Das elektronische Foto-Tagebuch
Die Fotohandys wollen gerne richtige Kameras werden
Mut beweist Nokia ja, sich mit seinen Knipskameras mit eingebautem Telefon, genannt "Fotohandy", auf die Fotomesse Photokina nach Köln zu wagen. Auch wenn mancher "Knipser" das Fotohandy schätzt, ist es nach wie vor nichts für ernsthafte Bilder
Um die Jahrtausendwende fand eine Billig-Digicam den Weg in die Redaktion der inzwischen nicht mehr existenten PC-ONLiNE. Die Digitalknipse machte für damals 250 Mark immerhin erkennbare Bilder, die für Webseiten gut genug waren. Natürlich waren die Bilder optisch verzerrt, die Kanten zeigten Farbsäume und der Himmel war violett. Aber man konnte das Gerät einfach dabeihaben und spontan fotografieren, wenn auch nur etwa 20 Bilder Platz im Speicher hatten und keine Erweiterung möglich war. Selbst Fotoprofis beeindruckte das als Dritt- oder Viertgerät: Die Pocketkamera war digital wieder auferstanden.
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| Qualitativ nicht wirklich überzeugend, aber auch nur als Erinnerungsschnappschuss gedacht |
Heute hat fast jedes neue Handy eine ähnliche Fotofunktion: Die Bilder sind schief, die Kanten haben Farbsäume, der Speicherplatz ist gering und die Hälfte des Bilds ist über- oder unterbelichtet. Aber man hat das Handy halt immer dabei und als echter Handyjunkie sowieso in der Hand beziehungsweise am Ohr. Blöd nur für den, der bereits eine richtige digitale Kompaktkamera dabei hat und mit dem Handy nur telefonieren möchte neue Handys ohne Fotoauge sind nämlich kaum noch zu bekommen.
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| Ohrstöpsel, Mikrofon und Kamera zum Nachrüsten für "normale" Handys (Bild |
Mehr als ein Megapixel bieten dabei nur einige Sharp-Modelle, doch wegen der Kleinheit und Flachheit der Handys können auch deren Optiken ohnehin nicht die Qualität echter Digitalkameras erreichen, die inzwischen zudem bei drei Megapixeln beginnen und auch im Kompaktbereich bis zu sieben Megapixeln erreichen. Für die Pocket-Knipser und Lomografierer tut es das Fotohandy, eine richtige Fotolösung wird es dagegen nicht werden, so wie eine Webcam halt auch nicht mit einem DV-Camcorder gleichziehen kann.
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| Spielzeug für große Männer und Frauen |
Nokia wagt sich mit seinen "klingelnden Spielzeugkameras", so eine spöttische Bezeichnung, nun trotzdem auf die Photokina. Und da Fotohandys alleine dort kaum besonders großes Interesse auslösen dürften, sind auch noch einige Spielereien geboten, wie ein digitaler Bilderrahmen, ein Kaleidoskop und zwei Medaillons mit eingebautem digitalen Mini-Bilderrahmen sowie ein Blitzgerät für Fotohandys und ein Headset mit eingebauter Kamera für die, die noch kein Fotohandy haben fototechnisch dabei sogar die bessere Lösung
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| "Instant Nora" |
Das Kaleidoskop spielt die vom Handy geschossenen Bilder wie ein Mini-Diabetrachter ab, allerdings ist der Bildwechsel sehr langsam. Die Medaillons mit digitaler Bildanzeige dürften dagegen wohl für Damen oder Schlagersänger mit mehreren oder häufig wechselnden Partnern von Nutzen sein auf Knopfdruck kann hier schnell ein anderes Bild gewählt werden, hoffentlich dann auch das Richtige.
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| Der digitale Bilderrahmen für den Schreibtisch (Bild |
Das Fotohandy hatte bislang zudem das Problem, dass die geknipsten Bilder meist nur auf dem Handydisplay selbst betrachtet wurden, was dann in der Größe nicht weit vom Medaillon entfernt ist und wofür die Qualität natürlich allemal reichte. Deshalb soll es nun auch Bluetooth-Drucker geben und seit der Cebit bereits die "Lifeblog"-Software, mit der man eine Art Fototagebuch führen kann allerdings nicht online im Web, wie der Name vermuten lässt, sondern wie ein richtiges Tagebuch nur auf dem eigenen PC.
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| Schaut aus wie ein Toaster und druckt Foto-Handy-Bilder aus |
All dies klingt nach reinen Lifestyle-Spielereien, wobei diesen Eindruck die drei in Shanghai vorgestellten "Fashion-Handys" 7260, 7270 und 7280 noch verstärken. Bei Siemens gingen derartige Pläne zumindest gerade daneben. Doch gibt es für die Fotohandy-Technologie inzwischen auch ernsthafte Anwendungen: eine ferngesteuerte Überwachungskamera, die weder einen Telefon- noch einen Internetanschluss benötigt, lediglich Strom und Empfang eines Handynetzes. Nach Einlegen einer SIM-Karte und Eingabe des PIN-Codes ist die Nokia Remote Camera einsatzbereit.
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| "Big Brothers handywatching you" |
Sobald die "Nokia Remote Camera" über den integrierten Bewegungssensor eine Bewegung erkennt, nimmt sie ein Foto oder einen Videoclip mit Ton auf und sendet diese an ein MMS-fähiges Mobiltelefon oder eine E-Mail-Adresse. Wahlweise lässt sich die Nokia Remote Camera auch daraufhin konfigurieren, dass sie Fotos oder Videoclips in vordefinierten Zeitabständen oder auf Anforderung per SMS-Mitteilung versendet. Ebenso kann sich der Nutzer automatisch benachrichtigen lassen, wenn eine voreingestellte Temperatur über- oder unterschritten wurde oder er kann sich einen grafischen Temperaturverlauf der letzten 24 Stunden zeigen lassen.
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| Orgasmotron oder E-Gitarre? Nein, Nokia Spaßkamera (Bild |
Gesteuert wird die Fernüberwachungskamera mit einem normalen Handy über Kurzmitteilungen aus der Ferne oder Bluetooth, wenn man davor steht. Wenn Einbrecher allerdings einen Handy-Störsender mitbringen, dürfte auch dieses System versagen
http://www.heise.de/tp/artikel/18/18421/1.html- Schöne Frau! (18.10.2004 21:17)
- Demnächst: Digitale Kameras, mit denen man auch Telefonieren kann ;o) (29.9.2004 12:55)
- LED-Lampe (29.9.2004 11:57)
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