Reif für die Halbinsel?
al-Dschasira stellt englischsprachige Webseite online
"Objektive, ausbalancierte Berichterstattung und Analyse" verspricht die gestern online gestellte englischsprachige Webseite des katarischen Senders al-Dschasira, der während des Afghanistan-Feldzugs unabhängige Berichte zu produzieren imstande war und damit weltweit Aufmerksamkeit gewann.
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| al-Dschasira, Mainheader der englischsprachigen Webseite |
al-Dschasira (deutsch: Halbinsel) gilt als einziger politisch unabhängiger arabischer Satellitensender. Viele Länder, wie etwa Kuwait, Algerien, Bahrain und Saudi-Arabien boykottieren die in ihren Augen allzu freimütige Berichterstattung des katarischen Senders, der vor allem mit seinen populären hitzigen Debatten und Talk-Shows, bei denen "jeder sagen kann, was er will", für viel Wirbel in arabischen Regierungskreisen und in der breiten Öffentlichkeit gesorgt hat. So geriet der populäre Sender, der den "Dialog zwischen den Kulturen" ermöglichen sollte, gerade in den konservativen Bruderländern mehr und mehr in die Fänge einer traditionell restriktiven Medienpolitik (vgl. Al-Dschasira und die Rache der älteren Schwester). Aus dem Land gewiesen wurden al-Dschasira-Reporter in Jordanien und in Bahrein. Schwierigkeiten gab es auch mit dem Irak.
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Allerdings hatte sich al-Dschasira auch bei den USA unbeliebt gemacht, als der Sender während des Krieges aus Afghanistan frei berichtete und Videos von Bin Ladin zeigte (vgl.Sex, Religion und Politik). Vizepräsident Cheney bezeichnete ihn als "Propagandaplattform". "Versehentlich" wurde dann das Büro in Kabul durch eine amerikanische Bombe zerstört. Ähnliches wird auch für das Büro in Bagdad befürchtet. Zuletzt hatte al-Dschasira Aufsehen erregt, als er das Video mit den Forderungen der tschetschenischen Geiselnehmer von Moskau sendete, nachdem diese das Theater besetzt hatten. Zur Zeit brennt ein Streit um die gesendeten Bilder von amerikanischen Kriegsgefangenen in der Hand der irakischen Truppen (vgl. Französische Medienaufsichtsbehörde rügt al-Dschasira).
Seit gestern gibt es "dedicated to special coverage on Iraq" al-Dschasira online auch in englischer Sprache, die Inhalte werden laut Pressemitteilung unabhängig vom arabischsprachigen Schwestermedium produziert. Chefredakteurin Joanne Tucker, eine ehemalige, des Arabischen mächtige BBC-Journalistin, verspricht Artikel, die westliche Standards halten, jedoch eine neue Perspektive einnehmen.
Ob es dem Westen passt oder nicht, der Krieg gegen den Terror hat mindestens zwei Seiten. Wenn man sich auf eine Seite beschränkt, wird man zum Propagandainstrument. Das haben wir nicht vor.
Zu finden sind u. a. Augenzeugenberichte von Korrespondenten aus Bagdad, Basra oder Mosul. Lesenswert ist die Seite, allerdings stößt man vereinzelt auch auf extrem ärgerliche Artikel wie "Has Israeli lobby influenced this war?".
http://www.heise.de/tp/artikel/14/14462/1.html- "War _on_ iraq" ?? (4.4.2003 12:18)
- Gehackt von pro-USA Hackern --> http://english.aljazeera.net/ (27.3.2003 15:25)
- information warfare (27.3.2003 9:18)
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