Angriff auf Internet Haganah

20.10.2003

Vermutlich muslimische Hacker haben die pro-israelische "Online-Selbstverteidigungsgruppe, die Websites von angeblichen muslimischen Terroristen identifiziert und aus dem Netz zu vertreiben sucht, mit einem DDoS-Angriff lahm gelegt

Seit Tagen sind einige Websites aufgrund einer offenbar massiven DDoS-Attacke nicht mehr erreichbar. Betroffen sind Websites wie Internet Haganah, eine selbsternannte "Online-Selbstverteidigungstruppe" des Amerikaners Andrew Aaron Weisburd. Haganah hat es sich zur Aufgabe gemacht, Websites von wirklichen oder vermeintlichen muslimischen Extremisten und Terrorgruppen aufzuspüren und die Provider dazu zu bringen, diese offline zu stellen (Die Online-Miliz). Weisburd behauptet, durch seine Aktivität seien bislang an die 300 Websites vom Netz genommen worden.

Anleitung auf einer Website für den DDoS-Angriff auf Internet Haganah

Die Vermutung liegt tatsächlich nahe, dass die Websites der dezidiert pro-israelischen Internet Haganah (auch haganah.us oder haganah.org.il/) von muslimischen Hackern angegriffen werden. Ob es sich gleich um einen Pro-al-Qaida-Angriff handelt, wie manche vermuten, ist natürlich eine andere Sache, macht das aber interessanter und gehört auch zum Stil von Internet Haganah. Das Gerücht geistert umher, dass die DDoS-Angriffe von Saudi-Arabien und Malaysia ausgehen sollen. Auf www.suyyaf.s5.com/ behauptet man allerdings, dass der Angriff ganz ohne al-Qaida-Hilfe ausgeführt worden sei, weil man dies auch alleine könne.

salam alikoom

for all who think that the Al-qaidah has stop the site of Haganah i 'll tell you alittle secret . that there no Al-qaidah hand behind this .

it's just has been done bye amuslim hands who know how to get deal with all of like this sites.

Vom DDoS-Angriff auf die Website von Internet Haganah, der am 16. Oktober begonnen hatte, wurden zunächst viele vom Provider Hostmatters gehosteten Websites und Blogs betroffen. Manche sprachen denn gleich von einem "Angriff auf die Blogosphäre". Der Provider stellte jedoch klar, dass der Angriff sich gegen Internet Haganah richtet und ziemlich massiv zu sein scheint.

Grafische Darstellung des Angriffs von Hostmatters

Nach Weisburd, der sich auch darüber beschwert, dass das FBI nicht handelt und vorübergehend gleich eine ganze Reihe von provisorischen Websites eröffnet hat, sind dafür mit al-Qaida verbundene Foren verantwortlich, die von Saudis registriert wurden und in Malaysia gehostet werden. Auf sahwah.com, alerhap.com, geocities.com/haack7, islamonline.com, albargothy.com/.net/.org, 82lj.net oder arabhackerz.org habe man über einen "Online-Dschihad" auf Haganah diskutiert, nachdem kürzlich auf Betreiben von Haganah acht angeblich mit Terrororganisationen verbundene Websites von ihrem Provider vom Netz genommen wurden. Vier seien noch immer offline.

Auf geocities.com/haack7 seien die DDoS-Programme angeboten worden, auf einer anderen Website sei beschrieben worden, wie man sie einsetzt und Haganah damit lahm legen kann. Irgendwie habe es sich auch um eine "große saudisch-europäische Operation" gehandelt. Man gebe aber die Informationen nicht preis und werde sich später um die dafür verantwortlichen Menschen, Websites und Firmen kümmern. Weisburd will nun, um solchen Angriffen in Zukunft zu entgehen, Mirrorsites von Haganah einrichten und bittet dafür um Spenden.

Ähnlich wie man sich bei Internet Haganah über den Erfolg brüstet, wenn wieder eine Website vom Netz genommen wurde, freut man sich nun bei muslimischen Foren: Jew-boy's Site Goes Dooooooown!!!!!!!. Auf der Pro-Haganah-Seite sieht man den Angriff natürlich anders: "It is easier to destroy than to create. Once again, they are using OUR technology to attack us", lautet ein Beitrag. Ein anderer zieht gar ein wenig Hoffnung aus der Attacke: "We must be winning the war on (Islamic) terror. If the best that Al Qaeda can do is mount a DoS attack, then things are looking up."

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