"Import Export Heiße Ware"
Alles aus einer Hand: Nuklearrohre für Nordkorea Statisten für die US-Army
Die Chance für Arbeitslose: Kriegspielen mit der US-Army und das sogar mit Lohnsteuerkarte. Die Firma Optronic aus Königsbronn vermittelt Zivilisten für Manöver der US-Army auf deren Truppenübungsplatz Hohenfels. Ansonsten liefert sie auch schon mal Material für die Urananreicherung nach Nordkorea.
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| Bild von der Website www.us-statisten.de. Die Erläuterungen zum Foto |
In Kleinanzeigen, wie beispielsweise in der Berliner Zeitung vom 2.6.04, Seite 38, warb die Firma für ihre Statistenjobs in einem Jargon, der an das Filmbusiness erinnert. Erst ein Besuch auf der in der Kleinanzeige verzeichneten Website www.us-statisten.de verrät den eigentlichen Charakter des Jobangebots. In einem Informationsblatt erfahren die Interessenten, dass die nächste "Veranstaltung" wahrscheinlich vom 24. Juli bis zum 11. August 2004 durchgeführt wird.
Kriegspiele als Minijob
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Rekrutierungen erfolgen ausschließlich auf speziellen "Bewerberterminen", die in einigen deutschen Städten in Hotels stattfinden. Seit 1999, so die Selbstdarstellung, habe man bereits 3.000 Kurzzeitbeschäftigte als Statisten für Manöverübungen der US-Army angestellt. Bei den Statisten werden neben guten Deutsch- auch Englischkenntnisse vorausgesetzt. Ausländer müssen über "eine gültige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis verfügen". Schließlich handelt es sich, wie man ja spätestens seit dem Irak-Krieg weiß, bei der US-Army um eine sehr ordentliche und saubere Truppe. Deshalb sind auch alle "Räumlichkeiten im sauberen Zustand" und müssen von den Teilnehmern selbst sauber gehalten werden.
"Die Unterbringung erfolgt in Stockbetten in Soldatenunterkünften auf dem Übungsgelände. Es sind getrennte Toiletten und Waschräume für Damen und Herren vorhanden. Das Verlassen des Kasernengeländes ist während der gesamten Veranstaltungsdauer nicht möglich. (Ausnahme Arztbesuch etc.)"
Ob und inwieweit während dieser Veranstaltung auch die Folterung und Ermordung von Zivilisten geübt wird, ergibt sich nicht aus der Information. Nur soviel:
"Die Statisten (COBs = Civilians on the Battlefield (Zivilisten auf dem Gefechtsfeld)) werden benötigt, um eine möglichst realitätsnahe Umgebung für die Manöver der NATO/KFOR Truppen zu ermöglichen. Die Zivilisten werden mit Infrarot-Detektoren (M.I.L.E.S.) ausgestattet und die Soldaten haben Sender auf ihren Gewehren, so kann festgestellt werden ob bei entsprechenden Einsätzen Zivilisten zu Schaden gekommen wären..."
Der Tod von Zivilisten als Kollateralschaden wird folglich auch bei den noch bevorstehenden Kampfeinsätzen der US-Army keineswegs ausgeschlossen. Deshalb werden sie auch bei den Manövern in die Planung integriert und ordentlich erfasst. Immerhin scheint ein versehentliches Erschießen der Teilzeitkräfte ausgeschlossen, denn:
"Alle Manöver in Hohenfels werden ausschließlich mit ungefährlichen Attrappen und Platzpatronen durchgeführt..."
Inhaber der Homepage www.us-statisten.de ist laut DENIC Hans-Werner Truppel in der Firma Optronic GmbH & Co. KG in Zang, einem Ortsteil von Königsbronn. Die Auswahl der Rekrutierungsfirma für Statisten für US-Manöver erscheint erstaunlich, denn diese Firma und ihr Geschäftsführer waren noch vor wenigen Wochen in ganz anderem Zusammenhang Gegenstand der Medienberichterstattung.
Nuklearteile fürs Reich des Bösen?
Im Mai dieses Jahres wurde der Geschäftsführer der Firma Optronic, Hans-Werner Truppel, vom Landgericht Stuttgart zu vier Jahren Haft wegen Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz und versuchten Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 58-Jährige 22 Tonnen spezieller Aluminiumrohre für das nordkoreanische Atomwaffenprogramm liefern wollte. Dem Beschuldigten wurde zur Last gelegt
"als Verantwortlicher der Firma Optronic, Königsbronn (Kreis Heidenheim) die Lieferung von rund 22 Tonnen Aluminiumrohre nach Nordkorea (beziehungsweise China) veranlasst zu haben. Solche nahtlos hergestellten Spezial-Rohre werden zur Herstellung so genannter Gasultrazentrifugen benötigt, mit denen Uran bis zur Waffentauglichkeit angereichert werden kann."
Oberlandesgericht Stuttgart
Erstaunlich einer weiteren Zusammenarbeit der US-Army mit der Firma Optronic tut dieser versuchte Nuklearmaterial-Schmuggel offensichtlich keinen Abbruch. Bei der Auswahl der Statisten soll die US-Army dagegen ziemlich pingelig sein: Personen mit linker politischer Vergangenheit wurden abgelehnt.
http://www.heise.de/tp/artikel/17/17662/1.html- test (21.6.2004 19:12)
- Beispiel Südtirol (19.6.2004 5:24)
- lach (18.6.2004 18:59)
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