Eine Fernbedienung gegen die Fernseher dieser Welt

20.10.2004

TV-B-Gone sorgt endlich für Ruhe

Überall dudeln sie im Hintergrund: in Kaufhäusern, Elektromärkten, Restaurants, Flughäfen oder beim Nachbarn über einen. Und inzwischen sogar auf öffentlichen Toiletten. Bisher hat es gegen diese nervige Dauerbeschallung durch laufende Fernsehgeräte kein probates Mittel gegeben. Und die Bitte, das Gerät doch abzuschalten, hilft meist auch nicht weiter. Doch das ist nun vorbei: Dank einer Erfindung des Amerikaners Mitch Altman, der mit "TV-B-Gone" eine Fernbedienung entwickelt hat, die nur über einen einzigen Knopf verfügt. Einen Knopf zum Ausschalten fast aller gängigen Fernseher.

Der Vorgang selbst dauert etwa eine Minute, dann hat das Gerät die verschiedensten Codes, die das Ausschalten erst möglich machen, per Infrarot ausgestrahlt. Und nur selten verweigert ein Fernseher dabei den Gehorsam Auf die Idee, solch ein Gerät zu entwickeln, kam Altman bereits in den frühen 90iger Jahren. Während eines Restaurantbesuchs mit Freunden lief in einer Ecke ein TV-Apparat der sofort alle Aufmerksamkeit gleichsam automatisch auf sich zog. Das war dann der Anlass für ihn und seine Freunde, über ein Gerät zu phantasieren, mit dem man alle Fernseher auf einen Schlag ausschalten könnte.

Getestet haben Altman und seine Kollegen diese neue und wirklich universale Fernbedienung in den verschiedensten Ländern und an den unterschiedlichsten Orten. In Europa beispielsweise fand ein erfolgreicher "Feldtest" bei EuroDisney statt. Zur Tat schritt dort der Programmierer und Anti-TV-Aktivist David Burke, der eine ganze Wand aus TV-Geräten mit einem kleinen Knopfdruck zum Schweigen brachte. Was ihm, wie er gegenüber Wired gestand, großen Spaß bereitete, weil die anderen Anwesenden gar nicht verstanden hätten, was gerade genau geschehen sei. Doch gestört hätte es keinen.

Ähnliche Erfahrungen machte auch der Erfinder selbst. Nur in Hongkong reagierten einige Leute auf das plötzliche Ausschalten unwirsch. Doch inzwischen hat Altman mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen. Seitdem Wired.com und andere Online-Dienste über seine Erfindung berichtet haben, wird er mit Bestellung gleichsam überhäuft. Und der Ansturm auf seine Website ist so enorm, dass sie schon seit Tagen nicht mehr erreichbar ist. Die Nachfrage nach einem gnadenlosen TV-Killer ist also offensichtlich so groß, dass das Fernseh-Abschießen wohl die Chance hat, sich zu einem neuen Freizeitspaß zu entwickeln.

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