Mit G-Online gegen T-Online

Ernst Corinth 09.08.2003

Der Streit um das T nimmt absurde Formen an

Der Betreiberin von T-Wurst.de droht neuer Ärger. Noch bevor die Deutsche Telekom unter dieser Netzadresse groß in das Online-Wurstgeschäft einsteigen kann, plant eine Gruppe, die sich selbst @absurdum nennt, einen juristischen und ökonomischen Frontalangriff gegen das sympathische deutsche Familienunternehmen. Und dabei geht es natürlich mal wieder um die Frage: Wem gehört eigentlich das große T?

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Eine eigentlich absurde Frage, mit der sich dennoch die Gerichte beschäftigen müssen. So läuft gerade eine juristische Auseinandersetzung zwischen der Telekom und der Agentur Team-Konzept, die auch die Aktionswebsite www.free-t.de eingerichtet hat. Da auch die Agentur ein großes T im Firmen-Logo hat, könnte dies zu Verwechslungen führen, meint die Telekom und hat deswegen die Gerichte angerufen. Und wenn sich die beiden Parteien nicht doch noch einigen sollten, droht womöglich eine sündhaft teure Verbraucherbefragung, mit der das zuständige Kölner Landgericht herausfinden möchte, wie sehr die Bevölkerung das T mit der Telekom verbindet.

Letztlich sind wir juristisch gezwungen, das T zu verteidigen.

Die @absurdum-Gruppe sieht in der vermeintlichen Alleinbeanspruchung des großen T durch die Deutsche Telekom einen Verstoß gegen das Deutsche Grundgesetz Artikel 2 I, 3 I und 7 I und der Europäischen Konvention zum Schutz von Kulturgut § 18 I s.2. Für eine Berufung auf eine Eigentümerposition der Deutsche Telekom AG im Bezug auf den Buchstaben "T", heißt es dazu in einer Presserklärung der @absurdum-Gruppe, bleibe unter Zugrundelegung der Allgemeinzugänglichkeit als Zweckbestimmung (oder "Widmung") von Kulturgut kein Raum.

Daher denkt die @absurdum-Gruppe nun laut über eine Abmahnung der Telekom nach. Aber auch auf anderen Wegen will man dem Unternehmen Paroli bieten. So ist jetzt offensichtlich von einem "Kommando 'Gruppe zur Wahrung der Freiheig des deugschen Buchsgabens'" ein neues Kommunikationsunternehmen ins Leben gerufen worden. Es trägt den einprägsamen Namen G-Online und bietet all das, was auch die Telekom im Programm hat ­ nur eines findet man dort nicht: ein T.

http://www.heise.de/tp/artikel/15/15414/1.html
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