Die Hoffnung stirbt zuletzt

Thomas Pany 01.01.2005

Irak: Die US-Bilanz der amerikanischen Toten

Vor etwa einem Jahr spekulierten die USA, dass die Gefangennahme Saddam Husseins den Widerstand im Irak schwächen könnte; die erhoffte Wirkung blieb aus. Sechs Monate später verband man ähnliche Hoffnungen mit der Machtübergabe an die irakische Interimsregierung. Wie die Bilanz des letzten Jahres zeigt, wurde auch diese Hoffnung nicht erfüllt: Während in der ersten Jahreshälfte 401 amerikanische Soldaten im Irak ums Leben kamen (non-combat deaths eingeschlossen), wurden im letzten halben Jahr 503 US-Soldaten getötet.

  • mobil
  • drucken
  • versenden

Die höchsten Verluste verzeichneten die amerikanischen Truppen im November, als die Großoffensive gegen die Aufständischen in Falludscha und an anderen Orten in der Anbar-Provinz begann: 141 gefallene US-Soldaten mehr als doppelt soviel wie im Monat zuvor (67).

Im Dezember sank die Zahl der amerikanischen Gefallenen auf 75. Obwohl man für den letzten Monat des Jahres den verlustreichsten Anschlag auf US-Truppen im Irak bislang verbuchen musste bei einem Selbstmordanschlag auf eine amerikanische Basis in Mosul starben 14 US-Soldaten, geben die Dezemberzahlen den Militärs nach eigenen Angaben Anlass für eine neue Hoffnung.

Seit dem Angriff auf Falludscha beobachte man einen "dramatischen" Rückgang von Anschlägen im "Kernland" des sunnitischen Widerstands, der al-Anbar-Provinz, melden die Marines. Um 60 Prozent sei die Zahl der Anschläge im gesamten Operationsgebiet zurückgegangen, verkündete der Sprecher der US-Marines am Jahresende.

Ein ähnlicher Trend sei auch für den gesamten Irak auszumachen, bestätigte General Erv Lessel: Von ungefähr 100 Anschlägen pro Tag zu Beginn des letzten Jahres sei die Zahl jetzt auf etwa 60 gesunken. Auch diesem hoffnungsvollen Trend sind allerdings düstere Chiffren beigemischt. In den letzten zehn Tagen starben nämlich mehr als 100 irakische Sicherheitskräfte. Die Tausende von schwer verletzten US-Soldaten, die dank der medizinischen Fortschritte überleben und die Statistik - zum Beispiel im Vergleich zu Vietnam - besser aussehen lassen, werden in dieser Jahresbilanz nicht erwähnt.

http://www.heise.de/tp/artikel/19/19144/1.html
Kommentare lesen (114 Beiträge) mehr...
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Die geistigen Väter von SETA

Teil 1: SETA - Spurensuche nach dem extrasolaren Monolithen

Sauber abgetippt und analysiert

Peter Mühlbauer 29.09.2007

Joachim Lottmann schildert, wie der Verfassungsschutz Ende der 1970er Jahre tägliche vierstündige Telefongespräche zwischen ihm und Diedrich Diederichsen überwachte

"Mir fuhr nicht einmal nachträglich der Schreck in die Glieder. Ein Staat ohne diese peniblen Geheimdienste hätte uns bis an unser Lebensende verdächtigt, sozusagen zu recht."

weiterlesen
FOTOBLOG

Eine schöne Bleibe

Oder soll es heißen, dass alles so bleiben soll, wie es ist, weil es so schön ist?

bilder

seen.by


TELEPOLIS