Faschisten stricken an "Nationaler Europäischer Front"

23.12.2004

Unter der Führung der NPD soll ein europäisches Wahlbündnis aufgebaut werden

Die NPD wittert nach ihrem Wahlerfolg in Sachsen und der Zusammenarbeit mit der DVU Höhenluft. Die deutsche "Volksfront von rechts" dient ihr dabei als Vorbild für den Aufbau einer europäischen Rechtsfront (Stolpersteine auf dem Weg ins Vierte Reich). So berichtet das NPD-Parteiorgan "Deutsche Stimme" in der Dezemberausgabe von dem Besuch des Parteichefs Udo Voigt in Spanien. "Absoluter Höhepunkt" sei dabei die Unterzeichnung einer "Kooperationsvereinbarung" gewesen, dessen Ziel die "Gründung einer gemeinsamen europäischen Wahlplattform für Europawahlen" ist.

Konkret wurde die Vereinbarung mit der Falange am "historischen Schreibtisch" ihres Gründers José Antonio Primo de Rivera unterzeichnet. Die Falange ist der direkte Nachfolger der faschistischen Staatspartei der Franco-Diktatur. Sie ist heute marginal, weil die Rechtsradikalen zersplittert sind und viele Ex-Mitglieder der Falange sich in der Volkspartei (PP) gesammelt haben (Im Bett mit Franco).

Bei den Aktivitäten zum Gedenken an Rivera, forderte Voigt auch die Teilnehmer aus Italien, England, Frankreich und Rumänien auf, sich am deutschen Vorbild zu orientieren, am "Zusammenschluss von NPD, DVU und freien Kameradschaften". Darin käme der NPD eine "historischen Vorreiterrolle" zu, die Voigt auch für die europäische Front anstrebt. Alle "europäische Nationalisten" werden aufgefordert, sich der "Achse Madrid-Berlin anschließen, damit in baldiger Zukunft eine europäische Rechtspartei entstehen kann".

Das nicht von der Achse Berlin-Madrid gesprochen wird, soll nur den Führungsanspruch verdecken den die NPD in der "Nationalen Europäischen Front" beansprucht, wie die Falange das Projekt nennt. Die soll "in ganz Europa fähig sein, den Systemparteien entgegen zu treten und als Verteidigerin eines 'Europas der Vaterländer' aufzutreten", schreibt die spanischen Faschisten zu dem gemeinsamen Projekt. Auf einer Webseite soll es vorangetrieben und gebündelt werden.

Tatsächlich soll an die mörderische Achse Berlin-Madrid (Rom?) angeknüpft werden. So verwundert es nicht, wenn die NPD und die Falange auf einem Madrider Friedhof auch der Legion Condor (Die spanische Vergangenheitsbewältigung des Faschismus kommt spät in Gang) und der Blauen Division (Spanische Regierung zeigt erneut, wo sie steht) gedachte. Die Deutsche Stimme resümiert: "Es gibt wohl in ganz Madrid keinen anderen Ort, an dem die gemeinsame Geschichte von Deutschen und Spaniern so gut sichtbar ist." Richtig: Deutlicher kann die Sympathie für faschistische Raubzüge kaum zum Ausdruck gebracht werden. Die Legion Condor steht für den Einsatz an der Seite des Putschisten Francos gegen die Republik und die Bombardierung der Zivilbevölkerung in der baskischen Kleinstadt Gernika. Im Gegenzug kämpften in der Blauen Division fünf Regimenter im NS-Krieg gegen die Sowjetunion.

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