Bei der Mediengeneration nimmt die körperliche Fitness drastisch ab

Florian Rötzer 13.03.2003

Eine Fitness-Studie bei deutschen Kindern und Jugendlichen sieht die Ursache bei den Medien

Wenn eine bundesweit durchgeführte Überprüfung der Fitness von deutschen Kindern und Jugendlichen zutrifft, dann gehen wir mit Riesenschritten auf den Homo sedens zu (Vom homo sedens und anderen Mißbildungen). Weil die vor den Fernsehern und Computern sitzende Generation sich immer weniger bewegt, nimmt die körperliche Fitness kontinuierlich ab.

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Bei den 10- bis 14-Jährigen ging in den letzten beiden Jahren die erfasste Fitness bei den Jungen angeblich um 20 Prozent, bei den Mädchen gar um 24 Prozent zurück. Besonders auffällig sei dies bei der körperlichen Koordination und der Ausdauer. Besser schneiden allerdings die Jugendlichen ab, die in den Schulen drei Stunden und mehr Schulsport haben. In den Genuss dieses Angebots oder dieser Zwangsveranstaltung zur körperlichen Aktivität kommen aber nur 37 Prozent der Schüler.

Angeblich will die Hälfte der Kinder und Jugendlichen mehr Sport treiben. Doch offenbar wird der geäußerte Wunsch, der natürlich vor allem von den Inaktiven stammt, nicht wirklich umgesetzt. Hier würden, so Hans Jürgen Ahrens, der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, attraktive Angebote fehlen, zudem sei es schwierig, die körperlich Trägeren dauerhaft "an den Sport heranzuführen": "Gerade bei ihnen wird der Wunsch nach mehr Sport häufig von konkurrierenden Freizeit-Aktivitäten, demotivierenden Erfahrungen im Schulsport, einer fehlenden Heranführung an geeignete Sportarten sowie unzulänglichen Angeboten verdrängt."

Ob nun die mangelnde Attraktivität der Sportangebote, die in den Vereinen herrschenden Strukturen oder die Verführung durch Medien in der automobilen Gesellschaft hauptsächlich zum Problem der sinkenden Fitness und damit zu vermutlich sich vermehrenden körperlichen Spätfolgen mangelnder Bewegung beitragen (Erster Fall von e-Thrombose), wird vom Sportbund jedenfalls vor allem den Medien zugeschrieben: "Computer und TV setzen Kindern zu ist dort die These.

Dass exzessiver Fernsehkonsum oder lange Sitzungen am Computer nicht nur psychische, sondern auch körperliche Auswirkungen haben (Fernsehen macht träge und dumm), liegt natürlich auf der Hand und ist schlicht auch ein Zeitproblem im Verdrängungswettbewerb der Freizeitangebote(Am Tropf der Medien). Möglicherweise aber wird der Trend zur Inaktivität und Dickleibigkeit von verschiedenen Medien unterschiedlich gefördert (Höherer Stress, geringere Anfälligkeit für Dickleibigkeit). Überall in den westlichen Staaten nimmt die Dickleibigkeit auch unter Kindern und Jugendlichen zu. Das ist nicht nur ein Problem der Einzelnen, sondern auch der Gesellschaft, selbst wenn diese wirtschaftlich erst einmal durch Supersizing gewinnt (Supersize-Terror). Die Gesellschaft wird durch die bewegungsfaulen und fetten Bürger nicht nur mit höheren Kosten im Gesundheitssystem konfrontiert, sondern auch mit sinkender Verteidigungsfähigkeit. US-Präsident Bush hat daher bereits, schließlich sieht er seine Nation im Krieg, im Juni 2002 die HealthierUS Initiative gestartet, um seine Bürger wieder schlanker zu machen.

Der Trend scheint jedenfalls dahin zu gehen, die mangelnde Bewegung durch Hightech auszugleichen, um schließlich womöglich den biologischen Körper ganz zu ersetzen. Natürlich geht auch hier das Militär in der Cyborgisierung voran. Kampfpiloten werden chemisch fit gehalten (US-Kampfpiloten auf Speed) oder man sucht nach anderen Möglichkeit, die Soldaten wach und fit zu halten (Stets zu Diensten). Das aber sind sicherlich nur Übergangslösungen beim Umbau der Menschen. Computer, ferngesteuerte Fahrzeuge wie bewaffnete Drohnen, Roboter, Exoskelette (USA forschen an Starship Troopers) oder Vernetzung (Wie ein IMAX-Film direkt vor den Augen) sind weitere Schritte, bei denen der Mensch mit seinem mangelhaften nassen Körper und Gehirn anfangs noch in der Maschine in Form des Command-and-Control-Zentrums sitzt, bis diese sich von ihrem Steuermann löst und selbständig agiert.

http://www.heise.de/tp/artikel/14/14357/1.html
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