Fortschritte bei Laserwaffe

Florian Rötzer 07.05.2004

Mit dem israelisch-amerikanischen Lasersystem konnte nun auch eine hochfliegende und größere Rakete zerstört werden

Seit Reagans SDI-Programm der USA standen Laserwaffen im Weltraum, aber auch auf Flugzeigen oder auf dem Boden beim Pentagon hoch im Kurs. Mit Laserstrahlen ließen sich nicht nur die Sensoren von Satelliten oder anderen Geräten blenden, sondern mit entsprechender Leistungskraft auch Ziele wie Raketen, Flugzeuge, Drohnen etc. durch thermische Erhitzung zerstören oder etwa Raketen durch mechanischen Rückstoß ablenken. Seit 1996 entwickeln das israelische Verteidigungsministerium und die US-Army zusammen den Tactical High Energy Laser/Advanced Concept Technology Demonstrator (THEL/ACTD) gegen Kurzstreckenraketen. Jetzt ist man offenbar dem Ziel, damit auch größere Raketen zerstören zu können, wieder einen Schritt näher gekommen.

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Mobile Tactical High Energy Laser

Während das Raketenabwehrsystem gegen Langstreckenwaffen und Systeme wie Patriot oder das israelische Arrow gegen Mittelstreckenraketen gerichtet sind, sollen Laserwaffen es ermöglichen, auch kurz und tief fliegende Geschosse innerhalb von Sekunden zu zerstören. Da Laser mit Lichtgeschwindigkeit feuern, wären sie dafür ideal. Für große Entfernungen müsste allerdings die Leistungskraft noch sehr viel größer werden, als dies bislang möglich ist.

1996 hatte erstmals Nautilus, der Vorläufer von THEL, bereits eine Kurzstreckenrakete zerstören können. Nachdem die Hisbollah einige Katyusha-Raketen gegen Israel abgefeuert hatte, begann man unter Präsident Clinton mit der Entwicklung von THEL, das schließlich so verkleinert werden konnte, dass es auch auf einem Fahrzeug installiert werden konnte, um so transportiert werden zu können. Gedacht ist aber auch, den Laser etwa auf Hubschraubern anbringen zu können. Die U.S. Air Force entwickelt zusammen mit Boeing eine Laserwaffe für Flugzeuge (ABL) (Laserwaffe gegen Fernstreckenraketen).

Mit dem Mobile Tactical High Energy Laser (MTHEL) konnten 2000 Katyusha-Raketen, die eine Reichweite von etwa 20 km besitzen und drei Meter lang sind, binnen Sekunden durch Erhitzung des Sprengkopfs zerstört werden, nachdem sie in einigen Kilometern Entfernung abgeschossen und vom Radar erfasst wurden. 2002 konnten erstmals Artilleriegeschosse zerstört werden. Einsatzbereit soll der MTHEL bis 2007 sein.

Infrarotfoto vom Januar 2004. Zu sehen ist eine Katyusha-Rakete. Der helle Fleck ganz vorne stellt den Laserstrahl dar, der die Rakete erhitzt

Auf dem Testgelände White Sands Missile Range der Army in New Mexico hat man nun mit dem MTHEL einen weiteren Schritt nach vorne machen können und eine größere Rakete als eine Katyusha, die mit doppelter Reichweite, in dreifacher Höhe, schneller und mit einem auch größeren Sprengkopf ausgestattet fliegt, zerstören können. Dieser Raketentypus sei "repräsentativ" für die Raketen, durch die Israel und die USA bedroht würden, heißt es beim Rüstungskonzern Northrop Grumman, der das Konsortium an Firmen leitet, die den Laser entwickeln. Nähere Details etwa über den Typ der abgeschossenen Rakete wurden nicht mitgeteilt. MTHEL soll denn auch die erste einsatzbereite taktische und mobile Laserwaffe werden, mit der sich Raketen und andere taktische Ziele über nicht allzuweite Entfernung abschießen lassen.

http://www.heise.de/tp/artikel/17/17375/1.html
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