15 Jahre Nigeria-Connection

Ernst Corinth 22.01.2003

Ihre schönsten Märchen sind jetzt im Netz nachlesbar

Wohl jeder hat schon mal von der so genannten Nigeria-Connection Post erhalten. Früher sind die betrügerischen Angebote noch als Brief gekommen, dann per Fax und seit einigen Jahren per Email. Versprochen wird seit 1988 immer das Gleiche: Millionen von Dollar, die man angeblich erhält, wenn man einem Geschäftsmann hilft, Geld ins Ausland zu transferieren. Und seitdem sich das Internet als Medium etabliert hat, scheint das Geschäft mit dem Betrug so zu boomen, dass inzwischen selbst das Berliner Auswärtige Amt davor im Internet ausdrücklich warnt.

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Und die Zahlen sprechen tatsächlich für sich: Nach einem Bericht ist 2001 im Internet ein Anstieg der Betrugsversuche um 900 Prozent verzeichnet worden. Allein von der Schweiz aus, schreibt die Schweizer Sonntagszeitung, sollen jährlich bis zu zehn Millionen Franken in die Hände der Nigeria-Connection fließen. Und inzwischen soll der international aufgezogene Betrug sogar die drittgrößte Einnahmequelle Nigerias sein.

Zwar gibt es mittlerweile Versuche, die Betrüger auch vor Ort zu verfolgen, aber wie hilflos die lokale Justiz offenbar agiert, lässt sich ebenfalls in dem Bericht des Schweizer Blattes nachlesen. Doch man kann sich dem Problem auch auf andere, ja auf literarische Weise nähern. Was die Betrüger sich nämlich an Geschichten ausdenken, um den Leuten das Geld aus den Taschen zu ziehen, das ist schon beinahe phantastisch. Obwohl sie dabei bisweilen so schnell die Identität wechseln, dass sie bei den von ihnen erfundenen Biographien und menschlichen Tragödien oft selbst nicht mehr so recht durchblicken.

Auf einer eigens eingerichteten Website hat der Schockwellenreiter nun die schönsten Märchen der Nigeria-Connection veröffentlicht. Eine vergleichbare Sammlung findet man auch bei Scamorama.com. Dort gibt es aber noch zusätzlich ein Forum über Fake Bank Scams, also über Banken, die nur im Internet existieren, um den erhofften Kunden dadurch Seriosität vorzugaukeln. (siehe z.B. den BBC-Bericht Fake bank website cons) Dabei orientieren sich die Fälscher in einigen Fällen sogar an dem Namen real existierender Banken oder sie benutzen das für Online-Banken übliche Web-Design.

Und wer sich jetzt mal die Seiten der Monarch International Bank PLC anschaut, der bekommt bestimmt sofort Lust, in diesem ordentlich und sauber eingerichteten Geldinstitut ein Konto zu eröffnen. Aber auch diese Bank findet sich leider auf der Liste, die im Zusammenhang mit der Nigeria-Connection 505 zweifelhafte Unternehmen nennt. Also dann doch lieber ein Sparbuch bei der Sparkasse...

http://www.heise.de/tp/artikel/13/13999/1.html
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