Gebrauchsgrafik für sprachunkundige Invasoren

Bernd Schröder 29.09.2004

Ein kurioser visueller "Survival-Sprachführer" soll im Irak Verständigungsprobleme "beheben"

Wie befragt ein US-Soldat einen irakischen Bürger, ob ein Bombenbauer eine hand- oder ferngezündete Detonation im Sinne hat? Ganz einfach: Er entfaltet den Visual Language Survival Guide und deutet auf das entsprechende, künstlerisch ausgearbeitete Bild.

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Ausschnitt aus dem Visual Language Survival Guide im Fall von Angriffen

Xeni Jardin von boinboing.net wurde kürzlich von einem Irak-Heimkehrer mit einem besonderen Souvenir beglückt - dem Visual Language Survival Guide (VLSG) für den Irak. Dieser soll vor allem Angehörigen der US-Armee sowie angeheuerten Söldnern die Kommunikation mit den Eingeborenen erleichtern bzw. erst ermöglichen.

Eine Auswahl an kleinen Bildchen, die man einer gerade vor einem stehenden irakischen Person im Falle des Falles zeigt, soll den designierten Gesprächsführer ermuntern, Sachen zu sagen (oder besser zu zeigen) wie: "Befindet sich der improvisierte Sprengsatz unter der toten Ziege?"

Das VLSG-Faltblatt wird von der Firma Kwikpoint herrgestellt; das Militär händigt es an Soldaten, private Sicherheitskräfte oder andere ausländische Vertragsnehmer aus. Das Kunstwerk soll die sprachunkundigen Fremden auch zur Kommunikation mit Gefangenen, mit noch zu Verhörenden und allerlei anderen Verdächtigen befähigen.

Die Abbildungen gleichen funktionellen Icons und strahlen einen gewissen Holzhammer-Charme aus. Für Jardin ist übrigens das zweiteilige Bild am surrealsten, in welchem ein Mann aufgefordert wird, sein Toupet zu lüften, auf das der Verhörende ermitteln kann, ob der Verdächtige Waffen darunter verbirgt. Kunstliebhaber können das VLSG online erwerben - Kostenpunkt: 11 US-Dollar.

Ausschnitt aus dem Visual Language Survival Guide für Festnahmen. Es soll ein Gefangener hergeholt werden, der die Bilder dann als Anweisungen für die anderen übersetzt
http://www.heise.de/tp/artikel/18/18438/1.html
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