Der Pornofilter

Wolf-Dieter Roth 22.11.2004

Endlich eine nützliche Anwendung für Schnüffeltechnologie

Alles wird heute gefiltert: Kaffee und Wasser ebenso wie Internet. Dank Spam und Viren ist Internet pur auch längst ungenießbar geworden. Eine Firma war nun beauftragt worden, auch noch den Schmutz heraus zu filtern. Das ging nach hinten los.

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Wie wird man Schmuddelseiten im Netz schnell los? Na klar, man filtert auf Schlüsselbegriffe wie "Sex", "Porno", "Pussy" und so weiter. Was dabei Komisches heraus kommt, sieht man aktuell bei der neuen Suchmaschine von Microsoft (No Sex!) ok, wir haben ja alle bereits geahnt, dass ein Staatsexamen etwas Obszönes an sich hat und in typischer Portalsoftware wie PHP Nuke war das böse Juristenwort in der Standardeinstellung bislang auch schon verpönt.

Auch "Internetfilter.com" war ursprünglich beauftragt worden, eben dieses zu tun, damit die lieben Angestellten mit dem Internet endlich sinnvolle Dinge anstellen statt sich Biologienachhilfe zu holen oder teure Hardwarelösungen für das Problem anzuwenden.

Nur dummerweise führten solche Maßnahmen regelmäßig zu teils amüsanten, teils ärgerlichen Nebenwirkungen ("Matsushita ist eine Sch...firma"). Zudem stellt sich die Frage: Wohin denn nun mit dem ausgefilterten Schmutz? Wo kann man störende Erotikseiten umweltfreundlich entsorgen? Tja, da gibt es plötzlich unerwartet viele freiwillige Helfer

Und so wirbt die Filterfirma nun für ihr System, indem sie vollautomatisch und wertfrei fast eine halbe Million als "unsauber" erkannte Adressen auflistet. So herum klappt es nun mit der Filterei, denn dass manche der schmutzigen Adressen vielleicht leider doch sauber sein könnten, wird kaum zu Beschwerden der Besucher führen und Inhaber von Erotikwebseiten, die ihre Lieblinge dort enttäuschenderweise noch nicht gelistet vorfinden und so auf die Gratiswerbung bislang verzichten müssen, können sie auch manuell melden.

http://www.heise.de/tp/artikel/18/18819/1.html
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