Die Helden und die Schurken
Mittlerweile lassen sich zum Nachspielen der Zeitgeschichte auch Bush, Hussein, Osama oder Blair als Puppen erwerben
Passend für die Darstellung der Zeitgeschichte und die Reaktion auf sie sind sicherlich nicht mehr Puppen, sondern am ehesten schon Computerspiele. Hier sind Bin Ladin und Saddam sowie ihre Gegner auch bereits verewigt bzw. virtualisiert worden, was ja nicht dasselbe sein muss.
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Der Irak-Konflikt und seine Folgen sind schon Thema einer interaktiven comic-haften Darstellung geworden (Gulf War 2 aka World War 2.5). Ironische Websites über die transatlantischen Spannungen und das Cowboy-Selbstbild patriotischer Amerikaner halten auch die brodelnden (Ver)Stimmungen fest (Die Cowboys und Cowgirls).
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Im Krieg gegen den Terrorismus und gegen Hussein durften wir schon lange mitmischen, es gibt mittlerweile sogar ein kleines Spielchen mit Waffeninspekteuren. Besonders schlecht geht es schon lange dem bösen Osama, der in vielen Varianten erschossen, gequält oder gejagt werden kann. Neu hingegen ist die Animation Time to bomb Saddam, in dem Bush und Powell feixend beschließen, Saddam zu bombardieren und ihm letztlich eine Bombe in den Hintern stecken - irgendwie ist dieser Krieg offenbar untergründig ziemlich sexuell aufgeladen. Die Flash-Animationan kann man an seine Freunde verschicken - möglichst wahrscheinlich nicht an die im Nahen Osten.
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Einige der Spieler des Irak-Konflikts können nun auch als Puppen erworben werden, um den Kindern die gegenwärtigen Medienhelden im Kampf zwischen Bösen und Guten näherzubringen. Die wichtigsten Figuren sind natürlich Saddam Hussein, George Bush und Usama bin Ladin, aber auch Tony Blair und Rudy Giuliani wurden in die Heldengalerie aufgenommen oder der "amerikanische Taliban" Walker.
Emil Vicale, der die Puppen über die Website Hero Builders anbietet, sei angeblich durch die Anschläge vom 11.9. "unglaublich ärgerlich" geworden. Bei Toy Builders kann man auch Puppen mit den Gesichtern von sich selbst oder anderen Personen mit Rapid Prototyping herstellen lassen, aber die Helden und Schurken sollen wollen das Geschäft ankurbeln.
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Zunächst hatte man nur die Guten wie Bush, Blair oder Giuliani angeboten. Der Erfolg scheint mager gewesen zu sein. Die Menschen brauchen die Bösen. Das belebt die Fantasie. Also fertigte der "unglaublich Ärgerliche" eben auch Osama und Saddam. Dann liefen die Geschäfte schon wesentlich besser. Und dann hatte er noch einen Einfall: Er steckte Usama in eine Barbie-Bekleidung.
Das fanden offenbar nicht alle nur lustig, wie die Hate Mails zeigen, aber mittlerweile gibt es noch weitere Kostüme. Gezeigt wird natürlich nur die "offizielle" amerikanische Version: Bush standardmäßig in Kampfanzug oder in T-Shirt mit einem Osama-Wanted-Poster bzw. einer "Präsidentenkleidung", Osama als Tunte in rosa Frauenkleidern oder Hussein in Sado-Maso-Ausstattung. Das gibt möglicherweise einen tiefen Blick in manche amerikanische Seele. Doch die Bekleidung ließe sich natürlich auch austauschen: mit Bush als Tunte oder Blair als SM-Adept.
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| Ein Vorschlag von Hero Building, die Puppen aufzustellen |
Neuester Gag sind sprechende Osama- und Bush-Puppen. Osama muss tuntenhaften Nonsense sprechen, Bush darf seine "I can hear you"-Sätze äußern. Aber im transatlantischen Sinne wäre die Galerie der Guten und Bösen im Irak-Konflikt sicherlich noch ergänzungsfähig. So fehlen Chirac und Villepin, Schröder und Fischer, Berlusconi oder Aznar, die man dann je nach Einstellung zu den Guten oder Bösen stellen und entsprechend bekleiden könnte.
http://www.heise.de/tp/artikel/14/14377/1.html- Ja, haben wir wohl (17.3.2003 9:49)
- Kommentare, die Zweite... :-) (16.3.2003 23:52)
- Dann haben wir da wohl (16.3.2003 13:12)
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