Stille Nacht, bloggige Nacht

Dirk Schneider 26.12.2004

Ein Besuch bei denen, die auch an Weihnachten in der virtuellen Kneipe hocken

Heiligabend ist keine Blogpause, denn Hardcoreblogger halten durch, oder? Ein kleiner Hexenritt durch deutschsprachige Blogs am 24.12. 2004.

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Alle, die am Morgen dieses Tages noch immer nicht unter der Wochen währenden akustischen Last täglichen Weihnachtsschmalzes zusammengebrochen sind, können letzte Links zu Xmas-Songs beim Schockwellenreiter einsammeln, darunter John Lennon mit Happy Christmas (War Is Over), Otis Redding mit White Christmas und Patti Smith mit We Three Kings. Alternativ wird der Wechsel zum angeblich "besten MP3-Blog der Welt" empfohlen: Totally Fuzzy.

Welche Ziele allerdings die "Bewegung 24.Dezember" verfolgt bleibt unklar, auch das Geiselfoto des Gefangenen im Schockwellenreiter gibt darüber keine Auskunft. Neben den obligatorischen Weihnachtsgrüßen andernorts, von denen sich offenbar auch die Blogwelt nicht befreien kann, ist dies zumindest ein erfrischender.

Der Wechsel zur chinesischen Hundezeitung, dem angeblich "besten Blog" nach Ansicht der politisch korrekt arbeitenden Deutsche-Welle-Jury von The BOBs, spült ein parabelhaftes Bild auf meinen Monitor. Ein kleiner weißer Hund auf einem Boot wird von einer Hand daran gehindert, auf einen Delphin zu springen, der sich gerade aus dem Wasser erhebt. Viel zum Grübeln am 24.

Also weiter zum BILDblog, doch die Enttäuschung ist groß, denn da ist Sendepause, am 24. lügt, verdreht oder erfindet BILD offenbar nichts Außergewöhnliches. Schade, freute ich mich insgeheim doch auf eine Schlagzeile wie "Nachbars Dackel versehentlich in Gänsebräter gegrillt".

Na dann bemühe ich mich eben zur virtuellen Weihnachstfeier bei blogall im längsten Blog-Thread der Welt mit mittlerweile über 12.500 Kommentaren, dem D-Thread. Doch so sehr ich mich auch an der Bar herumdrücke, es kommt niemand, vielleicht weil es noch früh am Abend ist? Den gemeinen Blogger zieht es offenbar auch unter den Tannenbaum oder zum Kartoffelsalat.

Um nicht dem weihnachtlich verstärktem Gefühl absoluter Verlassenheit in den virtuellen Weiten zu erleiden, mache ich mich auf, zu einem bunten roll over bekannter und unbekannter Blogs.

Zwischen dem Alltäglichen Charles Bukowski die alten Film... und ich rutsch auds der gebärmutter... natürlich immer wieder wem-hab-ich-was-geschenkt- und was-hab-ich-bekommen-Einträge, ebenso die solide Hausmannskost

http://www.heise.de/tp/artikel/19/19107/1.html
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