Die deutsche Werbung spricht gern Englisch

Ernst Corinth 14.09.2003

Und der Konsument versteht meist Bahnhof: Wo Manni lebt!

Wenn ein Produkt irgendwie cool oder hip sein soll, dann wird bei uns fast schon zwanghaft Englisch gesprochen. Zumindest in der Werbung, die dann zu Slogans greift wie "Be inspired" oder "Where money lives". Ein Phänomen, das besonders in Deutschland ausgeprägt ist. So werden beispielsweise Passagiere auf dem Flughafen Madrid mit dem Spruch "Siemens - la fuerza de la innovacion" konfrontiert, während die gleiche Firma auf dem Frankfurter Flughafen mit "Siemens - the force of innovation" wirbt.

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Dass dabei mancher Spruch inhaltlich eher schief liegt, scheint die PR-Sprücheschmiede nicht zu stören. Schließlich merken das nur Leute mit guten Sprachkenntnissen. Wohin diese Vorliebe fürs Englische jedoch führen kann, das zeigt eine Untersuchung der Kölner Endmark AG. Sie bat Leute aus der bekanntlich werberelevanten Gruppe der 14- bis 49-Jährigen zwölf gerade aktuelle Werbeslogans zu übersetzen. Und siehe da: Mehr als die Hälfte verstanden zehn der englischen PR-Sprüche nicht. Selbst die kurze Aufforderung "Be inspired" konnten gerade einmal 15 Prozent der insgesamt 1.100 Befragten korrekt übersetzen.

Ganz schlecht schnitt dabei der aktuelle Werbespruch des Stromlieferanten RWE "One Group. Multi Utilities" ab. Nur acht Prozent konnten mit dieser doch recht kryptischen PR-Aussage etwas anfangen. Als besser verständlich erwiesen sich die Slogans der Imbisskette McDonalds ("Every time a good time") und der Lufthansa ("There's no better way to fly"), die von immerhin rund der Hälfte der Befragten korrekt verstand wurde.

Lustig sind dagegen die dabei entstandenen Falschübersetzungen. So übersetzten einige der Befragten "Where money lives" mit "Wo Manni lebt" und andere den Slogan "Come in and find out" mit "Komm herein und finde wieder heraus". Und besonders große Ratlosigkeit hinterließ der Spruch einer Autofirma: "Drive Alive". Darunter verstanden viele der Befragten nämlich "Fahre lebendig". Was ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist.

http://www.heise.de/tp/artikel/15/15633/1.html
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