Massenvernichtungswaffen aus Deutschland

Michaela Simon 14.05.2003

Die Zigarettenepidemie: Internationale Online-Proteste gegen den "Krebskanzler"

Während die geplante Erhöhung der Tabaksteuer in den letzten Tagen die Schlagzeilen eroberte, blieb der Protest gegen die internationale Tabakpolitik der Bundesregierung so gut wie unkommentiert.

  • mobil
  • drucken
  • versenden
Bilder

Die FCTC, die Anti-Tabak-Konvention der WHO, ist eine gesetzlich verbindliche internationale Rahmenkonvention, welche eine Reihe allgemeiner Bestimmungen und Verpflichtungen und Maßnahmen zur Tabakkontrolle festschreibt, darunter Steuererhöhungen, Maßnahmen des Nichtraucherschutzes, verbesserte Verbraucherinformationen, Tabakwerbeverbote und die Bekämpfung des illegalen Handels mit Zigaretten.

Ab dem 19. Mai soll die FCTC in Genf verabschiedet werden. Die zur Zeit laufenden Online-Proteste richten sich gegen die "verantwortunglose" Haltung eines der größten Zigarettenexporteurs der Welt, nämlich Deutschland. Deutschland hat sich bei den Verhandlungen international weitgehend isoliert und blockiert wesentliche Schlüsselpunkte der Rahmenkonvention wie z.B. ein generelles Tabakwerbeverbot. Damit, so die Protestler, mache sich die Bundesregierung nicht zum Anwalt der Bürger, sondern vertrete die Interessen der Tabakindustrie. Laut WHO-Zahlen wird sich die Zahl der Todesopfer durch Tabakkonsum in den nächsten Jahrzehnten von fünf Millionen auf zehn Millionen jährlich verdoppeln. Die Schlusssätze der Petition, die direkt ans Kanzleramt geschickt wird, lesen sich wie folgt:

Ich bitte Sie, sich bei den Verhandlungen in Genf dafür einzusetzen, dass weltweit 1. Tabakwerbung generell verboten wird. 2. Die Gesundheit der Menschen Vorrang hat vor den wirtschaftlichen Interessen der Tabakindustrie. 3. Die Verwendung irreführender Begriffe wie "light" und "medium" für Tabakprodukte verboten wird. 4. Nichtraucher wirkungsvoll vor Tabakrauch geschützt werden.

Auch die USA stemmen sich gegen die FCTC: Kein Wunder, ist Philip Morris doch nicht nur größter Tabakkonzern weltweit, sondern auch das Unternehmen, welches der Republikanischen Partei die größten Spenden zukommen lässt.

Bestelladresse für den kostenlosen Weltbankbericht "Der Tabakepidemie Einhalt gebieten". Regierungen und wirtschaftliche Aspekte der Tabakkontrolle: who-cc@dkfz.de. Und jedes Jahr am 31. Mai ist WHO-Nichtrauchertag

http://www.heise.de/tp/artikel/14/14800/1.html
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Des Führers Arzt trifft des Satans nackte Sklavin

Subversive Arztfilme der 1950er - Teil 2

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen
Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
FOTOBLOG

Abgefahren

Auch der endgültige Stillstand gehört zur Dromologie

bilder

seen.by


TELEPOLIS