Fernsehen tötet

18.02.2005

Ulmer Hirnforscher warnt vor den Folgen des Fernsehkonsums

Der Tod ist längst unter uns. In 98 Prozent aller deutschen Haushalte steht nämlich ein Gerät, dessen Gefahren bisher leichtsinnig unterschätzt wurden. Dabei verursacht es jährlich allein in der Bundesrepublik den Tod von tausenden Menschen. Es gefährdet sogar die Menschenwürde und fördert Aggressivität und Krankheiten. Ja, es sorgt bei Kindern dafür, dass sich das Gehirn abnormal entwickelt. Dies alles und noch viel mehr behauptet der Ulmer Hirnforscher und Neurologe Manfred Spitzer in seinem im Ernst-Klett-Verlag kürzlich erschienenen Buch Vorsicht Bildschirm!. Und er belegt sein Schreckenszenario durch aktuelle Studie und Untersuchungen.

Demnach gehen 17 Prozent des Übergewichts der Erwachsenen auf das Konto des Fernsehkonsums in der Kindheit, auch die mangelnde körperliche Fitness ist darauf zurückzuführen und selbst die Höhe des Cholesterinspiegels wird vom TV letztlich mitbestimmt. All das hat natürlich schlimme Folgen. So hat der Neurologe berechnet, dass durch den TV-Konsum von Kindern und Jugendlichen im Jahr 2020 in Deutschland etwa 20.000 Menschen an den Folgen von Übergewicht sterben werden. Zehntausende werden unter hohem Blutdruck und Altersdiabetes leiden oder unter Depressionen und Gelenkbeschwerden im Bereich der Beine. Und dies ergibt dann nach Meinung von Spitzer einen volkswirtschaftlichen Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe.

Aber auch das Fernsehprogramm selbst ist für Spitzer eine einzige Katastrophe. Seiner Meinung nach sind beispielsweise Sendungen, die für kleine Kinder zum Heranführen an das Fernsehen produziert werden, keineswegs etwas medienpädagogisch Sinnvolles, sondern Einstiegsdrogen. Und das, was heute gern Entertainment genannt wird, sei vielfach nichts anderes als eine Anleitung zu Gewaltherrschaft, Fremden- und Frauenhass.

Kurzum: Fernsehen macht dumm, tötet und schadet unserer Wirtschaft. Und deshalb ist es wohl allerhöchste Zeit, dass bei jeder TV-Sendung am unteren Bildrand deutlich Warnhinweise eingeblendet werden - beispielsweise: Fernsehen kann tödlich sein. Fernsehen kann zu Durchblutungsstörungen führen und verursacht Impotenz. Oder: Fernsehen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu. Und wenn das nicht hilft, dann sollte die Bundesregierung vielleicht mal über eine Fernsehsteuer nachdenken.

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