Send Them Back

20.11.2003

Der Verein "Parents and Their Kids against Stealing" startet vorbildliche Rücksendeaktion für MP3-Dateien

Jeden Tageine gute Tat ­ ist das Motto des Fähnlein Fieselschweifs. Und mehr als eine gute Tat pro Tag vollbringen die Betreiber der Sendthemback.org, deren Anliegen zudem wunderbar in die bald über uns hereinbrechende Vorweihnachtszeit passt. Gegründet wurde von ihnen nämlich der Verein "Parents and Their Kids against Stealing", der dann im Internet sofort die vorbildliche Aktion "Send them back" ins Leben rief.

This page was created by Parents and Their Kids against Stealing(TM), a group dedicated to helping kids feel better about themselves through File Sharing Abstinence. We are committed to spreading the word that stealing is not OK.

Natürlich wird nicht irgendetwas zurückgeschickt, sondern geklaute Musik oder genauer: Musikdateien, die zuvor illegal aus den Netztauschbörsen heruntergeladen worden sind. "Wir wussten", schreiben dazu die Initiatoren auf ihrer Netzseite," dass Musikklau zwar falsch war. Klauen ist nie okay. Aber es war halt so einfach. So sagten wir zu uns selbst, dass wir uns die heruntergeladene Musik mit anderen eben nur teilen. Und etwas teilen, ist ja eine gute Sache."

Doch dann, heißt es weiter in diesem aufrüttelnden Geständnis, habe man die Wehklagen der Musiker und der Industrie gehört, die finanziell gar mächtig unter dieser Netzpiraterie leiden. Und den Initiatoren dieser Aktion wurde langsam klar, dass sie genau die Künstler bestehlen, die sie ja so von Herzen lieben. Und so entstand schließlich die Idee, die geklaute Musik an die Besitzer zurückzuschicken, also an den Verband der amerikanischen Schallplattenindustrie RIAA.

Genau vier Möglichkeiten schlägt die Aktion "Send them back" dafür vor: Der einfachste Weg ist, wenn man die entsprechenden MP3-Dateien per Email-Anhang an den rechtmäßigen Besitzer zurückmailt. Oder man brennt die geklaute Ware auf CD und schickt diese dann auf den Postweg zurück. Etwas komplizierter sind die Varianten drei und vier, bei denen man die Musikdateien mittels Software in Textdateien umwandelt und anschließend die dabei entstehenden Hunderte von Seiten an die Besitzer der Musik per Paket oder Fax zurücksendet.

Da nicht nur in den USA die CD-Brenner heiß laufen, sondern auch bei uns, kann man nur hoffen, dass diese Aktion in Deutschland viele Nachahmer findet. Und die entsprechenden Adressen für eine große Rücksendeaktion findet man schnell im Internet beispielsweise auf der Seite Ifpi.de. Dann heißt es ab die Post. Wir alle haben hinterher wieder ein gutes Gewissen. Und die Musikbesitzer freuen sich, dass sie endlich ihre Musik wieder haben.

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