Durch Fenster fliegen

Florian Rötzer 28.03.2004

In Israel wurde eine neue Generation von Mini-Drohnen vorgestellt

Der Traum der Sicherheitskräfte ist sicherlich die Möglichkeit einer lückenlosen Überwachung aus der Ferne, die von den Betroffenen möglichst nicht bemerkt wird und Grundlage für ebenfalls ferngesteuerte Waffensysteme oder autonome Roboter ist. Das panoptische Gefängnis, das Michel Foucault mit der "aufgeklärten" Gesellschaft verband, würde sich dann über ein ganzes Land erstrecken und alle Bewohner zu beobachteten Gefängnisinsassen machen. Noch sind die Überwachungssensoren noch nicht so klein wie Staubkörner (Feinkörnige Überwachung). Das israelische Militär dürfte aber mit "Mosquito" eine der kleinsten einsatzfähigen Drohnen besitzen.

  • mobil
  • drucken
  • versenden
Vergangenen Donnerstag stellten Israel Aircraft Industries auf der 1st International Conference of Low Intensity Conflict Warfare in Tel Aviv die zwei Drohnen Mosquito 1 and Mosquito 1.5, die mit einer Flügelspanne von 13 cm und einem Gewicht von 250 bzw. 500 Gramm in jeden Rucksack passen und so klein sind, dass sie auch durch Fenster oder Türen hindurch fliegen können.

Beide Modelle besitzen eine Videokamera, mit der sich bei Tageslicht Bilder machen und an denjenigen übermitteln lassen, der sie aus der Ferne steuert. Allerdings ist der Einsatzradius auf eine Entfernung zwischen 1.000 und 1.600 Metern beschränkt. Sie könnenbis zu 100 Meter hoch fliegen und eine Stunde mit einer Geschwindigkeit bis zu 15 bzw. 20 Metern (50-70 km/h) in der Luft bleiben.

Im Einsatz sind bereits ein wenig größere Mini-Drohnen, um Bilder aus den palästinensischen Gebieten zu liefern, wie ein israelischer Offizier sagte. "Birdy", 1,3 kg schwer, hat eine Reichweite von 5 km und kann von einem einzelnen Soldaten transportiert, gestartet und an einem Laptop gesteuert werden. "Spy There" ist ein wenig schwerer, muss von zwei Mann bedient werden, kann aber bis zu 10 km fliegen.

Ebenfalls vorgestellt wurde eine weitere Mini-Drohne, die sich mit einem Gewehr abschießen lässt und eine Reichweite von 300 Metern besitzt. Sie ist ausgestattet mit einer kleinen Digitalkamera, die 25 Bilder pro Sekunde vom Start bis zum Aufschlag auf den Boden aufnimmt und sendet. Sie dient Bodentruppen, um beispielsweise über einen Hügel oder ein anderes Hindernis schauen zu können.

http://www.heise.de/tp/artikel/17/17059/1.html
Kommentare lesen (43 Beiträge) mehr...
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Globale Angriffs- und Zerstörungskapazität

Das Pentagon wünscht sich eine mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit fliegende Drohne, um ungehindert schnell überall auf der Erde vom US-Territorium aus Ziele angreifen zu können

Der Krieg wird zum Terroranschlag

Der amerikanische Angriff auf einen Fahrzeugkonvoi an der irakisch-syrischen Grenze ist ein Exempel für die neue Kriegsführung

Drohnen mit Nuklearantrieb?

Bei der US Air Force will man nukleargetriebene unbemannte Flugzeuge entwickeln, die monatelang ununterbrochen im Einsatz sein könnten

Jagd auf illegale Einwanderer

In den USA wird an einer Amerikanischen Hightech-Mauer gebaut, bei der auch Drohnen zum Einsatz kommen sollen, wie Politiker und private Grenzwächter fordern

Überraschende Wendung in UK-Kryptopolitik

Blair interveniert und will Alternativen zum bisher favorisierten key escrow binnen 21 Tagen

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
FOTOBLOG

Der schöne Schein

Firewall mit Windows

bilder

seen.by


TELEPOLIS