Füttere mich

RSS-Feeds und Co. für die Informationssüchtigen

Wer informiert sein will, hat es schwer - unzählige offizielle und inoffizielle Newsquellen warten darauf gelesen zu werden, fast jede Seite bietet diverse Mailinglisten und Newsletter an, jede neu ankommende Mail kann auch, wenn gewünscht, automatisch per SMS angekündigt werden. Aber was, wenn die favorisierte Seite gerade dann aktualisiert wird, wenn man dabei ist, sich durch eine ganz andere Seite zu wühlen. Oder - noch schlimmer, was, wenn man auch ab und an mal nicht im Netz surft, Mails verschickt oder sich im IRC oder Usenet über etwas aufregt und dadurch etwas verpasst?

  • mobil
  • drucken
  • versenden

Die Lösung ist einfach: RSS-Feeds. Schon schwieriger ist es, den Begriff zu erklären. Unzählige Erklärungen geistern durch das Netz, angefangen vom "Rich Site Summary" (diesen Begriff nutzte Netscape als es 1999 die Methode etablieren wollte, sich aber 2001 davon abwandte) über das von Userland.com präferierte "Really Simple Syndication" bis hin zu "RDF Site Summary". So verschieden die Namen, so gleich die Methode: wird etwas auf einer Webseite neu eingepflegt, so kann dies der nach Information heischende User sofort mitbekommen, so dass ihm hoffentlich noch viel weniger entgeht.

Obwohl RSS-Feeds nun wirklich keine Neuerung sind, erfahren sie in den letzten Wochen wieder ungeahnten Aufschwung und Seiten, die eine Anleitung für einen Feed bieten (wie z.B. Searchengine Watch sind heiß begehrt bei den "Technologie-Neulingen", bieten sie doch eine Möglichkeit, schnell und ohne hinderliche SMS oder Mail von Aktualisierungen zu erfahren bzw. diese zu verbreiten.

Einige sehen in den RSS-Feeds schon das lang ersehnte Mittel gegen SPAM, wieder andere wähnen das Ende der E-Mail allgemein nicht mehr weit. Aus dem Gedanken heraus, dass die bisherige "Push-Methode", die Spammer anwenden, einer "Pull-Methode" der Nutzer weicht. Hierbei dürfte aber auch die Bequemlichkeit eine große Rolle spielen sowie auch der Wunsch nach Kommunikation. "Mutual Feeds", also die Möglichkeit, über die Webseite allein zu kommunizieren, dürfte noch in weiter Ferne sein.

Der K-Newsticker unter der neuesten KDE-Version bietet schon als Standardeinstellung die Auswahl zwischen ca. 50 Informationsquellen, die auf dem eingerichteten Eckchen des Monitors die neuesten Nachrichten in Laufschrift zum sofortigen Anklicken und Lesen anbieten. Das Hinzufügen einer neuen Nachrichtenquelle ist ebenso einfach wie schnell erledigt und so ist es kein Wunder, dass sich mehr und mehr Seitenbetreiber dafür entscheiden, zumal die RSS-Feed-Technik auch Einzug auf dem IPod oder dem PDA hält.

Aber trotz allem bleibt die Gefahr des Informationsüberflusses bestehen. Sucht man sich nur etwa 20 Quellen heraus, so steigt die Gefahr, etwas gerade deshalb zu verpassen, logischerweise an. Parallel zum Bedarf steigt also auch der Wunsch nach effizienterer Quellenauswahl, auf dass man nicht jeden noch so banalen Artikel Aufmerksamkeit heischend den Monitor entlang tickern sieht. Für jemanden wie Luke Huttemann, der sich bisher 200 Quellen ausgesucht hat, ist also über kurz oder lang ein Tool unverzichtbar, das ihm den rechten Weg zu den wichtigen Nachrichten weist.

Neben der Möglichkeit der Selbstregulierung durch Filter bietet sich da dann ein Ranking-System an oder ein System, das an die Kaufempfehlungen bei Amazon erinnert. Hoffentlich kommt da dann kein Patentstreit dazwischen.

Der aufgeklärte Informationsjunkie von heute möchte nicht mehr selbst darüber nachdenken, wie er Nachrichten bekommt, sondern möchte diese sozusagen aufbereitet frei Haus bekommen. Und wenn erst entschieden wird, ob die Nachricht nun wirklich auf der als Newsquelle ausgesuchten Seite erscheint, der Nutzer noch selbst seine Filter definiert und schließlich noch die Nutzer-Community ihre Seelenverwandschaft entdeckt, dann dürfte es für jeden so einfach sein, wie es sich ein Mr. Burton schon jetzt vorstellt:

Ich suche mir 500 Newsquellen aus, aber wenn ich keine Zeit habe und gerade das Flugzeug verlasse, will ich schon wissen, welche Nachrichten ich mir unbedingt anschauen muss.

Frei nach dem Motto "Leser, die diese Nachricht mochten, lasen auch..."

http://www.heise.de/tp/artikel/15/15476/1.html
Kommentare lesen (30 Beiträge) mehr...
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Aktive und passive Alien-Artefakte im Sonnensystem

SETA - Spurensuche nach dem extrasolaren Monolithen - Teil 2

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen
Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
FOTOBLOG

Abgefahren

Auch der endgültige Stillstand gehört zur Dromologie

bilder

seen.by


TELEPOLIS