Ansturm auf galaktische Reiseagentur

19.10.2004

Captain Kirk will mit SpaceShipOne ins All

Als Ende Juni erstmals in der Geschichte der Weltraumfahrt ein privat finanziertes Raumschiffs die Grenze zum All streifte (vgl. Countdown für "SpaceShipOne"), wurde damit zugleich der Grundstein für die kommerzielle, nicht-staatliche Raumfahrt gelegt. Wenig später gewann das Team um Burt Rutan mit dem SpaceShipOne auch noch den mit 10 Millionen US-Dollar notierten Ansari-X-Prize: Innerhalb von sechs Tagen flog das bemannte Gefährt zweimal in über 100 Kilometer Höhe (vgl. Start ins Zeitalter des Weltraumtourismus?). Damit haben die kalifornischen Weltraumfreaks bewiesen, dass der Traum vom Tourismus im All in absehbarer Zeit Wirklichkeit werden kann.

Dies entging auch nicht dem Exzentriker und Virgin-Boss Richard Branson. Er gründete die Weltraum-Reiseagentur "Virgin Galactic". Und die Idee schlug ein wie eine Bombe: rund 7,5 Millionen Neugierige stürmten seine Webseite seit ihrem Start vor gut zwei Wochen.

Seit dem 28. September, ist die Nachfrage außergewöhnlich hoch. Wir haben doppelt so viele Leute, die unsere Seite besucht haben, als wir erartet hatten.

Richard Branson hat fünf Passagierraumschiffe auf Basis vom SpaceShipOne bestellt

Demnach zeigten sich rund 3500 der Besucher konkret kaufinteressiert. Sie würden bei Verfügbarkeit der Flüge ins All sofort eine Anzahlung leisten. Noch konkreter wurden einige Möchtegern-Astronauten, in dem sie das Londoner Büro von Virgin Galactic direkt aufsuchten - gleich mit einem unterschrieben Scheck in der Hand. Doch ganz billig wird dieses Vergnügen wohl nicht: Schließlich kostet so ein zwei Stunden Flug Richtung All - inklusive fünf Minuten Schwerelosigkeit - um die 190.000 US-Dollar.

185 Leute kamen in unser Büro. Unter ihnen auch Trevor Beattie, der Creative Director einer der größten britischen Werbeagenturen. Auch er hatte einen Scheck in der Hand. Wir mussten ihn aber nach Hause schicken, da wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Schecks akzeptieren.

Auch andere Berühmtheiten wollen unbedingt ins All. Der wohl bekannteste Interessent für einen Weltraumtrip dürfte William Shatner sein. Auch der ehemalige Captain des Raumschiffs Enterprise will die Erde mal von oben betrachten. Damit würde er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: So hat das Multitalent erst kürzlich dem "Stern" anvertraut, dass er nicht mehr als "Captain Kirk" angesprochen werden möchte:

Ehrlich gesagt, kotzt es mich an...Ich möchte nicht nur auf diese Etappe meiner Karriere reduziert werden.

Ob Shatner aus dem Gedächtnis der Massen je als Captain Kirk verschwinden mag, ist jedoch fraglich. Immerhin würde er bei erfolgreichem Flug mit dem SpaceShipOne den offiziellen Status eines Astronauten erlangen.

Captain Kirk geht ein Licht auf

Ein weiterer Karriereschub durch einen Trip ins All könnte sich auch in seinen musikalischen Bemühungen anbahnen: Shatner, der am 4. Oktober sein neues Popalbum "Has Been" auf den Markt gebracht hat, würde im SpaceShipOne vielleicht einen neuen Duettkollegen kennen lernen.

Denn auch Gene Simmons , der ehemalige Sänger der Glamrock-Band KISS , hat sein Interesse als potenzieller Weltraumtourist bekundet. Und dass Shatner auf gemeinsam gesungene bzw. gesprochene Lieder steht, hat er in einem jetzt veröffentlichten Duett mit Joe Jackson trefflich unter Beweis gestellt.

Abgespacter Sänger Gene Simmons

Der einzige Haken an Shatners Plänen: Um ins All zu dürfen, müssen die Passagiere bester gesundheitlicher Verfassung sein. Dafür sind ausführliche medizinische Tests vorgesehen, unter anderem in Gravitations-Simulatoren. Und Shatner zählt im Jahre 2007, dem frühest möglichen Termin für einen Start ins All, immerhin schon 76 Lenze. Aber wer weiß, vielleicht bringt ihm der verhasste Titel eines Captains dann doch noch einen kleinen Vorteil auf der Bewerberliste.

x
Fehler melden
Telepolis zitieren
Vielen Dank!
Anzeige
Anzeige
Hellwach mit Telepolis
Anzeige
Cafe
Telepolis-Cafe

Angebot des Monats:
Kaffee und Espresso aus Nicaragua in der Telepolis-Edition für unsere Leser

Cover

Aufbruch ins Ungewisse

Auf der Suche nach Alternativen zur kapitalistischen Dauerkrise

Anzeige
Cover

Die Form des Virtuellen

Vom Leben zwischen den Welten

Machteliten

Von der großen Illusion des pluralistischen Liberalismus

bilder

seen.by

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

Tastenkürzel:

ctrl-Taste:
Zum Wechseln zwischen Heise- und Google-Suche

esc-Taste:
Verlassen und Zurücksetzen des Eingabe-Felds

Buchstaben-Taste F
Direkt zur Suche springen

SUCHEN

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

SUCHEN

.
.