Das Schreiben wird neu erfunden

12.12.2003

AutoUnsummarize, ein zukünftiges Feature von Word 2004, verlängert Texte automatisch

Für die Leute von Microsoft war es am Anfang nur ein Aprilscherz, für die schreibende Menschheit ist es jedoch DIE Revolution. Nach einem Bericht des angesehenen Online-Branchenmagazins BBspot arbeitet die Firma Microsoft gerade an einem neuen Feature für das beliebte Schreibprogramm Word 2004. Es trägt den Namen "AutoUnsummarize" und beruht zwar auf dem schon seit längerem implantierten Feature "Autozusammenfassen". Doch AutoUnsummarize verkürzt die Texte nicht, sondern verlängert sie auf die vom User gewünschte Textlänge.

Die Technik ist simpel, erklärte Richard Greenwood, Chef der Microsoft Office Research Division, gegenüber BBspot. "Studenten tun genau das ja schon seit Jahren. Dank der Power von Microsoft Word 2004 kann aber nun jeder einen 500-Wörter-Bericht in ein Zehn-Tausend-Wörter­Meisterstück umwandeln."

Entdeckt wurde diese Möglichkeit eher zufällig. Für einen Aprilscherz veränderten Microsoft-Programmierer "Autozusammenfassen" so, dass dieses Feature Texte nicht kürzt, sondern verlängert. Und dieser vermeintliche Scherz wurde dann in dem Unternehmen so beliebt, dass Bill Gates eigenhändig beschloss, dass zukünftig auch Word-2004-Anwender ihn in der praktischen Schreibarbeit nutzen dürfen.

Obwohl Missbrauch nicht auszuschließen ist, schließlich können beispielsweise faule und dumme Schüler nun dank der neuen Power von Word 2004 ihre Faul- und Dummheit geschickt mit seitenlangen und brillant geschriebenen Referaten kaschieren, überwiegt eindeutig der Nutzen: Der Leser bekommt zukünftig einfach mehr zu lesen, obwohl der Schreiber weniger schreibt und die eigentliche meist mühselige Schreibarbeit "AutoUnsummarize" überlässt. Auch der Buchmarkt darf sich freuen, da dicke Wälzer immer gut ankommen. Und die Kurzgeschichte, dieser literarische Kastrat des Romans, gehört endgültig der Vergangenheit an.

Auch das Zeitungswesen könnte durch "AutoUnsummarize" revolutioniert werden. So ist nach Insider-Informationen im Springer-Verlag bereits angedacht wurden, das Flagschiff "Bild" zukünftig als Taschenbuch herauszugeben. Dagegen hält man sich bei Telepolis noch bedeckt. "Grundsätzlich lieben wir zwar lange Texte, aber wer soll die dann enorm steigenden Honorare zahlen", hieß es gewohnt nüchtern aus der Chefetage des populären Online-Magazins.

Außen vor bleiben aber leider erst einmal die Apple-Anwender. Eine Word-2004-Ausgabe für das Mac OS X ist vorerst nicht geplant, aber die Freunde des Apfel-Computers können sich ja bald mit dem neuen iPorn Movie Store trösten, der nach einem Bericht von BBspot bald online gehen und den Pornohandel im Netz revolutionieren soll.

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