Bewusste Täuschung oder reiner Zufall?

Ernst Corinth 22.04.2003

Bei CNN ist bei der Oscar-Verleihung am lautesten gebuht worden

Dass man seinen Augen nicht trauen darf, ist bekannt. Zu oft wurden und werden nicht nur in Kriegszeiten Fotos und Filme so manipuliert, dass sie einen bestimmten propagandistischen Zweck erfüllen. Dass man aber auch seinen Ohren nicht mehr trauen darf, hat bisher nur einer in aller Deutlichkeit öffentlich ausgesprochen: Der ehemalige irakische Informationsminister Saeed al-Sahaf, der auf einer mittlerweile legendären Pressekonferenz Journalisten verraten hat, dass der zuvor zu hörende Einschlag von Bomben in Wirklichkeit nur die Detonation von amerikanischen "Sound-Containern" gewesen sei.

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Wie sich allerdings später herausgestellt hat, haben die Journalisten-Ohren doch richtig gehört. Genau zugehört hat kürzlich auch Ellison Horne bei der Verleihung des Oscars an Michael Moore. Und dabei ist ihm aufgefallen, dass es Unterschiede gibt zwischen der Originalübertragung durch den Sender ABC und einem CNN-Beitrag. Obwohl augen- und sogar ohrenscheinlich das gleiche Material verwendet wird, fällt auf CNN nämlich das Buhkonzert, das Moores vehemente Bush-Kritik bei der Preisübergabe begleitet hat, tatsächlich wesentlich heftiger und lauter aus.

In einem offenen Brief äußert Ellison Horne nun den Verdacht, dass CNN den Beitrag manipuliert habe, um die Öffentlichkeit bewusst zu täuschen. Und er fordert wegen des vermeintlich unmoralischen Verhaltens des Senders eine öffentliche Untersuchung des Vorfalls. Außerdem hat Horne den Vorgang inzwischen online dokumentiert. Und wer sich die unterschiedlichen Beiträge anhört, kann tatsächlich den Eindruck erhalten, dass da jemand bei CNN schon ein wenig nachgeholfen habe. Der Sender allerdings bestreitet dies und nennt, wie auf Moorewatch.com zu lesen ist, diesen Vorwurf lächerlich.

http://www.heise.de/tp/artikel/14/14653/1.html
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