Ein Hühnchen überquert die Straße

Joachim Harimau 14.05.2003

Große Geister der Menschheit von Descartes über Stoiber, Bohlen und Schröder bis hin zum ehemaligen irakischen Informationsminister Sahhaf oder George Bush wurden von Telepolis nach dem Grund befragt

Die Szene: Ein Hühnchen am Rande einer Straße. Es überquert die Straße. Die Frage: Warum hat das Hühnchen die Straße überquert?

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Wir fragten große Geister der Menschheit.
Die Antworten:

Um auf die andere Seite zu kommen.

Es sucht Planungssicherheit im Freistaat.

Ob es will oder nicht, es ist seine Pflicht, die Straße zu überqueren.

Der Lauf der Geschichte folgt dem Weg der Emotionen und nicht dem Weg der Ratio. Das Hühnchen handelt immer in Übereinstimmung mit dem, was es wünscht.

Scheiße, entwischt, muss die Kontrollen verstärken.

Gesellschaft ist als ein Netzwerk kommunikativer Handlungen aufzufassen, das bedeutet, eine Aufforderung, jedes Hühnchen jederzeit zugleich als Zweck an sich selbst und niemals als bloßes Mittel zu gebrauchen, was weiter bedeutet, die Beteiligten sollten auch in Konfliktfällen ihre Interaktion in der Einstellung kommunikativen Handelns fortsetzen. Das Huhn folgt meiner Einladung zum Dialog der Ethikkommission

Das geklonte Huhn als verfehlte Reproduktionsleistung der Würde des Huhns.

Das Hühnchen ist die potenzielle Reinkarnation von Jürgen Habermas. Es folgt seinem Karma.

Straße kenne ich. Von Hühnchen nie gehört.

Hühnchen kenne ich von Kentucky Fried. Ein Hühnchen überquert die Straße? Will wohl was mit mir.

Die Tatsache, dass Sie sich damit beschäftigen, dass ein Hühnchen die Straße überquert hat, enthüllt ein starkes Gefühl latenter sexueller Unsicherheit.

Ein erneuter Beweis, daß unsere Reformpolitik greift.

Und Gott stieg vom Paradies herab und sagte dem Hühnchen

"Du sollst die Straße überqueren." Und das Hühnchen überquerte die Straße und Gott sah, dass es gut war.

Das Hühnchen hat vielleicht die Straße überquert. Aber noch nicht die Autobahn.

Ich habe dem Hühnchen drei Kugeln verpasst. Und es immer noch Angst vor mir.

Das war historisch unvermeidbar.

Ich habe diesem weißfedrigen Kaukasier drei Kugeln verpasst. Und er lebt immer noch.

Das Hühnchen hat die Straße nicht überquert, ich wiederhole, das Hühnchen hat die Straße niemals überquert.

Ich würde sagen, das Hühnchen ist einfach unordentlich. Aber ich werde mir darüber nicht die ganze Nacht den Kopf zerbrechen. George hat ohnehin die Antwort.

Wir haben die Opfer des 11. September nicht vergessen. Die Tatsache, dass das Hühnchen diese Straße ungestraft und trotz der Resolutionen der UNO überqueren konnte, ist ein Affront gegen die Demokratie, die Freiheit und die Gerechtigkeit. Ohne jeden Zweifel beweist es, dass wir diese Straße schon früher hätten bombardieren müssen.

Mit dem Ziel, den Frieden in dieser Region sicherzustellen, und um zu vermeiden, dass die Werte, die wir vertreten, nicht noch einmal durch diese Art des Terrorismus mit Füßen getreten werden, hat die Regierung der Vereinigten Staaten entschieden, 17 Flugzeugträger, 46 Zerstörer, 154 Kreuzer, 243 000 GIs, in der Luft unterstützt durch 846 Bomber, in die Region zu entsenden. Ihre Mission

Im Namen der Freiheit und der Demokratie jegliche Spur von Leben im Umkreis von 2.500 Meilen um die Hühnerställe auszulöschen. In einem neu aufzubauenden Land wird ein unter Aufsicht unserer Regierung demokratisch gewählter Hahn sicherstellen, dass niemals mehr ein Hühnchen die Straße überquert, aus dem einfachen Grund, weil es keine Straßen mehr gibt und die Hühnchen keine Füße mehr haben, mit denen sie auf unseren Werten herum treten könnten. Unsere Nation hat eine starke Mission

Hühnchen? Was für ein Hühnchen? Ich bin kein Hühnchen. Niemals. Alles was sie erzählen sind Lügen, Lügen, und noch mehr Lügen, ein Stück Propaganda aus der finsteren Seele dieses üblen Bandenführers Bush. Ich schlachte sie alle.

Die Gerüchte, ein Hühnchen habe im Bombenhagel bei der Überquerung der Straße den Tod gefunden, sind stark übertrieben.

Das Hühnchen, die Road, es hat sie überquert, weil ich weiß, dass es sie überquert, du siehst die Straße, das ist sein Leben, die Straße, das ist sein Gott, das ist das erfüllte Potenzial seines Lebens, und ich, Jean-Claude, wenn ich mich zur Ruhe bette, im Timecop, wenn der Truck ankommt, ich denke an das Huhn und an Gott und ich verbinde mich mit allem Potenzial des Lebens der Road! Und das, das ist schön!

Es ist auf dem WEG.

Der Autor dankt der französischen Wochenzeitschrift Marianne, Ausgabe vom 14. April 2003, für Anregungen zu diesem Beitrag.

http://www.heise.de/tp/artikel/14/14741/1.html
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