Witwe verklagt die Bush-Regierung

14.12.2003

Die Farce der 9-11-Untersuchungskommission

Wenn wir Geschichte nicht erinnern, so einst der Wissenschaftshistoriker de Santillana, sind wir gezwungen, sie zu wiederholen. Was die Geschichte der Aufklärung politischer Verbrechen betrifft, scheint sich dies zu bestätigten. Zum 40. Jahrestag der Ermordung Kennedys wollte sich kaum jemand erinnern, dass die Aufklärung durch die Warren-Kommission eine Farce war, und so wiederholt sich diese jetzt mit der National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States.

Die Angehörigen der Opfer, die sich in der 9-11-Untersuchugskommission unter Leitung des Senators Thomas Kean bürokratische Ausführungen von Versicherungsexperten und Staatsrechtlern anhören müssen - anstatt ihre brennenden Fragen beantwortet zu bekommen - kriegen angesichts dieser Farce langsam das Kotzen: "Ich weiß nicht ob mein Magen eine weitere Sitzung durchsteht, die am Kern der Sache vorbeigeht", so Mindy Kleinberg, die ihren Mann im WTC verlor.

Die Kommission, die von der Bush-Regierung nur zähneknirschend und auf den Druck von Witwen wie Mindy Kleinberg oder Kristen Breitweiser eingerichtet wurde und seitdem nach allen Regeln der Kunst "kastriert" wird - so liegen bis dato nicht einmal die Unterlagen der Luftüberwachungsbehörden FAA und NORAD vor, die vom ersten Tag an verlangt wurden -, verlor nun auch noch ihren schärfsten internen Kritiker. Der demokratische Senator McCleland, der die Verschleppungs- und Vertuschungstaktiken des Weißen Hauses in der Vergangenheit lautstark beklagt hatte, wurde am Dienstag auf einen (besser bezahlten) Posten als Chef der staatlichen Import-Export-Bank weggelobt und durch den demokratischen Senator Bob Kerrey ersetzt. Kerrey werden enge Verbindungen zu CIA-Chef Tenet nachgesagt, sowie ein sehr diskretes Verhältnis zur Wahrheit. Dass er im Vietnam-Krieg ein Massaker an der Zivilbevölkerung im Rahmen der CIA-"Operation Phoenix" befehligt hatte, wurde erst 30 Jahre später aufgedeckt

Es ist absehbar, dass eine Aufklärung der Hintergründe des 11.9. durch die Pseudo-Ermittlungen dieser Kommission nicht stattfindet, sondern als Ergebnis eine Nebelkerze illuminiert wird. Weil die Großmedien diese Farce mitspielen - und die wenigen öffentlichkeitswirksamen Kritiker von den servilen Wachhunden des Mainstreams weggebissen werden - spielen selbst Gerichtsklagen von Opferangehörigen, wie die Klage von Ellen Mariani gegen die Bush-Regierung, keine öffentliche Rolle. Nach der umfangreichen Klageschrift hatten Präsident Bush und weitere Offizielle wie unter anderem (aber nicht ausschließlich) Cheney, Rumsfeld, Rice, Ashscroft und Tenet

  1. seitdem die Wahrheit dieses Tags vertuschen
  2. deshalb den Mord am Gatten der Klägerin begünstigten und die Verfassung und verschiedene Gesetze der Vereinigten Staaten brachen und so
  3. nach dem RICO-Gesetz (Racketeering, Influence, and Corrupt Organization - ein in den 40ern zur Mafiabekämpfung eingeführtes Gesetz, MB) anzuklagen sind wegen verbrecherischer Verschwörung, Behinderung der Justiz und fahrlässiger Tötung.

Über diese nicht ganz unerhebliche Klage wurden 3.000 TV- und Zeitungsjournalisten informiert, zur Pressekonferenz am 26.November in Philadelphia jedoch erschien kein einziger. Außer dem rechten Propagandasender Fox-News, der 40 Minuten aufzeichnete und dann keine Sekunde ausstrahlte. Abgesehen von Alternativ- und Internetmedien hat bis dato kein Sender oder eine größere Zeitung dem Fall irgendwelche Aufmerksamkeit eingeräumt.

Ellen Mariani gehört zu den wenigen Opferangehörigen, die die staatliche Entschädigung ausgeschlagen haben, da diese mit einem Verzicht auf jegliche juristische Klagen verbunden war. Ein 911-For the Truth- Komitee ruft jetzt dazu auf, den Prozess mit einer Spende von 9,11 $ zu unterstützen.

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