Den Kampf an der Heimatfront verloren

19.06.2003

Trotz Stacheldrahtgrenze: In den USA stellen die Latinos erstmals die größte Minderheitengruppe

Das Zensusbüro in Washington bestätigte das offene Geheimnis nun offiziell: Die Latino-Amerikaner bekommen ein immer stärkeres Gewicht in der amerikanischen Gesellschaft. Mit nunmehr 38,8 Millionen stellen sie die größte Minderheitengruppe und haben die 38,3 Millionen Afroamerikaner abgelöst. Deutlich dennoch der Abstand zur weißen Mehrheit: 236,2 Millionen der US-Bürger werden als "weiß" vom US-Zensusbüro geführt.

Doch die zunehmende Zahl führt zu großen Problemen in der "Neuen Welt" fernab des alten Europas: Weniger als die Hälfte der Bevölkerungszunahme bei den Latinos ist auf erfolgreichen inneramerikanischen Sex zurückzuführen. Der Großteil stammt aus dem benachbarten Mexiko. Vor den Migranten versuchen sich die Grenzstaaten mit verschiedensten Mitteln (Jagd auf illegale Einwanderer) und offensichtlich eher bescheidenem Erfolg zu schützen. Die Migranten sprechen nur selten Englisch, das Durchschnittseinkommen von Latinos liegt deutlich unter dem der weißen Bevölkerungsgruppe.

In Staaten wie Kalifornien kann man kaum noch von einer Minderheit sprechen: Dort machen die Latino-Amerikaner inzwischen mehr als ein Drittel der Einwohner aus. Doch die tatsächliche Zahl der US-Latinos ist sogar noch höher, als jetzt offiziell zugegeben: 3,5 Millionen Puerto Ricaner besitzen die US-Staatsbürgerschaft, werden jedoch in den Statistiken des Zensusbüros nicht berücksichtigt. Der Begriff "Latinos" ist generell sehr weit gefasst: Hispanics und Afrolatinos fallen genauso wie asiatischstämmige unter diesen Begriff.

Die Latinos werden sich über den zweifelhaften Ehrentitel "größte Minderheit" aber wohl nicht lange freuen können: Die demografischen Vorhersagen lassen die asiatischstämmige Population in wenigen Jahren an den Latinos vorbeiziehen.

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