Der Mars als Innovationssprungbrett

Bemannte Missionen zum roten Planeten würden auch auf der Erde einiges in Bewegung bringen

Die gegenwärtige deutsche Bundesregierung will von bemannter Raumfahrt nichts wissen und fordert stattdessen Innovationen. Die neuen Pläne der USA, erstmals seit den Apollo-Missionen wieder Menschen über den erdnahen Orbit hinaus in den Weltraum zu schicken ("Wir werden Ressourcen auf dem Mond oder dem Mars entdecken, die unsere Vorstellungskraft übersteigen"), dürften die Verteidigung dieser Position schwerer machen. Denn es zeigt sich immer deutlicher, dass bemannte Missionen zu Mond und Mars Innovationsmotoren von enormer Wirksamkeit in Gang setzen können.

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Tal auf dem Mars, das einst durch Wasser geformt wurde. Bild

Innerhalb Europas steht Deutschland mit seiner ablehnenden Haltung ohnehin ziemlich alleine da (Europa und der Mars - Wie geht es weiter?). Das Aurora-Programm der europäischen Weltraumorganisation ESA widmet sich bereits seit Ende 2001 der Ausarbeitung einer langfristigen Strategie zur Erkundung des Sonnensystems mit bemannten und unbemannten Missionen. Im Rahmen dieses Programms wurden inzwischen wichtige Meilensteine und ein Zeitplan erarbeitet. Demnach könnten die ersten Menschen den Mars in knapp 30 Jahren betreten.

Zu den vielen neuen Technologien (= Innovationen), die auf dem Weg dorthin entwickelt werden müssen, zählen neue interplanetare Antriebe, Nutzung von Weltraumressourcen zur Treibstoff- und Sauerstoffproduktion, Wiedereintrittstechnologien und insbesondere geschlossene Lebenserhaltungssysteme. Auch die Robotik, die von Forschungsministerin Edelgard Bulmahn gern gegen die bemannte Raumfahrt ins Spiel gebracht wird, wird von dem Projekt "Menschen zum Mars" profitieren. Nirgendwo sonst wird das Überleben von Menschen in vergleichbarem Maß von der reibungslosen Zusammenarbeit mit Robotern abhängen. Überhaupt erfordert eine solche Mission extrem zuverlässige Systeme.

Schon das Apollo-Programm der bemannten Mondlandungen hat sich als Innovationsmotor ohnegleichen erwiesen. Dabei hat dieses Programm technologisch in eine Sackgasse geführt, da es in erster Linie nicht der Erschließung des Weltraums diente, sondern durch kurzfristige politische Ziele motiviert war. Ein sorgfältig und in einem vernünftigen Zeitrahmen geplantes, internationales Mars-Programm könnte sich daher für die Erde noch als weitaus segensreicher erweisen.

Siehe den ausführlichen Artikel Motor Mars von Hans-Arthur Marsiske in der aktuellen Technology Review

http://www.heise.de/tp/artikel/16/16812/1.html
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