Don't marry, be happy

10.07.2003

Wissenschaftler und Kriminelle haben etwas gemeinsam: sie leisten die beste Arbeit, wenn sie jung sind. Neben dem Alter ist auch das Eheleben eine "Geniebremse"

Der Wissenschaftler Satoshi Kanazawa hat sich die Biografien von 280 berühmten Kollegen angesehen und parallel dazu die Lebensläufe von zahlreichen Kriminellen studiert.

Nun scheint das Leben beider "Berufsklassen" ein roter Faden zu durchziehen: Sowohl kriminelle als auch wissenschaftliche Genies sind meist im gleichen Alter, nämlich noch recht jung, wenn sie ihre größten Coups landen. 65 Prozent aller (männlichen) Forscher und Verbrecher sind in ihrer produktivsten Phase jünger als 35. Kanazava, übrigens bekannt u. a. durch seine umstrittene These, dass man während des Fernsehen soziales Verhalten lerne, hat zur Veranschaulichung seiner neuen Arbeit hübsche Kurven gebastelt: die "age-genius curve", welche die "age-crime-curve" spiegelt. Auch die "Alter-Genie-Kurve" von Jazz-Musikern, Malern und Schriftstellern stimmt mit der "Alter-Verbrechens-Kurve" überein. Und eine Hochzeit übt laut Kanazava sowohl auf geniale als auch auf kriminelle Unternehmungen einen extrem bremsenden Effekt aus.

Kanazava wäre nicht Evolutionspsychologe, wenn er keine Erklärung für diese Synchronizität hätte. Verbrechen und Genie liegen nahe beieinander, weil beide dem gleichen durch die Evolution entwickelten psychologischen Mechanismus entspringen, welcher sie programmiert, in der Jugend besonders wettbewerbsorientiert zu sein und es später ruhiger angehen zu lassen. Doch es ist nicht nur das Alter: Mit Hochzeit und Kindern nimmt das Testosteron-Level stark ab, wodurch dieser psychologische Mechanismus noch die biochemische Mikrofundierung bekomme.

"Die Entdeckung der Doppelhelix oder ein Bankraub: alles nur Show für die Ladies", amüsiert sich der New Scientist, dessen neuer Ausgabe wir diese neue These zu verdanken haben. Oder wie Kanazava, dessen Alter wir leider nicht kennen (müssen wir vermuten, dass er die 35 schon überschritten hat?), es formuliert:

Männer tun alles, was sie tun nur damit sie Sex haben können.... Wenn Verbrechen und Genie dieselbe zugrunde liegende Ursache haben, dann ist es unwahrscheinlich, dass die soziale Kontrolltheorie (oder irgendeine andere spezifische Theorie über kriminelles Verhalten) erklären kann, warum Männer Verbrechen begehen und warum sie es lassen.

Zumindest gibt es nun etwas, das Frauen tun können, wenn sie die Welt verbessern wollen: heiraten Sie einen Kriminellen!

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