"Herr Vorsitzender, ich habe eine Frage..."

19.03.2005

Die Kongressabgeordnete Cynthia McKinney macht die Wargames des 11.9. zum Thema - zumindest für das Protokoll

Als sich ein Treffen des "Full House Armed Services Committee" am 16. Februar 2005 dem Ende zuneigte und Verteidigungsminister Rumsfeld sich zum Aufbruch fertig machte, bat ihn der Sitzungsleiter des Verteidigungsausschusses, doch noch zum Frühstück zu bleiben und einige Fragen zu beantworten. Rummy stimmte zu - nicht ahnend, dass die demokratische Abgeordnete Cynthia McKinney eine Frage über die Wargames des 11. September stellen würde.

Cynthia McKinney: Mr. Chairman, I have a question.
Duncan Hunter: The Gentle-lady is recognized.
McKinney: Thank you, Mr. Chairman. Would that breakfast with the Secretary (Rumsfeld) be open to the public?
Hunter: Well, if you want to bring all the omelets it might be, but ah -
McKinney: Well Mr. Chairman, the problem is - and I appreciate your adherence to the five-minute rule - however there are many of us who have important questions and my question in particular is about the four war games that were taking place on September 11th and how they may have impaired our ability to respond to those attacks.
Mr. Hunter: Well let me say the gentle lady...
[cross talk]
McKinney: I would like that question to be answered in public Mr. Chairman.

Der Sitzungsleiter Hunter stellt daraufhin fest, dass es andere Möglichkeiten gäbe, bei denen der Minister befragt werden könne - aber die Frage und die Forderung nach einer öffentlichen Antwort für das Protokoll festgehalten werde. Im TransKript, das das Verteidigungsministerium von diesem Hearing veröffentlichte, wurde McKinneys unplanmäßige Frage dann allerdings komplett ausgespart. Rumsfeld aber ist auf einem TV-Video festgehalten, ähnlich nervös wie General Myers, als er nach seiner Aussage vor der 9-11-Untersuchungskommision von einem Reporter mit derselben Frage konfrontiert wurde: "No comment". Dieselbe Antwort gab der für die Luftüberwachung der NORAD verantwortliche General Eberhard.

Auch ein weiterer Beteiligter, der die Frage zu den Wargames und ihrer Koordination am Morgen des 11.9. beantworten könnte, verweigert konsequent eine Antwort - Richard Clarke, der Ex-Anti-Terror-Zar und Buchautor ("Against all Enemies"). Obwohl sich Clarke als einziger aus der Bush-Administration für seine Versagen öffentlich entschuldigt hatte, ist er an einer wirklichen Aufklärung des Verbrechens offenbar ebensowenig interessiert wie sein ehemaliger Dienstherr. Jedenfalls hat Kyle Hence, Leiter der 9-11-Aufklärungsintitative Citizenwatch, seit über einem halben Jahr erfolglos versucht, von Clarke eine Antwort auf die Widersprüche zu erhalten, die zwischen den Aussagen in seinem Buch - über die zeitlichen Abläufe und personellen Entscheidungsträger der (Video-)Konferenzen am Morgen des 11. 9 - und den Aussagen der 9-11.Kommission sowie weitere Zeugen bestehen.

Es geht dabei vor allem um jene 30 Minuten vor dem Crash in das Pentagon - und unter anderem um die ja nicht ganz unerhebliche Frage, ob der höchste amtierende Militär "Joint Chief of Staff" Myers in dieser entscheidenden Zeit bei einem Breakfast-Meeting war - wie er behauptet - oder ob er, wie es Clarke und sein Assistent wissen wollen, per Video einer Konferenz im White House Situation Room zugeschaltet war. Nachdem Kyle Hence schriftlich und persönlich mehrfach versucht hat, von Clarke auf diese und weitere Fragen eine Antwort zu bekommen, hat er sie jetzt als offenen Brief - mit einem Appell an Öffentlichkeit und Medien, für Aufklärungsdruck zu sorgen.

Ist damit die 9/11-Aufklärung wieder auf der Tagesordnung? Keineswegs - denn es ist nichts anderes geschehen, als dass eine einzige Kongressabgeordnete der Opposition, die wie Cynthia McKinney zudem in ihrer eigenen Partei eine links-liberale Minorität vertritt, die Beantwortung der offenen Fragen forderte und dies amtlich zu Protokoll genommen wurde. Immerhin - für die Historiker der Zukunft, die das Verbrechen irgendwann aufklären werden, sind die Zweifel an der 9/11- Legende und die Forderungen nach Aufklärung offiziell "on the record" Wenn auch nur von vereinzelten mutigen Politikern wie McKinney oder Senator Mark Dayton, der nach der Veröffentlichung des 9/11-Reports (Harry Plotter und die Teppichmesser des Schreckens) die Vertuschung des Versagens der Luftabwehr kritisiert hatte. Statt der Aufdeckung dieser Fehler am 11.9. seien die Verantwortlichen der zivilen FAA und des militärischen NORAD, Ben Sliney und die Generäle Myers und Eberhard, befördert worden. Obwohl die 9/11-Kommission die "timeline" von NORAD über Alarmierungen und Abwehrmaßnahmen als falsch verwarf, seien die Verantwortlichen nie befragt worden, warum sie Öffentlichkeit und FBI drei Jahre lang mit falschen Zeitangaben fütterten.

Die Kritik und Forderung nach weiterer Untersuchung, die Dayton bei einem Senatshearing Ende Juli 2004 geäußert hatte, blieb folgenlos, - und die Medien ignorierten weiter, statt weiter zu recherchieren. Der Autor Michael Kane hat deshalb jetzt einen Appell an den Senator gerichtet, eine weitere Kongressuntersuchung zu fordern, die Folgendes zu leisten hätte:

Declassify as much information as possible about the multiple (up to 5 different) war games NORAD & other military agencies were running on the morning of 9/11 itself. This issue must be brought to light in front of the American public to ensure national security.

Hold in depth public hearings focusing solely on NORAD, FAA, NMCC (National Military Command Center, which as you know is headed by George W. Bush, Dick Cheney & Donald Rumsfeld) & the 9/11 War Games.

Demand the 9/11 Commission explains why they didn't do this themselves.

Declassify General Ralph Eberhart's March 1, 2004 interview referenced in the 9/11 Commission Report

Force General Ralph Eberhart, NORAD, and the 9/11 Commission to admit NORAD was fully aware that domestic airlines could be hijacked and used as weapons, so much so that they ran exercises for just such a scenario (as referenced by multiple mainstream press reports).

Call all NEADS & NORAD Commanders on duty the morning of 9/11 to testify to Congress, to finally figure out what really happened.

Focus attention on the "new timeline" presented by the commission staff report, included in the final report, which contradicts every official timeline recognition prior to the last hearing.

Fully address the role of Ptech, the data-blueprinting company owned by Saudi terrorist Yasin Al Qadi, in any FAA delayed responses. This company had access to the data blueprint of the FAA's entire computer systems. On the morning of 9/11 Ptech had offices in the basement of the FAA. This information came from Wall St. Whistleblower Indira Singh, and has been documented extensively in the mainstream press. The 9/11 Commission report blames the FAA for much of the "apparent failures" on 9/11, but never once addresses the very real possibility of cyber-terrorism in the basement of the FAA itself. Indira Singh has publicly called Ptech, "Effectively an Al Qaeda corporate cell." This must be addressed publicly to ensure national security.

Start investigating the very real possibility of criminal negligence.

Würde eine solche Untersuchung stattfinden, wären zumindest die Abläufe und Verantwortlichkeiten am Morgen der Anschläge geklärt - und die nach wie vor unbeantwortete Frage, warum die einzige militärische Weltmacht fast zwei Stunden lang so völlig unverteidigt war. Wenn es tatsächlich nur Pleiten, Pech und Pannen waren - und die unschuldige Regierung, sowie Militärs und Behörden danach nur alles dafür tun, ihre Inkompetenz zu vertuschen - macht es keinen Sinn, die verantwortlichen Chefs zu befördern. Wenn aber an diesem Morgen vier oder fünf Wargames stattfanden und bei einer dieser Übungen die Entführung eines Passagierjets durch Terroristen "simuliert" wurde - das wäre dann doch ein Zufall zuviel, um die Verschwörungstheorie von "Osama & den 19 Teppichmessern" als Alleintätern weiter aufrecht zu halten. Eben deshalb werden diese Wargames wohl auch weiterhin im Nebulösen bleiben und die Großmedien, die uns das 9/11-Märchen erfolgreich verkauft haben, das Thema weiterhin ignorieren.

Der von ihnen post mortem gefeierte "Outlaw"-Journalist Hunter S.Thompson wollte das offenbar nicht tun, schon in einem Interview hatte er geäußert, dass er 9/11 für einen Inside Job hält - nun tauchte in der "Toronto Globe & Mail" das Gerücht auf, dass er an einer Geschichte über die Merkwürdigkeiten beim Einsturz der WTC-Gebäude arbeitete. Passen würde es. Aber selbst ein angst- und schreckenloser HST würde wohl derzeit nicht reichen, die Phalanx des Vertuschens und Verschweigens zu durchbrechen...

PS: Über den Fortgang der Anfrage von Cynthia McKinney berichtet das Online-Journal in seiner heutigen Ausgabe: Liar Myers, pants on fire.

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