. Roboto
A.I. oder I.A.?
Dr. Kerstin Dautenhahn und Iain Werry wollen, wie New Scientist berichtet, autistischen Kindern die Grundlagen der Interaktion mit Hilfe von sozial-intelligenten Agenten nahe bringen.
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Die Erfahrung zeigt, dass Menschen mit autistischen Symptomen sehr natürlich mit Technik umgehen, oft selbstverständlicher und besser als so genannte normale Menschen. Als vorhersehbar, gut strukturiert und sicher empfinden sie Computer, Menschen hingegen als rätselhafte Lärmmaschinen, aus denen jeden Moment Chaos hervorbrechen kann. So ist die Idee nicht neu, den Computer und das systematische Denken bei der Therapie von Autismus einzusetzen: Programmierer und Computerwissenschaftler wissen, dass es viel schwerer ist, einem Computer bestimmte einfache Handlungen beizubringen als einem Kind. Ein autistisches Kind sei hierbei, so der russische Forscher Boris Galitsky, einem Computer vergleichbar. Aus alltäglicher Perspektive sei es sehr schwer, ihm etwas scheinbar grundlegendes klar zu machen. Deswegen gibt es beispielsweise eine neue Technologie, die autistische Kinder dergestalt "programmiert", dass sie nachvollziehen können, wie andere Menschen denken. In dieser Technik werden bestimmte Regeln mit verschiedenen Variablen in einem Axiomensystem immer wieder durchgespielt (vgl.Ups....falscher Planet!).
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Autisten fehlt die "Theory of Mind", wie Psychologen es nennen, die Fähigkeit, Gefühle und Gedanken anderer zu erkennen. Während beim Autismus im Sinne Aspergers die Probleme der Wahrnehmungsverarbeitung im Vordergrund stehen und weniger Probleme des Denkens und der geistig-intellektuellen Funktionen, kommen bei der aus Rain Man bekannten autistischen Störung, wie sie Leo Kanner beschrieben hat, schwerwiegende kognitive Funktionsbeeinträchtigungen hinzu, die Übergänge zwischen beiden fließen. Gesichtsausdruck und Mienenspiel auf ihren emotionalen Inhalt hin zu entschlüsseln, beispielsweise, wenn entsprechende Fotografien vorgelegt werden, ist für jemanden, der sich im autistischen Spektrum bewegt, eine schwierige bis unlösbare Aufgabe (vgl.Die Geek-Autismus-Connection).
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Das Ein-Kind-und-ein-Roboter-Szenario stand am Anfang der Experimente des AuRoRA Projektes (Autonomous robotic platform as a remedial tool for children with autism)von Dr. Kerstin Dautenhahn und Iain Werry, später kam auch die Interaktion zwischen mehreren Kindern dazu. Der Agent, der in der klassischen A.I.-Situation gedrillt wird, auf unterschiedliche gesellschaftliche Handlungskontexte angemessen zu agieren, soll nun umgekehrt genau dies einem Menschen beibringen, der - in gewissem Sinne -, roboterähnlicher ist als er selbst. Einem Menschen, der noch dazu desto mehr Vertrauen in den Roboter setzen wird, je weniger dieser äußerlich einem Menschen ähnelt. Denn ein menschliches oder menschenähnliches Interagens, ein Humanoid würde ein autistisches Kind ängstigen, so wie es die meisten Menschen gemeinhin tun. Hier könnte also zunächst diejenige "Puppe" das Lieblingsspielzeug werden, welche auf das optische Puppenschema (große Augen, flauschig) verzichtet und einfach nur aussieht wie ein Gerät. Ein Gerät, das im Fall des Aurora-Roboters, die Funktion eines Lehrers und die eines Mediators übernimmt, indem es soziale Interaktion trainiert, erleichtert und ermutigt. Da es dabei aber nach festen Regeln agiert und in einem gewissen Rahmen vorhersehbar bleibt, wird es das autistische Kind nicht einschüchtern, wie es ein Mensch tun würde.
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Der Roboter, welcher ungefähr aussieht wie eine Küchenwaage auf Rädern mit einem kopfähnlichen Aufbau, der zu Augenkontakt auffordern soll, besitzt Wärmesensoren, die ihm anzeigen ob ein lebendes Wesen in der Nähe ist und Stoßstangen, die ihn zum Umdrehen bewegen, wenn er gegen etwas anrollt. Ganz einfache "Spiele" wie Nachlaufen, Zurückweichen und die Richtung wechseln sind Grundlagen von Interaktion und letztlich auch verbaler Kommunikation. Eines der Hauptmerkmale bei Autisten ist beispielsweise das Monologisieren, die Unfähigkeit im Gespräch zu reagieren oder die Richtung zu wechseln. Ob und wie viel dieser Ansatz den Kindern bringt, ist wissenschaftlich noch nicht klar.
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Doch von gewissen Fortschritten ermutigt, arbeitet Dautenhahn nun gemeinsam mit dem "Roboticisten" Aude Billard doch auch an komplexeren, humanoiden Robotern. Der Mensch ist ein Homo imitans, so Dautenhahn. Robota verfügt über mehr soziale Kompetenz als die rollenden Küchenwagen, reagiert auf Bewegung und sogar auf einzelne Gesten, welche sie imitiert, allerdings nur wenn man ihr in die Augen blickt, womit die nonverbale Kommunikation gestärkt werden soll. Möglich, dass die Therapie dazu führt, dass autistische Kinder Imitations- und Einfühlungsvermögen lernen und noch dazu generalisieren, d.h. die künstliche Sozialität aus dem Spielfeld in einen realistischen, zwischenmenschlichen Zusammenhang transportieren können. Es ist aber ebenso gut möglich, dass die Vorhersehbarkeit des "Therapeuten" den repetitive und monotone Aktivitäten liebenden Patienten zum noch größeren Kontrollfreak macht.
http://www.heise.de/tp/artikel/13/13601/1.html- Richtig (18.11.2002 12:04)
- ... Gordon (16.11.2002 13:45)
- ne ne... (15.11.2002 19:00)
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