Assimilation Now

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In seinem Essay "As We May Think" machte sich Vannevar Bush auch darüber Gedanken, wie es weitergehen könnte, wenn Spracherkennung und Displays perfektioniert sind.

"Wann immer wir Daten schaffen oder aufnehmen, muss dies durch einen der Sinne vonstatten gehen -- durch den Tastsinn, wenn wir Tasten berühren, das Orale, wenn wir sprechen oder zuhören [sic], das Visuelle, wenn wir lesen. Wäre es nicht denkbar, dass wir eines Tages den direkten Weg gehen?"

Das Gehirn, so Bush, arbeite mit elektrischen Signalen - wie verschwenderisch sei es, zunächst Vibrationen zu erzeugen, um einen Ton hörbar zu machen, wenn man die gleichen Informationen direkt an das Hirn schicken könnte. Neurale Interfaces seien durchaus im Bereich des Denkbaren.

Die Borg, hier eines ihrer Raumschiffe als Schmuck für den Weihnachtsbaum, sind im Star-Trek-Universum eine hochtechnisierte Spezies von massiv vernetzten ultrabösen Maschinenwesen. Doch die Idee entstammt der menschlichen Fantasie

Jeder Fan des Star Trek Science-Fiction-Universums wird bei solchen Worten hellhörig: In der Welt von Captain Picard und Wesley Crusher sind die Oberbösewichte organisch-mechanische und stets miteinander vernetzte "Cyborgs", kurz "Borg" genannt. Ihr einziges Ziel ist die "Assimilierung" aller anderen Lebensformen ins kollektive Bewusstsein, um sich deren Wissen und ihre Kultur anzueignen. Winzige Nano-Roboter werden in den Blutkreislauf der Opfer injiziert, die daraufhin mechanisiert und Teil des kollektiven Systems werden.

Doch die Borg wurden bewusst als finstere, gewalttätige Kultur ohne Emotionen dargestellt. Die zugrundeliegende Idee des kollektiven Bewusstseins fasziniert und amüsiert gleichermaßen. War nicht der erste Schritt in diese Richtung bereits getan, als der erste Mensch ein verständliches Wort sprach? Ist nicht bereits das internationale Telefonnetz ein gigantischer Schritt zur Verknüpfung von Gedanken? Wenn tragbare Computer, PDAs und "smarte Telefone" schon bald allgegenwärtig sind, wenn Bandbreite verfügbar ist, um auch die emotional bedeutsamen Videoinformationen in Echtzeit zu transportieren, wenn die Software das jederzeitige, parallele Schaffen von Wissen erlaubt, wird es dann erste Borg-artige Subkulturen geben, die sich offen dazu bekennen, in einem Zustand der ständigen Vernetztheit zu leben? Sind solche Fantasien nur die Ausgeburt emotional vernachlässigter Hacker, die sich im Netz nach Wärme und Zuwendung sehnen? Oder sind sie ein unvermeidlicher, notwendiger Schritt für eine Zivilisation der nächsten technologischen Entwicklungsstufe? Über welche Kultur wird die Wikipedia von morgen schreiben?

Sobald die Vernetzung direkt und unmittelbar wird, sobald die Rede von Hirnen ist und nicht mehr von Menschen, wird manch ein Beobachter entsetzt das Weite suchen. Soziologen, die noch einen Realitätsbezug haben, werden dem Rest der Welt unterstellen, ihn nun offenbar vollständig verloren zu haben und sich entnervt dem Studium von Pantoffeltierchen zuwenden. Doch in der Geschichte der Menschheit gibt es wohl kaum ein Phänomen, das so unaufhörlich fortzuschreiten scheint wie die zunehmende Vernetzung unserer Kultur. Die Interaktion in virtuellen Ballerwelten hat für viele Jugendliche bereits das Fußballspiel abgelöst - werden eines Tages nur noch die Gehirne tanzen?

Erik Möller ist einer der Autoren der englischen Wikipedia und Mitentwickler der Wikipedia-Software "Phase III". Sein Gehirn beansprucht alle daraus resultierenden Schöpfungsrechte und nennt sich "Bob".

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Der ewige Pionier

Veni vidi wiki?

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