Der doppelte Atta

07.07.2004

Entweder verfügte der Chefterrorist über die Gabe der Bilokation - oder die 9/11 Untersuchungskommission sagt die Unwahrheit

"Atta war bis ganz zum Ende mit der Koordination der Teams beschäftigt. Am 7. September flog er von Fort Lauderdale nach Baltimore, vermutlich um sich mit dem Team des Flugs 77 in Laurel (Maryland) zu treffen. Am 9. September flog er von Baltimore nach Boston. Dort trafen zu diesem Zeitpunkt Marwan al Shehhi und sein Team für Flug 175 ein. Atta wurde mit Al Shehhi in seinem Hotel gesehen. Am nächsten Tag holte Atta Abdulaziz Al-Omari- einen der 'Muskel-Hijacker' des Flugs 11 - in dessen Hotel in Boston ab und fuhr nach Portland (Maine). Aus unbekannt gebliebenen Gründen nahmen Atta und AlOmari am frühen Morgen des 11. September einen Anschlußflug nach Boston um den Flug 11 zu erreichen."

Soweit der Staff-Report der 9-11-Untersuchungskommission, die bei ihren letzten öffentlichen Hearings im Juni 2004 den "Plot des 11.Septembers" auf der Tagesordnung hatte - und mit diesem Bericht nunmehr eine amtlich auf Herz und Nieren geprüfte offizielle Version der Geschichte dieser Terroranschläge liefert. Endlich also - 1.000 Tage nach den Anschlägen und der größten polizeilichen Ermittlung aller Zeiten - der definitive Report über die Täter und den Tathergang, mit dem die Kommission nach akribischer Durchsicht von Millionen Dokumenten und dem Verhör Hunderter von Zeugen nun allen Ungereimtheiten und Verschwörungstheorien ein Ende setzt und die Wahrheit ans Licht bringt?

Bevor diese Frage definitiv - und aller Vorraussicht nach mit "Nein" - beantwortet werden kann, muss der komplette Schlussbericht der Kommission noch abgewartet werden. Doch schon anhand des Reports über die letzten Tage des verdächtigten Haupttäters Mohammed Atta werden fatale Unzulänglichkeiten und Widersprüche deutlich. Denn am 7. September flog er nicht nach Baltimore, sondern zechte in "Shukkums Restaurant" in Hollywood, Florida - wie am 16.9. in zahlreichen Medien detailliert berichtet wurde - von der Washington Post bis zum Lokalblatt "Charleston Post & Courier" wussten die Reporter unter Berufung auf den Barbesitzer Tony Amos zu berichten, dass Atta in drei Stunden mindestens fünf "Stolichnaya"-Wodka und sein Kumpan Al-Shehi ebensoviele "Captain Morgan"-Rum intus hatten und es wegen der Bezahlung der Rechnung zu einer lautstarken Auseinandersetzung kam, bei der sich Atta als American Airlines Pilot ausgab. Elf Tage später liest sich die Geschichte dieses islamistischen Saufgelages schon ganz anders. Im Bericht der "Los Angeles Times" sind die Alkoholika verschwunden:

Am selben Abend (7.Sept.), unten an der Küste Floridas, gingen Atta und Al-Shehi in Shuckums Sports Bar in Hollywood zusammen mit einem noch unidentifizierten dritten Mann. Der Besitzer, Tony Amos, sagt, dass Atta ruhig für sich saß, Preiselbeersaft trank und Videogames spielte und Al-Shehi mit dem anderen Gast Mix-Drinks konsumierte und diskutierte...

Mag sein. dass Tony Amos bei keinem der Reporter gelogen hat, die ihn befragten, weil Atta den beliebten Wodka-Mix-Drink "Stoli-Cranberry" trank. Doch die Frage des unpassenden und verschwundenen Alkohols ist weit weniger entscheidend, als die nach dem magischen Timing des Mohammed Atta, der laut der offiziellen Version an diesem Abend ja nach Baltimore geflogen sein soll. Dem Reporter Daniel Hopsicker, der das Treiben der verdächtigen Hijacker in Florida zwei Jahre recherchiert hat, blieb die Spucke weg, als er das letzte Hearing der Kommission verfolgte:

Wir waren platt, als die Präsentation offensichtlich den bereits veröffentlichten und von den großen Medien berichteten Fakten über die letzten Tage Mohammed Attas widersprach. Es war falsch und es war so offensichtlich falsch, dass man sich fragen musste. was hier eigentlich vorgeht.

Denn Atta war nicht nur am 7. September in dieser Bar in Florida - auch am 9. September, als er laut Untersuchungskommission auf den Weg von Baltimore nach Boston gewesen sein soll, hielt er sich noch an der Goldküste Floridas auf. Dieses Mal in Pompano Beach, wo er bei "Warrick Rent a Car" mit Marwan Al Shehhi einen Mietwagen zurückgab, wie Hopsicker, der bei diesem Autoverleiher recherchiert hat, mit harten Beweisen belegen kann kann - anhand einer Kopie des Mietvertrags.

Wenn Atta am 7. September stundenlang in einer Bar in Florida zubrachte und am 9. September dort auch noch ein Mietauto zurückgab - wie kann er gleichzeitig am 7. im Flugzeug nach Baltimore und am 9. auf dem Weg nach Boston sein? Wenn wir davon ausgehen, dass der wahabitische Wodkaliebhaber Atta nicht über die Gabe der Bilokation verfügt, bleibt eigentlich nur die Möglichkeit eines Doppelgängers, wie wir sie anhand weiterer Widersprüchlichkeiten von Zeugenaussagen über den "Terrorchef" in unserem Buch "Fakten. Fälschungen und die unterdrückten Beweise des 11.9." erörtert haben. Jene "zwei Attas", von denen der eine als verkniffener fundamentalistischer Islamist posiert, der nie einer Frau die Hand reichen würde - und der andere mit dem Strip-Girl Amanda Keller zusammenlebte, Wodka trank & gern Schweinskoteletts aß... Während Atta 1 sich auf Selbstmordmission befindet und als Beweis für seinen Fanatismus sein Testament am Flughafen hinterläßt, eröffnet Atta 2 am 25. August 2001 laut "Boston Globe" ein "Frequent Flyer"-Konto zum Meilensammeln?

Die Merkwürdigkeiten sind offensichtlich. Wie aber kommt es, dass nach fast drei Jahren, der größten FBI-Untersuchung aller Zeiten und 18 Monaten Untersuchung durch eine Regierungskommission, diese Widersprüche und Ungereimtheiten nicht aufgeklärt sind? Wer lügt hier? Sind es die Zeugen wie der Barmann oder der Autovermieter - der sich genau an die Rückgabe erinnert, weil die Rechnung des auf Attas Kreditkarte laufenden Wagens noch auf Al Shehhis Karte umgebucht werden sollte, und der sich später wunderte, wieso eigentlich ein "suicide-bomber" zwei Tage vorher noch ordnungsgemäß seinen Mietwagen returniert? Oder lügt das FBI und die 9/11-Untersuchungskommission, die jetzt behaupten, Atta sei zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr in Florida gewesen Was genau ging vor im "Terrorland" Florida und rund um die Flugschulen, an denen Atta & Co. trainierten, dass es so dringend vertuscht werden muß, dass man den Chefterroristen jetzt nach Baltimore und Boston exportiert, um davon abzulenken (Mohamed Atta und das Cover-Up des 11.9. in Florida)?

Fakt ist, dass nicht nur die Augenzeugen von Attas Aktivitäten in Florida - angefangen von seiner Freundin, über Nachbarn, Vermieter und Hausverwalter, bis hin zu Barbesitzern, Autovermietern und Taxifahrern - von der 9/11-Kommission beharrlich ignoriert und nicht vernommen wurden, sondern auch regierungsamtliche Zeugen wie die Beamtin des Immigration Service in Orlando/Florida Mary Schneider.

Schon seit Jahren und verstärkt in den Monaten vor und nach dem 11.9. hatte sie ihre Vorgesetzen, das Justizministerium und das Weisse Haus über Bestechungspraktiken im Zusammenhang mit Scheinhochzeiten informiert, in die neben ihrer Behörde auch das Büro eines Kongreßangeordneten involviert waren - und die vor allem von muslimischen Immigranten genutzt wurden, unter anderem von einem illegalen Marokkaner namens Ali Abad, der mit Mohammed Atta und einem in Orlando lebenden Bruder Osama Bin Ladens -Khalil Bin Laden - in Verbindung gestanden haben soll. In einem offenen Brief an den Kommissionsleiter Thomas Kean schreibt die ungehörte Zeugin Mary Schneider:

Moslemische Marokkaner benutzten illegal erhaltene Aufenthaltsbewilligungen (Green Cards), um Osama Bin Ladens terroristische Staatsfeinde zu unterstützen, die von Orlando und Miami aus operierten...Seit April 1998 habe ich wiedeholt insgesamt Hunderte von Briefen, Memos, Emails und offiziellen Noten an mehrere Dutzend verantwortliche Offizielle versandt (...) mit dem einzigen Ergebnis, dass diese sensitiven Informationen an die Verschwörer weitergegeben wurden.

Nachdem die Eltern von Chistine Sharitts, die sich 1997 auf eine Scheinehe mit Abad eingelassen hatte, Mrs. Schneider 1999 über die Bestechungspraktiken informiert hatten, wurden sie von den Behörden unter Druck gesetzt. Kurz nach dem 11.9.2001 erhielten sie Besuch vom FBI: Die Beamten nahmen zu ihrem "Schutz" alle Unterlagen und Videobänder über die Hochzeit mit und empfahlen: "Vergessen Sie die Bestechung und verhalten Sie sich ruhig." Zwei Wochen zuvor hatte Mary Schneider zu ihrem Erstaunen festsstellen müssen, dass die Staatsanwaltschaft Orlando es abgelehnt hatte, 50 Fälle von illegalen muslimischen Green-Card-Besitzern und deren Scheinehen weiter zu verfolgen.

Lief hier, über die Einwanderungsbehörde in Florida, eine ähnliche Schleuseraktion ab, wie sie Michael Springmann in den 80er Jahren in der US-Botschaft Saudi-Arabiens auf höheren Befehl durchführte - und Visa an von der CIA und Bin Laden rekrutierte Terroristen ausgeben mußte? Oder doch nur ein üblicher Fall einer korrupten lokalen Behörde?

Von der 9/11-Untersuchungskommision werden diese Fragen wohl nicht beantwortet werden - sie hat bereits mit ihren Vorberichten nicht zur Wahrheitsfindung beigetragen, sondern neue Mysterien geschaffen und wird, wie Larry Chin im Online-Journal schreibt, ihre "schmutzige Arbeit vollenden: Cover-up & Propaganda". Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um diese Nicht-Aufklärung und Null-Untersuchung zu erkennen. Schon das kleine Beispiel des doppelten Atta belegt die Vertuschungsarbeit deutlich. Weitere werden mit Sicherheit folgen - demnächst in diesem Theater.

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