Internationale Atomenergiebehörde hat veraltete Computersysteme
Der Behörde warnt, dass die Arbeit der Inspektoren vor Ort zunehmend ohne neue technische Ausstattung beeinträchtigt werde
Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA hat mit der Überwachung des Atomwaffensperrvertrags eine wichtige Aufgabe zu erfüllen, deren Bedeutung in den letzten Jahren noch einmal gestiegen ist. Neben Staaten, die wie Nordkorea und vielleicht der Iran oder auch Brasilien Atomwaffen entwickelt haben oder entwickeln wollen und nicht so schnell oder geschickt waren wie Indien, Israel und Pakistan, wird das Thema der Nichtverbreitung von Atomwaffentechnik und der mögliche Gebrauch von Nuklearwaffen, beispielsweise in Form "schmutziger" Bomben durch Terroristen, akuter. Die IAEA ist aber auch für die Überwachung der Sicherheit der Nuklearanlagen zuständig.
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| System zum Speichern von Bildern. Foto |
Gegründet wurde die IAEA bei den Vereinten Nation 1956. Gegenwärtig besuchen Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Behörde 900 Nuklearanlagen 3.000 Mal im Jahr. Bei solchen Überprüfungen werden Regierungsberichte über die Anlagen, mögliche Umweltbelastungen, heimliche Produktion von waffenfähigem Material (Plutonium oder HEU) oder Hinweise kontrolliert, ob beispielsweise nukleares Material heimlich in die Anlage oder aus ihr heraus geschmuggelt wird. Dabei müssen auch die neuen mit den früher erhobenen Daten verglichen werden. Das aber wird zunehmend schwieriger.
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Die IAEA geht nämlich dieser Aufgabe mit einem Computersystem nach, das bereits aus den 70er Jahren stammt. Offenbar handelt es sich auch nicht um ein System, sondern um unterschiedliche Systeme. Das Abrufen von Daten könne Stunden und Tage dauern, was eine rechtzeitige Analyse der Daten schwer und teuer macht, sagt Livio Costanini, der Leiter der IT-Abteilung für die Überwachung des Atomwaffensperrvertrags. Man müsse Informationen aller Art, auch (Satelliten)Bilder, auch vor Ort im- und exportieren können. Die steigenden Anforderungen an die Informationstechnologien bei der Arbeit und die Verschärfung der Kontrollen verstärken die schwierige Situation.
Die IAEA appelliert damit natürliche an die Staaten, für das technische Update die notwendigen Gelder bereit zu stellen. Allem voran benötige man für die Inspektoren vor Ort einen sicheren Online-Zugang auf die Datenbestände oder auch auf nationale Datenbanken mit den offiziellen Angaben. Bislang haben die USA und Großbritannien 12 Millionen US-Dollar für die nötige Aufrüstung gezahlt, es fehlen aber noch weitere 10 Millionen. Würden Hard- und Software nicht bald erneuert, so könnten Datenbestände unvollständig bleiben und so zur Gefahr führen, dass illegaler Handel mit Nuklearmaterial oder auch die illegale Herstellung von waffenfähigem Material übersehen wird, warnt die Behörde.
Peter Smith, Computerexperte bei der IAEA, wünscht sich gar die Möglichkeit von VR-Simulationen. Die Inspektoren könnten Nuklearanlagen kontrollieren und sie gleichzeitig auf dem Laptop virtuell durchlaufen, um zu überprüfen, wie sie nach den offiziellen Angaben und den früheren Besichtungen aussehen müssten: "Und wenn es dann in einer Wand eine Tür gibt, die es auf dem Laptop nicht gibt, dann haben wir ein Problem."
http://www.heise.de/tp/artikel/18/18658/1.html- Safety First (6.11.2004 13:48)
- nur USA und GB haben bisher hier zur Sicherheit beigetragen?? (28.10.2004 16:38)
- Holland? (27.10.2004 20:55)
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