Organisatorenkollegium

Vorige Seite

Wilhelm Ostwald stand über diesen Kleinigkeiten, nahm wahrscheinlich die diversen Druckschriften aus München in einer Mischung aus Amusement und Ärgernis zur Kenntnis und widmete sich weit grösseren Zusammenhängen. Dazu gehörte vor allem ein Kollegium von Wissenschaftlern, Künstlern, Politikern und Autoren - beiderlei Geschlechts, wie er mehrfach betonte -, die er in einem Organisatorenkollegium zusammenfassen wollte. Nach den biomechanistischen Vorstellungen seiner Zeitgenossen Avenarius und Mach sollte „Die Organisation der Organisatoren“ Nervenstränge bilden, die zu wesentlichen Fragen aller Art Stellung nehmen könnten und somit hoffentlich die Politik beeinflussten. In Bezug auf die mögliche Friedenssicherung durch einen nicht näher definierten Internationalismus war Ostwald sicher durch Bertha von Suttner geprägt, die in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg ausserordentliche Aktivitäten entfaltet hatte, um konkret drohende kriegerische Auseinandersetzungen zu vermeiden.

Nach seinem Aufruf „An die Nobelpreisträger“ nutzte Ostwald seine weitreichenden Beziehungen, so dass schon im Herbst 1912 eine Liste faksimilierter Unterschriften aus dem „Internationale[n] Organisatoren-Kollegium der Brücke“ veröffentlicht werden konnte. Dieselben Namen finden sich satzungsgemäss in der, zur ersten Jahresversammlung im März 1913 erschienenen „Mitgliederliste“ unter Stiftern und Ehrenmitgliedern wieder. Für die Finanzierung des Kollegiums und seiner Aufgaben konkretisierte Ostwald seine Vorstellungen „Über soziales Stiften und soziales Testieren“ in einer eigenen Druckschrift, die eine gute Richtlinie für die Arbeit der Brücke abgegeben hätte, wäre sie denn tatsächlich entstanden. Sicher hätte die Zusammenkunft der Engagierten den Ersten Weltkrieg nicht verhindern können, möglicherweise aber der Kriegsbegeisterung vieler Intellektueller im Sommer 1914 einige Dämpfer aufgesetzt haben.

Das Gehirn der Welt: 1912

Geschichte

Vorhaben

Weltformat

Weltregistratur

Organisatorenkollegium

Fernziele

Design

Wirkungen

http://www.heise.de/tp/artikel/2/2481/1.html
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
FOTOBLOG

Der schöne Schein

Firewall mit Windows

bilder

seen.by


TELEPOLIS