Wir basteln uns ein Apple G4 P-P-P-Powerbook

28.05.2004

Scam The Scammer: Ebay-Betrüger war am Ende selbst der Dumme

Wer auf Ebay internationale Geschäfte macht und nicht aufpasst, riskiert viel. Wer auf Ebay betrügen will, aber auch.

Nicht nur die Nigeria-Connection versucht ständig, Internet-Neulinge übers Ohr zu hauen. Es ist auch sehr gängig, Ebay-Verkäufer dazu zu bringen, ihren Deal an Ebay vorbei unkontrolliert abzuwickeln. Um dann deren Vertrauen zu gewinnen, wird entweder Western Union oder ein Treuhand-Dienst vorgeschoben, bei dem der Käufer angeblich das Geld hinterlegt und es freigibt, sobald die Ware bei ihm eingetroffen ist. Das Problem ist nur: Es handelt sich dabei nicht um den Ebay-eigenen Treuhandservice, sondern eine von den Betrügern selbst ins Netz gestellte Seite. Wer sich darauf einlässt, ist also angeschmiert.

So angefressen wie der Apfel war sicher auch der Empfänger dieses "P-P-P-Powerbook" nach dem Auspacken

Wer es merkt, ist normalerweise froh und gleichzeitig sauer, seine Zeit verschwendet zu haben. Allerdings macht sich inzwischen mancher einen – zugegeben nicht ganz ungefährlichen – Spaß daraus, seinerseits die Nigeria-Betrüger zu veräppeln. Und das ist nun einem Amerikaner, der sich Jeff nennt, auch mit einem englischen Auktionsbetrüger gelungen, wie Wortfilter.de meldet!

Jeff wollte den 19 Tage alten Apple G4 Powerbook eines Freunds in einer bei 1700 Dollar startenden Ebay-Auktion losschlagen, Sofortkaufpreis 2100 Dollar. Niemand bot, doch ein Mann aus England meldete sich und wollte das Notebook günstiger und an Ebay vorbei erwerben. Das wollte Jeff aber nicht. Trotzdem blieb der Engländer hartnäckig. Er würde auch für Porto und Treuhand zahlen, man möge ihm nur bitte "Geschenk" oder wenigstens einen niedrigeren Warenwert auf das Paket schreiben wegen der mit 27 Prozent sehr hohen englischen Einfuhrsteuer.

Ein echter Apple G4 Powerbook muss natürlich einen Firewire-Anschlus haben!

Doch stellte sich bald heraus, dass der von ihm gewünschte Treuhandservice set-ltd.net ein Fake war und auch der Ebay-Account eigentlich einem Deutschen gehörte. Normal wäre hier die Story mit einem "Hau ab, Gauner!" beendet gewesen. Doch der Ami namens Jeff wollte nun sehen, wie weit der Gauner gehen würde, wenn er sich nur Hoffnungen auf ein Apple Notebook machte. Er besprach die Sache in seinem Stammforum und ein Besucher schlug vor, ein wertloses Paket zu schicken – aber mit regulärer Deklaration des Wertes, damit der Gauner ordentlich Zoll und Einfuhrsteuer zahlen musste.

Was sollte man ihm nun schicken? Einen Ziegelstein? Langweilig. Schließlich bastelte Jeff aus einem schmalen Ordner mit Edding und einer kaputten PC-Tastatur ein "P-P-P-Powerbook". Dabei strich er noch – Ordnung muss sein – die Windows-Symbole durch und ersetzte sie durch das Apple-Symbol.

Alle Tasten sind schon da – wenn auch etwas durcheinander…

Der Versand kostete über 90 Dollar, doch die spendeten die Forenteilnehmer, die sich den Spaß nicht entgehen lassen wollten. Nur die Dame auf der Post wollte gar nicht glauben, dass jemand ein Notebook für 2000 Dollar wirklich auch mit 2000 Dollar deklarieren und so den Empfänger mit Gebühren belasten wollte.

Da der Betrüger allerdings auch eine falsche Telefonnummer angegeben hatte und auch der Zoll sich noch etwas über das merkwürdige teure Paket mit dem handgemalten Inhalt wunderte, stockte die Auslieferung zunächst. Schade, wo sich am geplanten Übergabeort in einem Friseursalon in London, in dem auch ein Internetcafé untergebracht war, von dem aus der Betrüger aktiv gewesen war, bereits erwartungsvoll ein Webreporter aus dem Forum mit Kamera platziert hatte.

Doch unter kräftiger Mithilfe einiger Forenteilnehmer per Anruf beim Zoll gelang es, die Aktion abzuschließen. Vom betrogenen Betrüger wurde seitdem außer einer Virenzusendung zwar nie wieder etwas gehört, aber die ganze Aktion ist dafür nun online dokumentiert.

Hier sollte eigentlich der Verkäufer "rasiert" werden…
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