Fuck the Vote: Voller Körpereinsatz gegen Bush

Oliver Gassner 09.08.2004

Der US-Wahlkampf geht auf die Matratze

Die sonst so prüden Amerikaner und Amerikanerinnen ziehen nun alle Register, um den Affen an der Spitze endlich abzulösen

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Im politischen Kampf bringen die Gegner des Establishments gelegentlich nicht gerade wenig Körpereinsatz. Im Duell Kerry gegen Bush setzen knallharte Demokraten jetzt auf ihren Sex-Appeal. Die "Axis of Eve" mit ihren Unterwäsche-Parolen war nur der erste Schritt, bei "Fuck the Vote" geht es bis auf die Matratze: Republikaner sollen im Bett von sexy Demokraten überzeugt werden, die Stimme doch lieber Kerry zu geben.

Hier soll also einmal ein demokratischer Präsident nicht durch Sex aus dem Amt katapultiert sondern ins Amt ge-, ehm, -hievt werden.

"Vorsprung durch Technik"

Als "verklemmte rechte Eiferer" werden die Republikaner beschreiben und die Demokraten die "heißer aussehen, bessere Ideen haben und besser in der Falle" sind, sollten doch ihre Reize spielen lassen. Bevor es zur Sache geht muss vergleichbar denen derer, die "unberührt" in die Ehe gehen wollen ein Formular ausgefüllt werden, man werde nicht für Bush stimmen. Das ist auch der Kontext, in dem die Aktion zu sehen ist. Das konservative Amerika und seine Scheinheiligkeit sollen parallel angegriffen werden.

Dabei lassen sich die Sex-Kämpfer nicht allein von Gefühlen leiten, der FTV-Tour-Bus nimmt gezielt die durchaus doppelsinnig benannten "Swinger States" aufs Korn, also Staaten, die, wie bei der letzen Wahl Florida, zwischen konservativ und demokratisch pendeln; das sind immerhin fast die Hälfte der 50.

"Take a ride in the magic bus"

Der Bus ist im Gegensatz zu deutschen Versuchen im amerikanischen Wahlkämpfen ein echtes Spaßmobil, denn es lässt sich ein Doppelbett für spontane Stimmenwerbung mit Austausch von Körperflüssigkeiten ausklappen. Die sexualpolitische Taktik steht schon fest: In den Tourstädten sollen erst konservative Bars nach Opfern abgegrast werden, dann will man sich auf private Partys zurückziehen.

Im Netz finden sich allerdings kaum eine Hand voll Termine für die geplanten Orgien aber dafür jede Menge Models, männlich und weiblich, hetero, schwul oder bi. Gerne hätten wir ein paar Live-Stimmen aus dem Chat hier zitiert aber der tut gerade nicht. Im Forum sind allerdings nicht wenige Konservative dafür offen, überzeugt zu werden und Zweifler warnen:

Klar, die lassen sich flachlegen und wählen dann doch was sie wollen.

Wem seine primären oder sekundären Geschlechtsmerkmale zu schade sowohl für Bush als auch für Kerry sind, der kann es ja immer noch mit "Onanieren für den Frieden" oder "Sex für den Regenwald" versuchen. Fehlt nur noch die Website: "Sadomaso für die Rechtschreibreform".

http://www.heise.de/tp/artikel/18/18067/1.html
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