Druckfrisch und sehr schön

Michaela Simon 11.04.2003

Der "Saddam-Dinar-Bubble"

Im November 1923 bekam man für einen Dollar 4, 2 Billionen Papiermark. In den Münchener Bierkellern, wo sich Hitlers erste Anhänger versammelten, wurde heftig gemurrt, was das denn für ein Land sei, in dem ein Bier eine Millionen Mark koste.[1]

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Eine Hyperinflation herrscht auch im Irak. Wechselkurse behaupten, ein irakischer Dinar sei etwa drei Dollar wert, was vor dem ersten Golfkrieg der Realität entsprach; sein realer Tauschwert ist laut US-Schatzkammer gleich null. Die Inflation betrug zwischen 1994 und 2001 jährlich 80,4 Prozent. Eine Taxifahrt um die Rente abzuholen kostete beispielsweise mehr als die Rente erbrachte (vgl. Embargos.de)

Seit Kriegsbeginn hoffen Spekulanten jedoch auf eine rasche Erholung des Ölstaates und seiner Währung, laut Berichten ein Grund für manche, sich "säckeweise" mit den Saddam-Scheinen einzudecken, die bei Ebay schon jetzt Furore machen. Als "Crisp" und "high collectible" preisen die Online-Aktionäre ihre Ware; 76 Dollar für einen 100 Dinar-Schein? Bei Ebay ist alles möglich. Auch beim deutschsprachigen Ebay kreisen schon die ersten Euro-Geier über den "druckfrischen", "sehr schönen", grünen oder roten Banknoten, alle mit Saddamkonterfei, das Bieten scheint jedoch noch nicht so ganz in Schwung gekommen. Wired stellt einen Dinar-Händler vor, der zur Zeit auf Ebay so viele Scheine verkauft, dass er nicht mehr zum Schlafen kommt. Diese "Diktator-Noten" hätten einen regelrechten "Saddam-Dinar-Bubble" ausgelöst. Und morgen der "Iran-Rial-Bubble"?

http://www.heise.de/tp/artikel/14/14580/1.html
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