"Dänen lügen nicht!"

Wolf-Dieter Roth 18.10.2004

Aber manchmal schwindeln sie ein kleines bisschen

George W. Bush möchte bestimmt nicht jeden Journalisten in seiner Nähe haben, ganz besonders nicht Michael Moore. Wenn allerdings zwei Unterstützer aus dem fernen Dänemark anrücken, ist das etwas ganz anderes.

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"Danes for Bush ist eine nichtstaatliche Organisation. In August und September 2004 wird eine ausgewählte Gruppe durch die USA reisen und die Bush-Cheney-Kampagne unterstützen", so verkündet die Website Danes for Bush.

US-Präsident Schorsch Dabbeljuh war hocherfreut, dass aus dem bösen "alten Europa" doch noch jemand an ihn glaubt, noch dazu die sonst doch so unterkühlten Skandinavier, die sich im Gegensatz zu Franzosen ja auch noch keinerlei unamerikanische Verfehlungen zu Schulden kommen hatten lassen. Patriotisch in Blau und Rot gekleidet und ausstaffiert wie jene im Norden Deutschlands bekannten "Dänische Bockwurst"-Stände trafen sie die Herzen der republikanischen Parteigänger.

Auch ein eigens eingerichtetes Newsblog machte obwohl recht spärlich ausgefallen die Stoßrichtung klar:

The Thule Radar base will serve as vital part in the US missile shield programme currently under development. Leftist media claim that by getting involved in this project, Denmark could indirectly be involved in a global nuclear rearmament process. Obviously this is wrong. The missile shield programme is an important step towards securing peace and prosperity in the western hemisphere, and The Danes should take pride in the opportunity to contribute to world peace.

Na also, endlich mal etwas seriöses, nicht immer diese Sexsites, die dann auch noch hinterhältigerweise stets für den politischen Gegner sind und selbst der Vorname des Vizepräsidenten an englischen Schulen bereits Alarm in Pornofiltern auslöst. Und so durften die beiden Dänen drei Wochen lang im Bush-Cheney-US-Wahlkampf mitmachen.

Die dänischen Blues-Brothers im Kampf für die Gerechtigkeit

Dabei war alles nur dänische Bockwurst, Verzeihung, Bockmist: Die ganze dänische Pro-Bush-Bewegung war nur ein Scherz, hinter dem die beiden Journalisten Jakob Böskow und Mads Bruegger stecken. Was sie dabei so alles erfahren haben, darauf kann man gespannt sein. Mads Bruegger war dabei über die Leichtgläubigkeit der Amerikaner erstaunt:

In Dänemark hätte man uns als zwei Clowns behandelt, die die Straße entlangspazieren. In den USA aber sind die Leute total unkritisch. Das sagt etwas über die amerikanische Politik heute aus.

http://www.heise.de/tp/artikel/18/18596/1.html
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