Frauen unter sich
Der Erfolg von "Sex and the City"
Bald ist die TV-Serie"Sex and the City" auch in Deutschland durch. Obwohl sie nicht jahrelang jeden Tag lief, war sie eine der erfolgreichsten Serien der letzten Jahre. Was ist hier anders als in anderen Fernsehserien?
Fernsehserien wollen oft "das wahre Leben" darstellen, doch zeigen sie dann insbesondere in Seifenopern eher ein unrealistisches Kitschleben, das entweder durch die rosarote Brille gezeigt wird oder im Gegenteil nur noch von einer Katastrophe in die nächste stolpert. Dabei werden viele Klischees bedient Familien leben oft noch im Stil der 50er zusammen, als Single will einem gerade mal der "ewige Stenz" Monaco Franze einfallen.
Die vier Singlefrauen in "Sex and the City" reden dagegen auch noch offen und frech, wenn auch nicht ordinär über Männer und Sex und das im Fernsehen. Und obwohl sie sich sehr speziell auf ihren New Yorker Mikrokosmos beziehen, erkennt so mancher seine Bekannten darin wieder ob nun die männermordende PR-Frau Samantha oder die eher zurückhaltende Galeristin Charlotte, die aber nichtsdestoweniger der Kunst zuliebe ihre Intimzone auf einer 5 x 8 Meter großen Leinwand malen lässt oder einem Vibrator so sehr verfällt, dass die Freundinnen das eilig im Kuschelteddy versteckte Gerät beschlagnahmen müssen, um sie wieder aus dem Haus und auf die Piste zu bekommen.
![]() |
Die Kultserie startete 1998 auf dem amerikanischen Pay-TV-Kanal HBO (Home Box Office). In Deutschland lief sie dann mit ein paar Jahren Verzögerung im Free-TV auf Pro 7. Inzwischen hat Pro 7 jedoch aufgeholt und sendet die deutsche Übersetzung der letzten Staffel nur wenige Monate nach dem US-Original. Und es gibt inzwischen auch alle möglichen Utensilien für den Fan von speziellen SATC-Partys über die DVDs aller Folgen bis zum bei Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienenen Buch zur Serie.
|
|
Frauen fühlten sich von der Serie angesprochen und auch endlich nicht mehr unter den Druck der "Miss Perfect" gesetzt, da selbst die Sex-Kolumnistin Carrie regelmäßig in Fettnäpfchen tritt, bei ihrem Traumauftritt auf dem Laufsteg im Traumkleid und mit traumhaft teuren Schuhen alptraumhaft vor versammeltem Publikum der Länge nach hinfliegt oder im US-Fernsehen zuvor völlig undenkbar im Bett pupst. Männer wiederum konnten lernen, was Frauen wirklich über sie denken und vor allem reden oder sich schlichtweg über die vier Chaosfrauen amüsieren. Singles generell sind froh, endlich einmal ihre Probleme dargestellt zu sehen wie den Alptraum, alleine auf einer Party voller Ehepaare aufzutauchen oder am Morgen nach einer erlebnisreichen Nacht in einer Studentenbude aufzuwachen, in der das Klopapier fehlt, weil die letzten Blätter gerade statt Filter in der Kaffeemaschine geendet sind. Da die Geschichten von einem ganzen Autorenteam geschrieben werden, ist für Abwechslung gesorgt.
Von der Betulichkeit deutscher Gartenlauben-Erzählungen oder den sich mit täglich der gleichen Routine dahinziehenden Telenovelas, zu denen auch das unsägliche "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" zählt, ist in TV-Serien wie Sex and the City jedenfalls nichts mehr zu spüren. Doch nach sechs Staffeln ist nun Schluss, weil die Schauspieler mittlerweile andere Pläne haben und man bekanntlich aufhören soll, wenn es am Schönsten ist.
![]() |
Dafür folgen nun gerade rechtzeitig "Desperate Housewives": Was wie eine der täglichen Spam-Mails klingt, könnte das Leben der Sex-and-the-City-Frauen darstellen, wenn diese schließlich doch mit Mann und Kindern in einem Vorstadthaus geendet sind. Der amerikanische Lifestyle wird dabei schwer auf die Schippe genommen.
Der Transfer vom US-Pay-TV zum deutschen Free-TV findet hier allerdings nicht mehr statt, sondern die neue Serie wird nur elf Tage nach dem US-Start in Originalsprache auch in Deutschland im Pay-TV Premiere gestartet dank Internet und dem globalem Erfahrungsaustausch in Foren will man hier offensichtlich lieber nicht mehr abwarten, bis die Fans anfangen, MPEG-Files ihrer neuen Lieblingsserie im Netz zu tauschen, weil es Jahre dauert, diese zu übersetzen. Auch andere Serien werden nun in Deutschland im Pay-TV nur kurz nach den USA und im Originalton gestartet. Haben sie dort Erfolg, wird man auch die teure Übersetzung für das Normalpublikum angehen.
http://www.heise.de/tp/artikel/18/18554/1.html- KinderKanal (18.10.2004 19:02)
- Nö, Kika (18.10.2004 10:10)
- Na ja, (18.10.2004 9:56)
Darstellungsbreite ändern
Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.
Aktive und passive Alien-Artefakte im Sonnensystem
SETA - Spurensuche nach dem extrasolaren Monolithen - Teil 2


