Die ungewollte Bilderspende
Der englische Graffitti-Künstler Banksy
In Galerien und Museen achten die Aufseher sehr darauf, dass niemand ein Bild abhängt und hinausträgt. Mit dem genauen Gegenteil rechnet dagegen niemand.
Der in Bristol aufgewachsene Künstler Banksy (Robert Banks) ist es dabei seit Jahrzehnten gewohnt, seinen Mitmenschen Kunstwerke unterzujubeln, die sie nicht bestellt haben: Er macht nämlich vorzugsweise Graffitti, auch mit Schablonen.
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Dabei hinterlässt er nicht nur Ratten und aufwendigere Zeichnungen auf Hauswänden oder verschandelt zuvor auf Flohmärkten gekaufte Ölgemälde es geht ihm auch um die subversive Aktion selbst. Und so hängt er schon einmal eine Vitrine mit einer toten Ratte mit Sonnenbrille, Rucksack, Mikrofon und Spraydose ins Naturkundemuseum, was erst nach mehreren Stunden auffiel, oder er hängt ein eigenes Bild im Londoner Tate-Museum auf was nur auffiel, weil der Klebstoff nicht hielt und das Bild mit Getöse zu Boden ging.
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Dass er die Königin als Schimpansen darstellte, stieß bei ihr jedoch nicht wirklich auf Begeisterung und mit (ungiftigen) Graffittis verzierte Kühe und Schweine waren darüber angeblich nicht sehr glücklich auf jeden Fall waren aber die Tierschützer sauer.
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| Kühe sind nicht immer lila |
In London ist er längst polizeilich gesucht und in England bekannt wie ein bunter Hund. Deshalb beglückte er zuletzt New York und montierte als englischer Rentner verkleidet passende Kunstwerke im Brooklyn Museum, im Metropolitan Museum of Art, im Museum of Natural History und im Museum of Modern Art. Die Frau mit der Gasmaske im Met wurde von der Belegschaft am schnellsten als ungewollte Neuerwerbung enttarnt, die Dosensuppe im MoMA hielt sich immerhin drei Tage und die anderen beiden Installationen noch etwas länger.
Doch dass seine Kunstwerke wieder verschwinden, ist Banksy schon gewohnt: Als er die gut 30.000 Euro teure Statue Trust no one (Trau niemand), die sich bildlich über Ungerechtigkeiten des britischen Rechtssystems äußerte, ungefragt doch von seinen Fans begeistert verfolgt am Ort seiner letzten Verhaftung aufstellte, wurde ihr Titel prompt Realität: Nach wenigen Stunden war die Waage der dreieinhalb Tonnen schweren Bronzestatue bereits geklaut und tauchte erst auf einer Premierenparty von I, Robot wieder auf.
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- nee, kein nazivergleich (5.4.2005 21:16)
- Selbstjustiz geht nicht (5.4.2005 20:56)
- oh, ein mittäter im geiste (5.4.2005 19:43)
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